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31.10.2016

14:02 Uhr

Dax-Umfrage

„Es fehlt ein zündender Funke“

VonJürgen Röder

Die Wahl des neuen US-Präsidenten ist das beherrschende Thema für Börsianer, die Unsicherheit ist derzeit groß. Eine exklusive Analyse zeigt, welche Auswirkungen das Votum auf die Aktienmärkte haben dürfte.

Kommt es nach den US-Wahlen zu einem Feuerwerk an die Aktienmärkten. Laut der Sentimentanalyse stehen die Zeichen für eine Jahresendrally gut.

US-Dollar

Kommt es nach den US-Wahlen zu einem Feuerwerk an die Aktienmärkten. Laut der Sentimentanalyse stehen die Zeichen für eine Jahresendrally gut.

DüsseldorfVor einer Woche schloss Sentimentexperte Stephan Heibel ein nachhaltiges Überspringen der 10.800 Punkte im Dax aus. Obwohl der Dax am Montag diese Marke überwand und damit ein neues Jahreshoch erreichte. Viele Anleger jubelten und freuten sich: Nun muss die Jahresendrally losgehen, oder?

Doch schon bei 10.810 Punkten war vor genau einer Woche Schluss. Am Dienstag früh folgte der nächste Versuch, diesmal ging es bis 10.823 Punkte. Doch erneut blieben Folgekäufe aus – genau wie Heibel im Rahmen der Sentimentanalyse vor einer Woche in Aussicht gestellt hatte. „Der Optimismus unter Vorbehalt, der sich nur auf eine begrenzte Zeit bezieht, dürfte zu Kursen über 10.800 Punkte schon bald für Gewinnmitnahmen sorgen“, sagte er am vergangenen Montag.

Basis für Heibels Prognosen ist die wöchentliche Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment unter mehr als 2300 Anlegern. Die Qualität seiner Vorhersagen ist sehr gut: So hatte der Inhaber des Analysehauses Animusx beispielsweise Mitte September 2016 zum schrittweisen Einstieg geraten, als der Dax bei 10.300 Punkten stand und sich anschließend deutlich erholte. Und Mitte Oktober hielt er nach einer Umfrage mit der Überschrift „Der Oktober-Crash fällt aus“ einen Dax-Rutsch unter die Marke von 10.200 Zählern für unwahrscheinlich, was sich ebenfalls als richtig erwies.

Aktuell spricht die Saisonalität nun für einen Ausbruch des Dax aus der mehrmonatigen Handelsspanne zwischen 10.200 und 10.800 Punkten nach oben. Und zwar jetzt. Von November bis April werden die größten Kursgewinne am Aktienmarkt erzielt, während in den Sommermonaten bis Oktober traditionell eher die Crashs kommen. Aber reicht denn der leichte Rückschlag im Dax vergangene Woche, um den Bullen genügend Munition für den nächsten Ausbruchsversuch zu liefern?

Die Stimmung hat laut der Umfrage vom Wochenende durch den gescheiterten Ausbruchsversuch einen Dämpfer bekommen. Nur noch 17 Prozent (minus zwölf Prozentpunkte gegenüber der Vorwoche) betrachten die aktuelle Bewegung im Dax als Aufwärtsimpuls, zwölf Prozent (plus sechs Prozentpunkte) sehen einen Abwärtsimpuls. Die meisten akzeptieren die Seitwärtsbewegung im Dax (plus sieben Prozentpunkte auf 59 Prozent).

Die große Neutralität in der Stimmung spiegelt sich auch in der Selbstzufriedenheit wider – ablesbar an den Antworten auf die Frage, ob sich die Erwartungen zum Dax in der vergangenen Woche erfüllt haben. Denn nur sieben Prozent (minus vier Prozentpunkte) der Umfrageteilnehmer geben an, auf diese Entwicklung im Dax spekuliert zu haben, zwölf Prozent (plus vier Prozentpunkte) wurden auf dem falschen Fuß erwischt.

Die meisten geben entsprechend ihrer neutralen Stimmung an, die Entwicklung so zum größten Teil (minus 15 Prozentpunkte auf 48 Prozent) oder kaum (plus 14 Prozentpunkte auf 33 Prozent) erwartet zu haben. „Damit zeigt sich zwar keine Verunsicherung unter den Anlegern, aber immerhin schon eine stark angeschlagene Selbstzufriedenheit“, erläutert Heibel.

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