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14.03.2016

15:25 Uhr

Dax-Umfrage

„Das war nur ein Vorgeschmack“

VonJürgen Röder

Nach der EZB ist vor der US-Notenbank: Nach den heftigen Schwankungen am Donnerstag könnte es in dieser Woche erneut turbulent werden. Eine exklusive Analyse zeigt, in welch großer Spanne sich der Dax bewegen dürfte.

Händler sitzen im Handelssaal der Börse an ihren Monitoren: Am vergangenen Donnerstag sorgte die EZB für eine Achterbahnfahrt. Die US-Notenbank und die Bank of Japan könnten in dieser Woche erneut für Turbulenzen sorgen. dpa

Börse

Händler sitzen im Handelssaal der Börse an ihren Monitoren: Am vergangenen Donnerstag sorgte die EZB für eine Achterbahnfahrt. Die US-Notenbank und die Bank of Japan könnten in dieser Woche erneut für Turbulenzen sorgen.

DüsseldorfWenn Anleger auf die vergangene Börsenwoche blicken und dabei nur den Anfangsstand am Montag mit dem Schlussstand am Freitag vergleichen, könnten sie glauben: Es war ein ruhige Handelswoche. Denn der deutsche Leitindex kletterte nur um sieben Punkte oder 0,1 Prozent auf 9.831,13 Punkte. Immerhin: Der Dax konnte nach heftigen Kursgewinnen der Vorwochen sein hohes Niveau halten.

Doch es war eine sehr turbulente Woche: Sowohl sein Hoch als auch sein Tief erreichte der Dax am Donnerstag, direkt in Folge der Zinsentscheidung der EZB. In den Minuten nach der Verkündung sprang der Dax auf 9.980 Punkte, um im Anschluss unter 9.500 Punkte einzubrechen. War die heftige Liquiditätsflutung der EZB nun Fluch oder Segen?

Die Schwärzesten Tage des Dax: 2008-2015

06. Oktober 2008

Für den Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate muss binnen einer Woche ein zweites Rettungspaket geschnürt werden. Der Dax verliert sieben Prozent.

08. Oktober 2008

Im Sog der Finanzkrise stürzt der Nikkei -Index um über neun Prozent ab. Der Dax verliert bis zu neun Prozent. Nach einer konzertierten Zinssenkungsrunde der großen Notenbanken erholen sich die Kurse nur leicht. Der Dax schließt mit einem Minus von sechs Prozent.

10. Oktober 2008

Rezessionsängste angesichts der Finanzkrise drücken den Nikkei-Index um zehn Prozent. Der Dax verliert ebenfalls sieben Prozent.

24. Oktober 2008

Ein erneuter Absturz der Tokioter Börse drückt den Dax in der Spitze um über elf Prozent.

8. August 2011

Nachdem die USA bei der Ratingagentur Standard & Poor's ihre Bestnote als Kreditnehmer verlieren, brechen die Kurse ein: Der Dax verliert rund fünf Prozent.

5. September 2011

Die Furcht der Anleger vor einer weltweiten Rezession und einer Ausweitung der Schuldenkrise in der Euro-Zone drückt den Dax um 5,3 Prozent ins Minus.

1. November 2011

Der Dax verliert rund fünf Prozent. Auslöser ist die überraschende Ankündigung einer Volksabstimmung in Griechenland über ein Rettungspaket.

29. Juni 2015

Das Scheitern der Gespräche zur Lösung der Schuldenkrise in Griechenland und die überraschende Ansetzung einer Volksabstimmung über die Forderungen der Gläubiger drückt den Dax gleich im frühen Handel um 4,6 Prozent auf 10.964,24 Punkte.

24. August 2015

Die Furcht vor einem deutlichen Konjunktureinbruch in China drückt den Dax erstmals seit Mitte Januar wieder unter die Marke 10.000 Punkten. Der Leitindex fällt um bis zu 3,6 Prozent auf 9760 Zähler.

Am folgenden Freitag erholte sich der Dax von seinen Verlusten. Abgesehen von den heftigen Ausschlägen vom Donnerstag war die Entscheidung der EZB ein Nullsummenspiel, brachte also keine Richtungsänderung an den Märkten.

Dies entsprach auch der Erwartung des Börsenexperten Stephan Heibel am vergangenen Montag. Damals hatte er zwar eingeräumt, dass die Probleme wie der niedrige Ölpreis, die US-Zinssenkung, die Konflikte in Syrien und der Ukraine sowie die US-Dollarstärke wieder die Börsen belasten könnten.  „Doch vorerst geht die Entwicklung in die richtige Richtung und entsprechend dürften wir den Boden der Baisse gesehen haben“, lautete seine Prognose.

Basis für seine Erwartungen zur Dax-Entwicklung ist das Handelsblatt-Sentiment, eine wöchentliche Umfrage unter mehr als 2300 Anlegern. Der Inhaber des Analysehauses Animusx betrachtet die Ergebnisse vor allem als Kontraindikatoren. Vereinfacht gesagt: Sind Anleger zu pessimistisch, ist das eher ein Indiz für bald steigende Kurse. Weil dann viele ihre Aktien bereits verkauft haben und neue Käufe schnell zu höheren Kursen führen.

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