Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.08.2015

14:02 Uhr

Dax-Umfrage

Die Hoffnung stirbt zuletzt

VonJürgen Röder

Handelte es sich am Montag um den finalen, von Panik getriebenen Ausverkauf? Oder wird der Dax wieder längere Zeit benötigen, um zurück in den Rallymodus zu schalten? Eine exklusive Analyse beantwortet diese Frage.

Noch nie war seit dem Start der Handelsblatt-Umfrage im September 2014 der Pessimismus so hoch wie derzeit.

Dax-Anleger brauchen Geduld

Noch nie war seit dem Start der Handelsblatt-Umfrage im September 2014 der Pessimismus so hoch wie derzeit.

DüsseldorfNach dem Crash am Montag dieser Woche mit einem zwischenzeitlichen Minus in Höhe fast acht Prozent herrschte bereits am folgenden Dienstag Erleichterung an den Märkten. Das deutsche Börsenbarometer machte seine Verluste wieder vollständig wett. Der Schlusskurs am Freitag lag bei 10.124 Punkten, am gestrigen Dienstag schloss der Leitindex bei 10.128 Zählern. Zwischenzeitlich stand der Dax am Montagnachmittag bei 9.361 Punkten.

Die Frage, die viele Anleger beschäftigt: Handelte sich am Montag um den finalen, von Panik getriebenen Ausverkauf in der aktuellen Korrektur? Solche Ausverkäufe sind oft Einstiegschancen an den Aktienmärkten. Wie zum Beispiel im Oktober 2014, als das deutsche Börsenbarometer auf rund 8500 Zähler fiel. Börsenexperte Stephan Heibel schrieb damals: „Der Großteil der Korrektur liegt hinter uns“ und er sagte steigende Kurse voraus.

Dax-Sentiment: Vergleich Prognosen mit Indexverlauf

Börsenwoche 15.2. - 19.2.

Der Dax legte um 4,7 Prozent zu und beendete den Handel bei  9388 Punkten. Heibels Ratschlag am Montag (15.2.):  „Auf eine Bodenbildung mit anschließend weiter steigenden Kursen würde ich nur mit einem kleinen Betrag spekulieren“. Diese Investition sollten Anleger, falls die 9.300 Punkte im Dax nicht überwunden werden, schnell wieder auflösen.

Börsenwoche 8.2. - 12.2

Das deutsche Börsenbarometer verlor in der vergangenen Woche weitere 3,4 Prozent. Heibel sah am Montag (8.2.) aber nur eine sehr geringe Chance für einen weiteren Ausverkauf im Dax.

Börsenwoche 1.2. - 5.2.

Der Dax verlor 5, 2 Prozent. „Vieles deutet daraufhin, dass die Kurse weiterhin gen Süden driften, unterbrochen nur von kurzfristigen Gegenbewegungen“, sagte Stephan Heibel am Montag (1.2.).

Börsenwoche 25.1. - 29.1.

Der Dax kletterte leicht um 0,3 Prozent auf 9.798 Punkte.  Vor einer Woche warnte Stephan Heibel noch vor einer möglichen Abwärtsspirale. Diese könne, je länger die Baissephase an den Märkten dauere, eine eigene Dynamik entwickeln. „Noch ist es nicht soweit, doch wir werden diese Entwicklung aufmerksam verfolgen müssen“, sagte er am vergangenen Montag unter der Überschrift „Noch ist es nicht soweit“. (25.1.)

Börsenwoche 18.1. - 22.1.

Der Dax stieg um 2,3 Prozent. Heibels Erkenntnis am Montag (18.1.): Die Aktienbörsen sind nun in einer Baissephase. „Entsprechend dürften Kurssteigerungen in den kommenden Tagen nicht viel mehr als eine Zwischenerholung sein.“

Börsenwoche 11.1. -15.1

Der Dax stieg am Montag und Dienstag um mehr als 150 Punkte auf knapp 10.000 Zähler, rutschte  zum Wochenende aber wieder ab auf 9545 Punkte.  Heibels Prognose am Montag (11.): „Kurzfristig sorgt die maximale Niedergeschlagenheit der Anleger für eine moderate Gegenbewegung. Ob aus dieser Gegenbewegung eine Rally wird oder ob sie verpufft und neue Tiefs angesteuert werden, wird nach wie vor von der Entwicklung in China abhängen.“

Börsenwoche 14.12-18.12

Der Dax legte unter heftigen Schwankungen um 2,6 Prozent zu. Heibels Prognose am Montag (14.12.): „Das größere Überraschungspotential ist auf Seiten steigender Kurse zu sehen“.

Börsenwoche 7.12.-11.12

Der Dax verlor 3,8 Prozent. Der Volatilitätsindex VDax, der die Schwankungen des deutschen Leitindexes misst, stieg von 21 auf 27 Punkte. Heibels Prognose am Montag (7.12.): „Die Verunsicherung im Vorfeld der Entscheidung der US-Notenbank ist groß, so dass wir noch einige extrem volatile Tage erleben können. Entsprechend würde ich nicht alles auf eine Karte setzen, sondern mich für mehrere kleine Käufe bereithalten“.

Börsenwoche 30.11.-4.12

Der Dax verlor 4,8 Prozent. Am Montag (30.11.) kommentierte Stephan Heibel die Jubelstimmung so: „Je besser die Stimmung, desto leichter kann ein Pulverfass hochgehen“.

