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06.02.2017

13:43 Uhr

Dax-Umfrage

Frühes Rally-Ende verunsichert Anleger

VonJürgen Röder

Erreicht der Dax bald die Marke von 12.000 Punkten? Oder müssen Anleger in den nächsten Tagen mit deutlichen Korrekturen am Aktienmarkt rechnen? Es gibt ein Indiz, das die Antwort auf diese Fragen geben kann.

Börsen-Bericht

Börsianer wenig optimistisch – Das sind die Gründe

Börsen-Bericht: Börsianer wenig optimistisch – Das sind die Gründe

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DüsseldorfViele Anleger fragen sich nach dem Dax-Rücksetzer der vergangenen Woche: Ist die Rally nun beendet? Denn unmittelbar nachdem die Frankfurter Benchmark die Marke von 11.600 Punkten übersprang und anschließend mit 11.893 Zählern ein neues Jahreshoch markierte, fielen die Kurse. Der deutsche Leitindex verlor in der vergangenen Handelswoche 1,4 Prozent auf 11.651 Punkte.

Ist dieses Wochenminus nun die Konsolidierung vor dem endgültigen Kursanstieg in Richtung 12.000 Punkte? Oder müssen Anleger ein weiteres Abrutschen befürchten? Antworten auf diese Frage will Börsenexperte Stephan Heibel mithilfe der Auswertung der Handelsblatt-Umfrage „Dax-Sentiment“ beantworten.

Die schlechtesten Anlagen 2016

Sparbuch

Seit Jahren lässt sich mit dem Sparbuch nichts mehr verdienen. So war es auch 2016. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro anlegt hat einen Gewinn von gerade mal 50 Euro – entsprechend von 0,05 Prozent gemacht. Immerhin verloren Anleger aber zumindest nominal – also ohne Berücksichtigung der Inflation – auch nichts.

Alle Angaben ohne Transaktionskosten. Stand 30.12.2016

Mexikanischer Peso

Dem mexikanischen Peso – dem zweitgrößten Verlierer der Hauptwährungen zum Euro – machte der Wahlsieg von Donald Trump zum US-Präsidenten zu schaffen. Kein Wunder, die USA sind Mexikos wichtigster Handelspartner, doch Trump will den Handel massiv besteuern und die Grenzen zu Mexiko dichter machen- auch wenn zuletzt vom dem im Wahlkampf propagierten Mauerbau nichts mehr zu hören war. Wer zu Jahresbeginn 100.000 Euro in mexikanischen Peso anlegt, verfügte Ende des Jahres jetzt nur noch über 89.510 Euro.

Britisches Pfund

Das knappe Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union schockte am 24. Juni Europa die ganze westliche Welt. Der britische Aktienmarkt erholte sich – wie auch andere europäische Börsen – von dem Schock zwar recht schnell und legte zweistellig zu. Doch das britische Pfund selbst steht weiter unter massivem Druck. Zum Euro hat es in diesem Jahr gut 13 Prozent verloren und damit so viel wie keine andere Hauptwährung. Aus 100.000 in Pfund investierten Euro wurden so nur noch 86.980 Euro.

Aktien China

Der Entwicklung der chinesischen Wirtschaft verunsichert Anleger weltweit seit anderthalb Jahren. Das spiegelt sich auch der Börse wider. Der Leitindex CSI 300, der die 300 größten Aktien Festlandchinas erfasst, verlor über elf Prozent. Da gleichzeitig der Yuan zum Euro weiter abwertete, bleiben Anlegern die 100.000 Euro in den Index investiert haben, nur 85.450Euro übrig.

Aktien Ägypten

In Ägypten gab die Zentralbank den Wechselkurs im November frei, das ägyptische Pfund stürzte ab. Der ägyptische Leitindex EGX 30 gewann zwar über 70 Prozent - Euro Anleger hatten aber am Jahresende von 100.000 investierten Euro nur noch 79.570 Euro übrig.

