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09.02.2015

15:52 Uhr

Dax-Umfrage

„Die Selbstgefälligkeit der Anleger ist gefährlich“

VonKatharina Schneider

Nach der Kursrally seit Jahresbeginn scheint vielen Anlegern die Sache doch zu heiß zu werden. Für die kommenden Wochen sind sie pessimistischer – doch genau das könnte ein Signal zum Kaufen sein.

Ihre Meinung zur Entwicklung an den Börsen ist gefragt. Getty Images

Ihre Meinung zur Entwicklung an den Börsen ist gefragt.

DüsseldorfDie Schuldenkrise und die Neuwahlen in Griechenland konnten der Stimmung der Dax-Anleger in den vergangenen Wochen nichts anhaben. Seit Jahresbeginn ist der deutsche Leitindex um zwischenzeitlich etwa zwölf Prozent nach oben geklettert. Doch seit dem neuesten Allzeithoch am vergangenen Dienstag geht es wieder leicht bergab.

In den Fokus der Investoren sind inzwischen auch weitere Krisenherde gerückt, so sorgte zu Wochenbeginn insbesondere die Ukraine-Krise für Kursverluste im Dax. Daneben bleibt auch Griechenland im Fokus: Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer sagte, es zeichne sich ein fauler Kompromiss ab. Dieser stärke die Reformgegner in anderen Problemländern wie Italien sowie Frankreich und verwandle die Währungsunion endgültig zu einer Transferunion.

„Nach einer Rally von zwölf Prozent seit Jahresbeginn ist die Selbstgefälligkeit der Anleger sehr groß“, sagt Stephan Heibel vom Analysehaus Animusx. „Der tief liegende Optimismus im Menschen wurde bedient.“ Auch, wenn der eine oder andere Anleger nicht voll investiert sei, so freue er sich doch über die erzielten Gewinne und sehe sich in seiner grundlegenden Anlagestrategie, in Aktien zu investieren, bestätigt. Zuletzt gaben dreiviertel der Anleger an, die Kursentwicklung so erwartet zu haben.

Heibel interpretiert die Ergebnisse des Handelsblatt-Dax-Sentiments, einer wöchentlichen Umfrage unter knapp 1500 Marktteilnehmern zur Börsenstimmung. „Das Lager derer, die in der aktuellen Entwicklung eine Seitwärtsbewegung sehen, hat in der vergangenen Woche den größten Zulauf erhalten (von plus fünf Prozent auf 17 Prozent)“, erklärt Heibel. Der Aufwärtsimpuls sei nach Meinung der Anleger zu Ende und acht Prozent seien aus diesem Lager abgewandert. „Die meisten Anleger sehen derzeit eine Topbildung (44 Prozent)“, so der Analyst.

Dax-Sentiment: Vergleich Prognosen mit Indexverlauf

Börsenwoche 15.2. - 19.2.

Der Dax legte um 4,7 Prozent zu und beendete den Handel bei  9388 Punkten. Heibels Ratschlag am Montag (15.2.):  „Auf eine Bodenbildung mit anschließend weiter steigenden Kursen würde ich nur mit einem kleinen Betrag spekulieren“. Diese Investition sollten Anleger, falls die 9.300 Punkte im Dax nicht überwunden werden, schnell wieder auflösen.

Börsenwoche 8.2. - 12.2

Das deutsche Börsenbarometer verlor in der vergangenen Woche weitere 3,4 Prozent. Heibel sah am Montag (8.2.) aber nur eine sehr geringe Chance für einen weiteren Ausverkauf im Dax.

Börsenwoche 1.2. - 5.2.

Der Dax verlor 5, 2 Prozent. „Vieles deutet daraufhin, dass die Kurse weiterhin gen Süden driften, unterbrochen nur von kurzfristigen Gegenbewegungen“, sagte Stephan Heibel am Montag (1.2.).

Börsenwoche 25.1. - 29.1.

