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15.12.2014

13:26 Uhr

Dax-Umfrage

„Das würde den Kursrutsch noch verstärken“

VonJürgen Röder

Der deutsche Leitindex ist in einer fragilen Lage. Laut einer exklusiven Analyse dürften Anleger schnell in Panik verfallen, sollte der Ölpreis weiter fallen. Eine Marke ist für den weiteren Kursverlauf entscheidend.

Noch nie war seit dem Start der Handelsblatt-Umfrage im September 2014 der Pessimismus so hoch wie derzeit.

Dax-Anleger brauchen Geduld

Noch nie war seit dem Start der Handelsblatt-Umfrage im September 2014 der Pessimismus so hoch wie derzeit.

DüsseldorfDie Stimmung an der Börse verläuft derzeit parallel zum Kursverlauf. Der Dax ist in der abgelaufenen Woche um 2,4 Prozent eingebrochen, entsprechend negativ ist nun die kurzfristige Stimmung unter den Anlegern. Dies zeigt die aktuelle Auswertung des Handelsblatt-Dax-Sentiments.

Auf die Frage „Haben sich Ihre Erwartungen zum Dax in der vergangenen Woche erfüllt?“ gab gut die Hälfte der Abstimmungsteilnehmer an, dass sie von der Abwärtsbewegung überrascht wurden. Mehr als ein Viertel der Verunsicherten kam direkt aus dem Lager der vorher selbstgefällig agierenden Anleger, die den Kursverlauf der Vorwoche so erwartet hatten.

Dax-Sentiment: Vergleich Prognosen mit Indexverlauf

Börsenwoche 15.2. - 19.2.

Der Dax legte um 4,7 Prozent zu und beendete den Handel bei  9388 Punkten. Heibels Ratschlag am Montag (15.2.):  „Auf eine Bodenbildung mit anschließend weiter steigenden Kursen würde ich nur mit einem kleinen Betrag spekulieren“. Diese Investition sollten Anleger, falls die 9.300 Punkte im Dax nicht überwunden werden, schnell wieder auflösen.

Börsenwoche 8.2. - 12.2

Das deutsche Börsenbarometer verlor in der vergangenen Woche weitere 3,4 Prozent. Heibel sah am Montag (8.2.) aber nur eine sehr geringe Chance für einen weiteren Ausverkauf im Dax.

Börsenwoche 1.2. - 5.2.

Der Dax verlor 5, 2 Prozent. „Vieles deutet daraufhin, dass die Kurse weiterhin gen Süden driften, unterbrochen nur von kurzfristigen Gegenbewegungen“, sagte Stephan Heibel am Montag (1.2.).

Börsenwoche 25.1. - 29.1.

Der Dax kletterte leicht um 0,3 Prozent auf 9.798 Punkte.  Vor einer Woche warnte Stephan Heibel noch vor einer möglichen Abwärtsspirale. Diese könne, je länger die Baissephase an den Märkten dauere, eine eigene Dynamik entwickeln. „Noch ist es nicht soweit, doch wir werden diese Entwicklung aufmerksam verfolgen müssen“, sagte er am vergangenen Montag unter der Überschrift „Noch ist es nicht soweit“. (25.1.)

Börsenwoche 18.1. - 22.1.

Der Dax stieg um 2,3 Prozent. Heibels Erkenntnis am Montag (18.1.): Die Aktienbörsen sind nun in einer Baissephase. „Entsprechend dürften Kurssteigerungen in den kommenden Tagen nicht viel mehr als eine Zwischenerholung sein.“

Börsenwoche 11.1. -15.1

Der Dax stieg am Montag und Dienstag um mehr als 150 Punkte auf knapp 10.000 Zähler, rutschte  zum Wochenende aber wieder ab auf 9545 Punkte.  Heibels Prognose am Montag (11.): „Kurzfristig sorgt die maximale Niedergeschlagenheit der Anleger für eine moderate Gegenbewegung. Ob aus dieser Gegenbewegung eine Rally wird oder ob sie verpufft und neue Tiefs angesteuert werden, wird nach wie vor von der Entwicklung in China abhängen.“

Börsenwoche 14.12-18.12

Der Dax legte unter heftigen Schwankungen um 2,6 Prozent zu. Heibels Prognose am Montag (14.12.): „Das größere Überraschungspotential ist auf Seiten steigender Kurse zu sehen“.

Börsenwoche 7.12.-11.12

Der Dax verlor 3,8 Prozent. Der Volatilitätsindex VDax, der die Schwankungen des deutschen Leitindexes misst, stieg von 21 auf 27 Punkte. Heibels Prognose am Montag (7.12.): „Die Verunsicherung im Vorfeld der Entscheidung der US-Notenbank ist groß, so dass wir noch einige extrem volatile Tage erleben können. Entsprechend würde ich nicht alles auf eine Karte setzen, sondern mich für mehrere kleine Käufe bereithalten“.

Börsenwoche 30.11.-4.12

Der Dax verlor 4,8 Prozent. Am Montag (30.11.) kommentierte Stephan Heibel die Jubelstimmung so: „Je besser die Stimmung, desto leichter kann ein Pulverfass hochgehen“.

