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13.02.2017

15:39 Uhr

Dax-Umfrage

Die Bären gewinnen die Oberhand

VonJürgen Röder

Die Kurse steigen, doch immer mehr Anleger erwarten beim Dax in naher Zukunft fallende Notierungen. Eine exklusive Analyse zeigt, wie sich solch eine Stimmung auf die Aktienmärkte auswirken dürfte.

Die Plastiken von Bulle und Bär, die beiden Symbole für Optimismus und Pessimismus an der Börse, stehen vor der Deutschen Börse in Frankfurt. Die Anleger werden immer pessimistischer, doch mittelfristig dürften laut dem Handelsblatt-Sentiment die Kurse weiter steigen. dpa

Bulle und Bär

Die Plastiken von Bulle und Bär, die beiden Symbole für Optimismus und Pessimismus an der Börse, stehen vor der Deutschen Börse in Frankfurt. Die Anleger werden immer pessimistischer, doch mittelfristig dürften laut dem Handelsblatt-Sentiment die Kurse weiter steigen.

Düsseldorf„Anleger haben ihre spekulativen Positionen verkauft und warten auf neue Impulse an den Aktienmärkten.“ Das war am vergangenen Montag für Stephan Heibel nach Auswertung der Handelsblatt-Umfrage zur Börsenstimmung klar. Neue Impulse aber blieben aus, der Dax ging nahezu unverändert aus der Handelswoche.

Dadurch erwies sich auch die zweite Prognose als richtig: Heibel rechnete vor einer Woche nicht mit einem Unterschreiten der 11.200 Punkte im Dax. Er begründete das am vergangenen Montag mit der geringen Investitionsquote der Profi-Anleger. Diese hatten ihre Engagements am Aktienmarkt in die Trump-Rally hinein stark verkleinert.

Die schlechtesten Anlagen 2016

Sparbuch

Seit Jahren lässt sich mit dem Sparbuch nichts mehr verdienen. So war es auch 2016. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro anlegt hat einen Gewinn von gerade mal 50 Euro – entsprechend von 0,05 Prozent gemacht. Immerhin verloren Anleger aber zumindest nominal – also ohne Berücksichtigung der Inflation – auch nichts.

Alle Angaben ohne Transaktionskosten. Stand 30.12.2016

Mexikanischer Peso

Dem mexikanischen Peso – dem zweitgrößten Verlierer der Hauptwährungen zum Euro – machte der Wahlsieg von Donald Trump zum US-Präsidenten zu schaffen. Kein Wunder, die USA sind Mexikos wichtigster Handelspartner, doch Trump will den Handel massiv besteuern und die Grenzen zu Mexiko dichter machen- auch wenn zuletzt vom dem im Wahlkampf propagierten Mauerbau nichts mehr zu hören war. Wer zu Jahresbeginn 100.000 Euro in mexikanischen Peso anlegt, verfügte Ende des Jahres jetzt nur noch über 89.510 Euro.

Britisches Pfund

Das knappe Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union schockte am 24. Juni Europa die ganze westliche Welt. Der britische Aktienmarkt erholte sich – wie auch andere europäische Börsen – von dem Schock zwar recht schnell und legte zweistellig zu. Doch das britische Pfund selbst steht weiter unter massivem Druck. Zum Euro hat es in diesem Jahr gut 13 Prozent verloren und damit so viel wie keine andere Hauptwährung. Aus 100.000 in Pfund investierten Euro wurden so nur noch 86.980 Euro.

Aktien China

Der Entwicklung der chinesischen Wirtschaft verunsichert Anleger weltweit seit anderthalb Jahren. Das spiegelt sich auch der Börse wider. Der Leitindex CSI 300, der die 300 größten Aktien Festlandchinas erfasst, verlor über elf Prozent. Da gleichzeitig der Yuan zum Euro weiter abwertete, bleiben Anlegern die 100.000 Euro in den Index investiert haben, nur 85.450Euro übrig.

Aktien Ägypten

In Ägypten gab die Zentralbank den Wechselkurs im November frei, das ägyptische Pfund stürzte ab. Der ägyptische Leitindex EGX 30 gewann zwar über 70 Prozent - Euro Anleger hatten aber am Jahresende von 100.000 investierten Euro nur noch 79.570 Euro übrig.

Aktien Ghana

Der Aktienindex der ebenfalls sehr kleinen Börse in Ghana, verlor ebenfalls stark. Von 100.000 Euro bleiben nur 77.840 Euro übrig. Die agrarisch strukturierte Wirtschaft des als Musterdemokratie auf dem Kontinent geltenden Landes, schrumpft. Das Land ist stark vom Export von Rohstoffen wie Gold, Öl, Kakao und Edelhölzern abhängig. Dabei steigen zwar im vergangenen Jahr viele Rohstoffpreise, doch der Kakaopreis brach um fast ein Drittel ein.

Aktien Nigeria

Deutsche Anleger, die 2016 an der kleinen nigerianischen Börse 100.000 Euro investierten, hatten Ende des Jahres nur noch 61.390 Euro auf dem Konto. Das lag vor allem daran, dass die Währung Naira im Sommer einbrach, nachdem die Zentralbank die Anbindung der heimischen Währung an den Dollar aufgab.

Wöchentlich werden bei der Handelsblatt-Umfrage zur Börsenstimmung mehr als 2.300 Anleger befragt. Daraus leitet Heibel, Inhaber des Analysehauses Animusx seine Einschätzungen ab, wie sich der Dax in den kommenden Handelstagen entwickeln könnte.

Doch das gestaltet sich derzeit schwierig. „Die Stimmung unter den Anlegern ist unverändert geblieben und weist wie in der Vorwoche eine Reihe von Widersprüchen auf“, erläutert er. Am vergangenen Montag war die Einschätzung richtig, dass Anleger abwarten werden: In der Folge hatte sich der deutsche Leitindex Dax nur seitwärts bewegt, das Handelsvolumen war vergleichsweise gering.

Laut Auswertung der aktuellen Umfrage erkennt nach wie vor knapp die Hälfte der Anleger eine Seitwärtsbewegung. Gut jeder Vierte (plus sieben Prozentpunkte gegenüber der Vorwoche) erkennt einen Aufwärtsimpuls im Dax; 19 Prozent fürchten jedoch, dass der aktuelle Stand bereits eine Topbildung markiert und der Leitindex bald schwächer notiert. Nur noch sechs Prozent sehen den Beginn eines Abwärtsimpulses.

Kommentare (1)

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Frau Annette Bollmohr

13.02.2017, 17:46 Uhr

Hier ein Tipp für alle, die sich die Frage stellen, wie man den Bullen nachhaltig auf die Sprünge helfen kann, d.h., wo eine wirklich nachhaltige Wirtschafts- UND Sicherheitspolitik ansetzen muss (und gleichzeitig mehr über die wirklichen Wurzeln des Terrors wissen wollen; hierbei ist unbedingt zu beachten, dass sich die allermeisten der den in folgendem Video gezeigten Verhältnissen ausgelieferten Menschen TROTZDEM hochanständig verhalten!):

http://one.ard.de/mediathek/player.jsp?vid=676381

(Infos zur Sendung: http://one.ard.de/sendungen/sendung.jsp?ID=73935657)

Zum besseren Verständnis der Zusammenhänge dazu noch ein kleiner Hinweis:
Gerade die reichen Golfstaaten (einschließlich Dubai, VAE und Saudi-Arabien) sind von Trumps Einreisedekret(en) NICHT betroffen (warum wohl?).

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