Der Dax kletterte leicht um 0,3 Prozent auf 9.798 Punkte.  Vor einer Woche warnte Stephan Heibel noch vor einer möglichen Abwärtsspirale. Diese könne, je länger die Baissephase an den Märkten dauere, eine eigene Dynamik entwickeln. „Noch ist es nicht soweit, doch wir werden diese Entwicklung aufmerksam verfolgen müssen“, sagte er am vergangenen Montag unter der Überschrift „Noch ist es nicht soweit“. (25.1.)

Börsenwoche 18.1. - 22.1.

Der Dax stieg um 2,3 Prozent. Heibels Erkenntnis am Montag (18.1.): Die Aktienbörsen sind nun in einer Baissephase. „Entsprechend dürften Kurssteigerungen in den kommenden Tagen nicht viel mehr als eine Zwischenerholung sein.“

Börsenwoche 11.1. -15.1

Der Dax stieg am Montag und Dienstag um mehr als 150 Punkte auf knapp 10.000 Zähler, rutschte  zum Wochenende aber wieder ab auf 9545 Punkte.  Heibels Prognose am Montag (11.): „Kurzfristig sorgt die maximale Niedergeschlagenheit der Anleger für eine moderate Gegenbewegung. Ob aus dieser Gegenbewegung eine Rally wird oder ob sie verpufft und neue Tiefs angesteuert werden, wird nach wie vor von der Entwicklung in China abhängen.“

Börsenwoche 14.12-18.12

Der Dax legte unter heftigen Schwankungen um 2,6 Prozent zu. Heibels Prognose am Montag (14.12.): „Das größere Überraschungspotential ist auf Seiten steigender Kurse zu sehen“.

Börsenwoche 7.12.-11.12

Der Dax verlor 3,8 Prozent. Der Volatilitätsindex VDax, der die Schwankungen des deutschen Leitindexes misst, stieg von 21 auf 27 Punkte. Heibels Prognose am Montag (7.12.): „Die Verunsicherung im Vorfeld der Entscheidung der US-Notenbank ist groß, so dass wir noch einige extrem volatile Tage erleben können. Entsprechend würde ich nicht alles auf eine Karte setzen, sondern mich für mehrere kleine Käufe bereithalten“.

Börsenwoche 30.11.-4.12

Der Dax verlor 4,8 Prozent. Am Montag (30.11.) kommentierte Stephan Heibel die Jubelstimmung so: „Je besser die Stimmung, desto leichter kann ein Pulverfass hochgehen“.

Börsenwoche 23.11. - 26.11

Der Dax rutschte am Montag (16.11.) ab, ehe eine Rally einsetzte. Der deutsche Leitindex  legte 3,8 Prozent zu. Am Montag (16..1) prognostizierte Stephan Heibel „heftige, aber begrenzte Korrekturen“, aber keinen nachhaltigen Kursrutsch.

Börsenwoche 9.11 - 13.11

Der Dax verlor in dieser Woche 2,5 Prozent. „Wer also von der gesunden Börsenverfassung profitieren möchte, braucht nun nicht mehr bei der kleinsten Korrektur zu kaufen“, lautet Heibels Ratschlag am Montag (9.11.). „Sie können sich mit Käufen meines Erachtens Zeit lassen, bis der Dax mal wieder fünf Prozent unter seinem vorhergehenden Hoch notiert“.

Börsenwoche 2.11. - 6.11.

Der Dax stieg um weitere 1,3 Prozent. Am Montag davor (2.11.) hatte Stephan Heibel  die Sommerkorrektur zu den Akten gelegt. Unter der Überschrift „Die Zuversicht schwindet“ war er der Auffassung, dass kurzfristige Rückschläge eine Kaufgelegenheit seien.

Börsenwoche 26.10 - 30.10

Der Dax stieg um 0,5 Prozent. Heibels Prognose am Montag (26.10): „Die Rally dürfte weiterlaufen“. Sein Ratschlag: „Ich halte es für Anleger für ratsam, auf dieser Welle mitzuschwimmen, bei Rückschlägen nachzukaufen, aber sämtliche Positionen mit großzügigen Stop-Loss-Kursen zu sichern“.