Börsenwoche 23.11. - 26.11

Der Dax rutschte am Montag (16.11.) ab, ehe eine Rally einsetzte. Der deutsche Leitindex  legte 3,8 Prozent zu. Am Montag (16..1) prognostizierte Stephan Heibel „heftige, aber begrenzte Korrekturen“, aber keinen nachhaltigen Kursrutsch.

Börsenwoche 9.11 - 13.11

Der Dax verlor in dieser Woche 2,5 Prozent. „Wer also von der gesunden Börsenverfassung profitieren möchte, braucht nun nicht mehr bei der kleinsten Korrektur zu kaufen“, lautet Heibels Ratschlag am Montag (9.11.). „Sie können sich mit Käufen meines Erachtens Zeit lassen, bis der Dax mal wieder fünf Prozent unter seinem vorhergehenden Hoch notiert“.

Börsenwoche 2.11. - 6.11.

Der Dax stieg um weitere 1,3 Prozent. Am Montag davor (2.11.) hatte Stephan Heibel  die Sommerkorrektur zu den Akten gelegt. Unter der Überschrift „Die Zuversicht schwindet“ war er der Auffassung, dass kurzfristige Rückschläge eine Kaufgelegenheit seien.

Börsenwoche 26.10 - 30.10

Der Dax stieg um 0,5 Prozent. Heibels Prognose am Montag (26.10): „Die Rally dürfte weiterlaufen“. Sein Ratschlag: „Ich halte es für Anleger für ratsam, auf dieser Welle mitzuschwimmen, bei Rückschlägen nachzukaufen, aber sämtliche Positionen mit großzügigen Stop-Loss-Kursen zu sichern“.

Börsenwoche 19.10. - 23.10.

Der Dax stieg um fast sieben Prozent und beendete den Handel bei über 10.800 Punkten. Heibels Prognose am Montag (19.10.): In den kommenden Tagen könnte der Dax bis auf 10.500 Punkte steigen. „Bei dieser Marke dürften wieder eine Reihe von Investoren ihre für viele Monate unter Wasser befindlichen Aktienpositionen auflösen und für eine weitere kleine Konsolidierung sorgen“.

Börsenwoche 12.10. - 16.10.

Der Dax blieb fast unverändert. Heibels Prognose am Montag (12.10.): „Eine Konsolidierung der erzielten Kursgewinne wird wahrscheinlich, dürfte jedoch nur kurze Zeit dauern“, sagt er. Es könnte sogar sein, dass der kleine Rücksetzer nur einen halben Handelstag dauert. „Im Wochenverlauf könnte die Rally durchaus noch höhere Kurse hervorbringen.“ Dass diese Rally aber nachhaltig ist, bezweifelte er.

 

Wöchentlich befragt Handelsblatt Online auf seiner Website Anleger zur Börsenstimmung. Das Ergebnis wird anschließend vom Sentiment-Experten Stephan Heibel vom Analysehaus animusX ausgewertet und interpretiert. In der vergangenen Woche hatte Heibel eine heftige Kursbewegung in Aussicht gestellt und am vergangenen Montag eher einen Ausbruch nach oben prognostiziert.

Damit lag er falsch – im Gegensatz zu den Prognosen der vorherigen Wochen (s. Vergleich Prognosen mit Indexverlauf). Für die kommenden Handelstage erwartet er nun beim Dax eine Handelsspanne zwischen 9.600 und 9.800 Zählern, solange es keine negativen Überraschungen gibt.

Kommentare (5)

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Herr Paul Mueller

15.12.2014, 13:43 Uhr

Immer diese Miesmacherrei: Der Dax hat sich in den letzten 3 Jahren verdoppelt. In den näcsten 3 Jahren wird er bei 20000 stehen. Das ist alternativlos.

Herr Michael Müller

15.12.2014, 13:51 Uhr

Als der Ölpreis bei weit über 100 $ lag, da sollten die hohen Ölpreise einen Kursrutsch auslösen. Begründung: Unsere Wirtschaft braucht sehr viel Öl und muß dann zuviel dafür bezahlen.

Was nun? Ist ein hoher Ölpreis oder ein niedriger Ölpreis für den Dax besser?

Denke da ist sehr viel Übertreibung im Markt! Deshalb: Aktien kaufen! Jetzt!

Herr Edgar Cayce

15.12.2014, 13:52 Uhr

Vor wenigen Tagen schrieben hier noch "Experten" über die 11.000 Punkte und die neuen Hochs im Jahr 2015.

Was ist jetzt anders? Nichts. Steht der Dax heute höher oder tiefer als die meiste Zeit des Jahres? Richtig. Höher.

In 10 Jahren interessiert es keine Socke mehr, wo der Dax am 15.12.2014 stand.

Immer suchen sich "Anleger" Gründe, warum es mindestens noch weitere 10% runtergehen muss. Das war die letzten 5 Jahre eine denkbar schlechte Strategie.

Qualitätstitel oder ETF aussuchen, Geduld haben, Dividende kassieren, nachkaufen. Just do it.

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