Börsenwoche 23.11. - 26.11

Der Dax rutschte am Montag (16.11.) ab, ehe eine Rally einsetzte. Der deutsche Leitindex  legte 3,8 Prozent zu. Am Montag (16..1) prognostizierte Stephan Heibel „heftige, aber begrenzte Korrekturen“, aber keinen nachhaltigen Kursrutsch.

Börsenwoche 9.11 - 13.11

Der Dax verlor in dieser Woche 2,5 Prozent. „Wer also von der gesunden Börsenverfassung profitieren möchte, braucht nun nicht mehr bei der kleinsten Korrektur zu kaufen“, lautet Heibels Ratschlag am Montag (9.11.). „Sie können sich mit Käufen meines Erachtens Zeit lassen, bis der Dax mal wieder fünf Prozent unter seinem vorhergehenden Hoch notiert“.

Börsenwoche 2.11. - 6.11.

Der Dax stieg um weitere 1,3 Prozent. Am Montag davor (2.11.) hatte Stephan Heibel  die Sommerkorrektur zu den Akten gelegt. Unter der Überschrift „Die Zuversicht schwindet“ war er der Auffassung, dass kurzfristige Rückschläge eine Kaufgelegenheit seien.

Börsenwoche 26.10 - 30.10

Der Dax stieg um 0,5 Prozent. Heibels Prognose am Montag (26.10): „Die Rally dürfte weiterlaufen“. Sein Ratschlag: „Ich halte es für Anleger für ratsam, auf dieser Welle mitzuschwimmen, bei Rückschlägen nachzukaufen, aber sämtliche Positionen mit großzügigen Stop-Loss-Kursen zu sichern“.

Börsenwoche 19.10. - 23.10.

Der Dax stieg um fast sieben Prozent und beendete den Handel bei über 10.800 Punkten. Heibels Prognose am Montag (19.10.): In den kommenden Tagen könnte der Dax bis auf 10.500 Punkte steigen. „Bei dieser Marke dürften wieder eine Reihe von Investoren ihre für viele Monate unter Wasser befindlichen Aktienpositionen auflösen und für eine weitere kleine Konsolidierung sorgen“.

Börsenwoche 12.10. - 16.10.

Der Dax blieb fast unverändert. Heibels Prognose am Montag (12.10.): „Eine Konsolidierung der erzielten Kursgewinne wird wahrscheinlich, dürfte jedoch nur kurze Zeit dauern“, sagt er. Es könnte sogar sein, dass der kleine Rücksetzer nur einen halben Handelstag dauert. „Im Wochenverlauf könnte die Rally durchaus noch höhere Kurse hervorbringen.“ Dass diese Rally aber nachhaltig ist, bezweifelte er.

 

Die andere Möglichkeit: Es wird längere Zeit brauchen und möglicherweise werden die Kurse noch tiefer fallen. Bevor die Aktienmärkte einen sogenannten Boden zu bilden, der die Grundlage für wieder steigende Kurse bildet.

Um solche Prognosen abzugeben, wertet Börsenexperte Heibel die wöchentliche Umfrage Dax-Sentiment auf Handelsblatt Online unter mehr als 2300 Anlegern aus. Diese Umfrage ermittelt die Börsenstimmung, also ob Anleger euphorisch oder pessimistisch eingestellt sind. Dies sind oft Kontraindikatoren. Weitere Prognosen, die bislang eine sehr hohe Trefferquote haben, finden Sie unter Vergleich Dax-Sentiment und Indexentwicklung.

Aufgrund der aktuellen Börsensituation erfolgte nun eine Sonderumfrage von Dienstagnachmittag bis Mittwochmittag. Weil sich die Frage „Kommt nun wieder die Erholung?“ nach der regulären Umfrage am Wochenende nicht beantworten ließ.

Als maßgeblichen Faktor für die Entscheidung, ob dieser Ausverkauf final war und die Grundlage für eine anschließende ordentliche Rally sein könnte, sieht Heibel die Zuversicht an, also die Einschätzung, welche Kurse die Anleger in einigen Monaten erwarten. Die vereinfachte Logik dahinter: Erst wenn der Zukunftsoptimismus eingebrochen ist, haben genügend Anleger ihre Aktien verkauft, damit wenige Käufer reichen, um die Kurse wieder nach oben treiben zu können.

Das Ergebnis der Sonderumfrage ist ernüchternd: „War’s das?“ fragen sich die meisten Anleger nun. „Nein, müssen wir aus dem Ergebnis der Umfrage folgern“, meint der Inhaber des Analysehauses Animusx. Noch immer herrsche keine Panik. Im Gegenteil: Die Zuversicht ist gegenüber der Umfrage am Wochenende um zwei Prozentpunkte auf 44 Prozent gestiegen, nur jeder siebter Teilnehmer fürchtet einen nachhaltigen Ausverkauf.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Helmut Metz

26.08.2015, 14:57 Uhr

Noch arbeiten die PPT´s ganz passabel.
Gestern geschrieben: Wie sieht die EUR/USD-Entwicklung aus? Und wie die Entwicklung beim DAX?
Und heute? Einbruch abgefangen durch Schaffung von Blitz-Liquidität (EUR sinkt gegen den USD, was die Currency-Carry-Trade-Pumpe antreibt).
Wir sind noch nicht im Mai 1945, wir sind bei der Ardennenoffensive, würde ich sagen...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×