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08.02.2016

10:16 Uhr

Dax-Umfrage

„Es bleibt winterlich kalt“

VonJürgen Röder

Obwohl die Aktienkurse seit Wochen nach unten rauschen, halten viele Banken an ihren positiven Ausblicken fest. Eine exklusive Analyse zur Stimmung unter den Anlegern zeigt: Ein Ende der Verluste ist nicht in Sicht.

Im Dax ist es zum Wochenbeginn noch ungemütlicher geworden.

Winterwetter

Im Dax ist es zum Wochenbeginn noch ungemütlicher geworden.

DüsseldorfDer Dax findet in diesem Jahr einfach keinen Halt: Seit Ende des vergangenen Jahres hat das deutsche Börsenbarometer mehr als 15 Prozent verloren, seit Anfang Dezember 2015 sogar mehr als 20 Prozent. Allein in der vergangenen Woche betrug das Minus 5,2 Prozent.

Am heutigen Montag rutschte der Index mit einem Minus von mehr als zwei Prozent sogar unter die Marke von 9100 Punkten. Auf solch einem niedrigen Niveau notierte der Dax zuletzt Ende 2014. Und ein Ende der Kursverluste ist offenbar nicht in Sicht.

So legen die Deutschen an

Sparbuch und Tagesgeld über alles

Deutsche Anleger bleiben ihrem Sparbuch sowie dem Tagesgeldkonto treu (77,3 Prozent) – und das obwohl zwei von drei Befragten davon ausgehen, dass das niedrige Zinsniveau in Europa noch mindestens drei bis fünf Jahre anhalten wird (65,4 Prozent). Auf dem zweiten Platz folgen Aktien bzw. Aktienfonds, in die 26,1 Prozent der Befragten investiert sind. Immobilien- oder Immobilienfondsanlagen halten 19,1 Prozent, Anleihen oder Rentenfonds 12,4 Prozent der Anleger. 9,5 Prozent der Befragten haben derzeit kein Geld in einer der genannten Anlageformen investiert.

 

Quelle: Goldman Sachs Asset Management/TNS Infratest (Oktober 2015)

Sicherheit ist Trumpf

Sicherheit bleibt unverändert das wichtigste Kriterium bei der Entscheidung über die eigene Geldanlage (61,8 Prozent). Die ständige Verfügbarkeit des Geldes ist 29,4 Prozent der Anleger am wichtigsten, eine hohe Rendite nannten lediglich 6,8 Prozent der Befragten als wichtigstes Kriterium.

Wirtschaftliche Krisen als größtes Risiko

Als größte Risiken für ihre Geldanlage sehen private Investoren wirtschaftliche Krisen (42,9 Prozent). Mit deutlichem Abstand folgen Inflation und politischen Krisen (22,1 Prozent bzw. 15,6 Prozent). Staatsverschuldung und Deflation spielen, wie im vergangenen Jahr, eine vergleichsweise untergeordnete Rolle.

Frustrierte Sparer, zufriedene Aktionäre

60,4 Prozent der Anleger, die ein Sparbuch oder Tagesgeldkonto haben, sind eher unzufrieden oder sogar äußerst unzufrieden mit ihrer Geldanlage. Mit ihren Erträgen bei Aktien/Aktienfonds, die gerade im aktuellen Niedrigzinsumfeld bessere Renditen versprechen, sind 69,2 Prozent sehr zufrieden oder eher zufrieden, mit Anleihen/Rentenfonds 62,7 Prozent. Am zufriedensten sind Immobilien- bzw. Immobilienfondsanleger mit ihren Erträgen: Hier geben über drei Viertel der Anleger an, sehr zufrieden oder eher zufrieden zu sein (78,4 Prozent).

„Vieles deutet daraufhin, dass die Kurse weiterhin gen Süden driften, unterbrochen nur von kurzfristigen Gegenbewegungen“, sagt Börsenexperte Stephan Heibel. Seiner Ansicht nach nutzen Spekulanten diese Gegenbewegungen, um ihre Positionen schnell wieder zu verkaufen. „Es bleibt winterlich kalt“, lautet sein Fazit. Für seine Prognosen wertet Heibel, Inhaber des Analysehauses Animusx, die wöchentliche Handelsblatt-Umfrage zur Börsenstimmung, Sentiment genannt, unter mehr als 2300 Anlegern aus.

Seine Erwartungen stehen im Gegensatz zu den vielen Banken und auch bekannten Vermögensverwaltern, die fast durchweg an ihren positiven Ausblicken festhalten. „Das wirtschaftliche Umfeld ist für Aktien günstig“, urteilen beispielsweise die Analysten des großen Fondshauses Fidelity. „Die Anlegerstimmung ist auf einem Niveau, das an Panik grenzt“, heißt es. Die Fonds haben ihre Aktienquote sogar erhöht.

Besonders mutig ist Paul Doyle, Leiter europäische Aktien bei Columbia Threadneedle. Er erkennt Chancen in zwei Branchen, die am stärksten gelitten haben. „Autos sind wegen der Chinasorgen und des VW-Skandals fast so billig bewertet wie noch nie“, urteilt er. Auch europäische Bankaktien, die seit der heißen Phase der Finanzkrise 2008 extrem gelitten haben, mag der Fondsmann.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

08.02.2016, 13:58 Uhr

Wie vorhergesagt, das arme Tier fliegt in Richtung 8300.

Herr Peter Lorenz

08.02.2016, 14:04 Uhr

Aktien sind alternativlos und Dividenden die neuen Zinsen. Das wird doch seit letztem Jahr so gepredigt. Nicht umsonst gab es den Tag der Aktie.

Herr Chris Woodley

08.02.2016, 14:09 Uhr

Bin gespannt auf den neuen Beitrag von Frau SCHWARZER ... Aktien sind alternativlos. ^^^^

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