Aktien Ghana

Der Aktienindex der ebenfalls sehr kleinen Börse in Ghana, verlor ebenfalls stark. Von 100.000 Euro bleiben nur 77.840 Euro übrig. Die agrarisch strukturierte Wirtschaft des als Musterdemokratie auf dem Kontinent geltenden Landes, schrumpft. Das Land ist stark vom Export von Rohstoffen wie Gold, Öl, Kakao und Edelhölzern abhängig. Dabei steigen zwar im vergangenen Jahr viele Rohstoffpreise, doch der Kakaopreis brach um fast ein Drittel ein.

Aktien Nigeria

Deutsche Anleger, die 2016 an der kleinen nigerianischen Börse 100.000 Euro investierten, hatten Ende des Jahres nur noch 61.390 Euro auf dem Konto. Das lag vor allem daran, dass die Währung Naira im Sommer einbrach, nachdem die Zentralbank die Anbindung der heimischen Währung an den Dollar aufgab.

Woche für Woche werden mehr als 2.300 Anleger unter anderem dazu befragt, wie sie die aktuelle Lage an der Börse beurteilen und welche Erwartungen sie an die künftige Kursentwicklung haben. Daraus leitet Heibel, Eigentümer des Analysehauses Animusx, Prognosen zur künftigen Börsenentwicklung ab. Oft sind sind es Kontraindikatoren: So sind eher verhaltene Erwartungen aus Sicht der Sentiment-Theorie gute Voraussetzungen für steigende Aktienkurse in diesem Börsenjahr. Denn es gilt: Je stärker die Skepsis an der Börse, desto größer das Lager der Kaufwilligen.

Hingegen rechnen bei einer euphorischen Stimmung fast alle Anleger mit weiter steigenden Kursen. Sind aber fast alle schon investiert und bereit zum Absprung, dann ist es höchste Zeit zu verkaufen. Umgekehrt ist jemand, der skeptisch ist und fallende Kurse erwartet, wohl noch nicht investiert – sonst hätte er ja bereits gekauft.

Ganz so einfach ist es allerdings nicht. Oft müssen weitere Indikatoren herangezogen werden, um ein aussagekräftiges Ergebnis zu erlangen.

Das gilt auch für das aktuelle Umfrageergebnis. Noch am vergangenen Montag stellte der Sentimentexperte eine große Euphorie fest. Ein Warnzeichen, das aber nicht zwangsläufig sofort zu fallenden Kursen führen muss.
„Der Aktienmarkt könnte diesem Indikator zufolge gut noch ein wenig weiter steigen“, meinte er vor einer Woche. Gleichzeitig warnte er aber auch vor den jüngst aus spekulativen Gründen eingestiegenen Tradern. Die dürften bald ihre Gewinne mitnehmen, und dann könnte ziemlich schnell eine Korrektur kommen.

Diese Trader haben in vergangenen Tagen tatsächlich ihre spekulativen Positionen schnell wieder verkauft und warten nun auf neue Signale, die über die künftige Richtung an den Aktienmärkten Aufschluss geben könnten. Die Euphorie ist entsprechend verflogen.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

06.02.2017, 14:17 Uhr

„Die schnellen Gewinnmitnahmen würden auch zum Verhalten des neuen US-Präsidenten Donald Trump passen, der jederzeit durch einen unüberlegten Tweet Branchen oder ganze Aktienmärkte zum Einsturz bringen kann“

Verschont uns bitte einfach mit Spekulationen, Prognosen und Umfragen. Macht mal wieder guten sachlichen Investigativjournalismus.

Herr Thomas Behrends

06.02.2017, 14:23 Uhr

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Herr Max Marx

06.02.2017, 14:40 Uhr

Ich Wette zur Zeit auf fallende DAX Kurse ... werde wieder mächtig absahnen.
Da muss ne Putzfrau 10 Jahre für arbeiten.

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