Börsenwoche 19.10. - 23.10.

Der Dax stieg um fast sieben Prozent und beendete den Handel bei über 10.800 Punkten. Heibels Prognose am Montag (19.10.): In den kommenden Tagen könnte der Dax bis auf 10.500 Punkte steigen. „Bei dieser Marke dürften wieder eine Reihe von Investoren ihre für viele Monate unter Wasser befindlichen Aktienpositionen auflösen und für eine weitere kleine Konsolidierung sorgen“.

Börsenwoche 12.10. - 16.10.

Der Dax blieb fast unverändert. Heibels Prognose am Montag (12.10.): „Eine Konsolidierung der erzielten Kursgewinne wird wahrscheinlich, dürfte jedoch nur kurze Zeit dauern“, sagt er. Es könnte sogar sein, dass der kleine Rücksetzer nur einen halben Handelstag dauert. „Im Wochenverlauf könnte die Rally durchaus noch höhere Kurse hervorbringen.“ Dass diese Rally aber nachhaltig ist, bezweifelte er.

 

Für die kommenden drei Monate erwarten sie nun einen Abwärtsimpuls (36 Prozent). Das Lager der Pessimisten werde auch direkt von den Optimisten (20 Prozent) und den Neutralen (24 Prozent) genährt. Entsprechend wollten die meisten Anleger verkaufen (28 Prozent) und verglichen mit der Vorwoche nur noch wenige kaufen (22 Prozent).

„Man muss kein Hellseher sein, um nach zwölf Prozent Kursgewinn auch einmal mit einer Korrektur zu rechnen“, so Heibel. Auch die politischen Entwicklungen nähren diese Erwartung. Schließlich hätten die Verhandlungen mit Griechenland sowie der Konflikt mit Russland um die Ukraine-Krise eine Art Endspielcharakter. Doch Heibel schließt aus den Angaben der Anleger, dass genau das Gegenteil eintreten werde als diese erwarten: „Viele Anleger haben bereits Gewinne mitgenommen und sind unterinvestiert. Sie werden die heute begonnene Korrektur nicht verschärfen, denn sie haben nichts mehr zu verkaufen.“

Kommentare (8)

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Herr Peter Mühlbauer

09.02.2015, 16:16 Uhr

Ich will keinen Kommentar abgeben. Ich habe nur eine Frage.Wie kann es sein, daß vor zwei,drei Monaten Börsenanalysten von 13 000 bis 16 000 DAX Punkte bis Ende 2015 schwärmten, jetzt aber, vor genau 5 Minuten auf n-tv ein Börsenfachmann von 11 000 Punkte bis Ende 2015 spricht. Keine Ahnung ist das vorsätzliche Verdummung um die Leute ums Geld zu bringen (Provisionsvertrag) oder haben die wirklich keine blassen Schimmer von ihren Job.

Herr Tom Bauer

09.02.2015, 16:41 Uhr

Herr Mühlbauer, der allerletzte Punkt den Sie nannten trifft zu.

Andererseits ist es ggf. auch verkehrt von einem "Job" zu reden. Den wenn das jemand als Job könnte, dann wäre er längst Fantastillionär (um in der Sprache Onkel Dagoberts zu reden).
rsch
Nein, niemand weiß sicher irgendwas. Einzig geht es um Waheinlichkeiten bei (halbwegs) planbaren Geschäftsmodellen führender companies und der dann eintreffenden Wahrscheinlichkeit wie wohl diese Bewertung der companiy langfristig wohl aussieht.

Herr Peter Mühlbauer

09.02.2015, 17:10 Uhr

Herr Bauer. Rauchen kann tötlich sein. Steht auf jeder Zigarettenschachtel. Wieso steht unter den Börsenanalystenkommentaren nicht eine Einblendung (Spekulationen können mit finanzellen Verlusten enden)

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