Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.06.2017

13:19 Uhr

Dax-Umfrage

Der Rally fehlt plötzlich das Sicherheitsnetz

VonAndreas Neuhaus, Jürgen Röder

Seit Jahresbeginn herrschte unter den Anlegern ein rekordverdächtiger Pessimismus vor, jetzt sind die Erwartungen der Börsianer aber nicht mehr so negativ. Doch die aktuelle Börsensituation ist nicht ohne Risiko.

Dax-Umfrage

Gier und Panik? Wann Emotionen die Kurse bewegen

Dax-Umfrage: Gier und Panik? Wann Emotionen die Kurse bewegen

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

DüsseldorfDie vergangene Woche war geprägt von Unsicherheit. Die Anleger warteten vor allem ab, was der „Super-Donnerstag“ bringen würde. Zuvor hatte die Entscheidung Donald Trumps, aus dem Pariser Klimaabkommen auszusteigen, an der Börse für steigende Kurse gesorgt. Je näher jedoch die Wahlen in Großbritannien rückten, desto schwerer lastete die Terrorangst auf den Finanzmärkten.

Jetzt ist in Großbritannien gewählt, Ex-FBI-Chef James Comey hatte bei seiner Anhörung vor dem Senat zwar gute Argumente, aber keine Beweise. Und die EZB hält die Geldschleusen weiterhin weit geöffnet. Dadurch verschwinden allmählich die Damokles-Schwerter, die über den Finanzmärkten schwebten.

Für die Anleger bedeutet das: Die Stimmung bleibt gut, wenngleich die Seitwärtsbewegung der vergangenen Woche die gute Laune etwas zügelt. Basis für diese Börsenprognosen ist das Handelsblatt-Dax-Sentiment, eine Umfrage zur aktuellen Börsenstimmung unter mehr als 2500 Anlegern – im Börsendeutsch Sentiment genannt. Die Ergebnisse wertet Stephan Heibel, Inhaber des Analysehauses Animusx, aus und leitet daraus Vorhersagen für das weitere Geschehen auf dem Parkett ab.

Nur noch 29 Prozent (minus vier Prozentpunkte gegenüber der Vorwoche) sehen in der aktuellen Bewegung im Dax einen Aufwärtsimpuls. Jeder Dritte (unverändert) erkennt eine Topbildung. Ebenfalls jeder Dritte (plus fünf Prozentpunkte) wähnt den deutschen Leitindex in einer Seitwärtsbewegung.

61 Prozent der Umfrageteilnehmer (plus fünf Prozentpunkte) fühlen sich in ihrer Erwartung der Vorwoche zum größten Teil bestätigt, 13 Prozent (unverändert) haben sogar auf diese Entwicklung spekuliert. Nur jeder Fünfte sieht seine Erwartung an die Kursentwicklung der vergangenen Woche als „kaum erfüllt“ an. Fünf Prozent (minus fünf Prozentpunkte) wurden auf dem falschen Fuß erwischt.

Der Pessimismus, der seit Jahresbeginn vorherrscht, ist verflogen. Jeweils 31 Prozent gehen für die Frankfurter Benchmark in drei Monaten von einer Seitwärtsbewegung (plus drei Prozentpunkte gegenüber Vorwoche) oder einem Abwärtsimpuls (minus drei Prozentpunkte) aus. Immerhin 24 Prozent (plus drei Prozentpunkte) erwarten steigende Kurse. Heibels Fazit: „Damit landet die Erwartung endlich wieder im neutralen Bereich, weder überschwänglicher Optimismus noch überschwänglicher Pessimismus ist zu erkennen.“

Dadurch erreicht auch die Investitionsbereitschaft wieder ein besseres Niveau. Jeder Fünfte (plus ein Prozentpunkt gegenüber Vorwoche) der Umfrageteilnehmer will in den kommenden zwei Wochen Aktien kaufen, nur noch 17 Prozent (minus drei Prozentpunkte) wollen verkaufen. Mit 63 Prozent (plus zwei Prozentpunkte) wollen weiterhin die meisten erst einmal abwarten.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Frau Annette Bollmohr

12.06.2017, 18:42 Uhr

Wer sich als Privatanleger bei der Auswahl seiner Anlagen ein paar Gedanken gemacht hat, insbesondere dazu, ob das ausgewählte Unternehmen 1.) vernünftig geführt wird (das beurteilen zu können bedeutet ohnehin: transparent), 2.) seine Produkte einen echten (Mehr-)Wert für die Gesellschaft bedeuten und 3.) bei deren Produktion gewisse Standards, insbesondere was den "common sense" zu ethischen Prinzipien angeht, eingehalten werden, sollte eigentlich (bekanntlich sollte man an der Börse nur Geld investieren, das man aller Voraussicht nach über einen längeren Zeitraum nicht benötigen wird) in der komfortablen Lage sein, auf ein "Sicherheitsnetz" verzichten zu können.

Weil das Unternehmen sich bei den o.g. Voraussetzungen dann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit am Markt wird halten können

Der Anleger braucht sich dann also von den regelmäßigen Turbulenzen an den Börsen nicht aus der Ruhe bringen zu lassen.

Weil er sie einfach "aussitzen" kann. Ganz "abstürzen" kann er aller Voraussicht nach nämlich nicht.

Zumindest dann nicht, wenn er die/das Unternehmen in das er investiert ha (bzw. genauer gesagt: deren/dessen Geschäftspolitik), nicht gänzlich aus dem Blick verliert.

Frau Annette Bollmohr

12.06.2017, 18:55 Uhr

... wenn er die/das Unternehmen in die/das er investiert hat (bzw. genauer gesagt: deren/dessen Geschäftspolitik), ...

Herr Peter Spiegel

12.06.2017, 19:21 Uhr

Egal ob die Akten fallen, dafür gibt es Put-Optionen, wi käme man denn hin. wenn man auch noch Geschäftsberichte lesen muß.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×