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19.01.2015

13:18 Uhr

Dax-Umfrage

„Für ein baldiges Rally-Ende fehlt die Euphorie“

VonJürgen Röder

Der Dax hat ein neues Rekordhoch markiert – doch die Mehrheit der Anleger will nun nicht mehr kaufen. Ist das die richtige Einstellung? Eine exklusive Analyse zeigt Chancen und Risiken in dieser Woche.

Ihre Meinung zur Entwicklung an den Börsen ist gefragt. Getty Images

Ihre Meinung zur Entwicklung an den Börsen ist gefragt.

DüsseldorfEndlich gibt es neue Höchstkurse im Dax. Sein neues Allzeithoch vom Freitag konnte der deutsche Leitindex mit 10308 Zähler am heutigen Montag noch einmal toppen. „Das wurde lange herbeigesehnt, entsprechend selbstgefällig und erleichtert ist die Stimmung unter den Anlegern nun“, sagt Stephan Heibel vom Analysehaus Animusx.

Grundlage für seine Aussage ist das aktuelle Handelsblatt-Dax-Sentiment, eine wöchentliche Umfrage unter knapp 1500 Marktteilnehmern zur Börsenstimmung. Und die zeigt, dass aufgrund der optimistischen Jahresprognosen die meisten Anleger die nun angelaufene Rally noch ein wenig mitmachen wollen. „Zum Kaufen ist es jedoch in den Augen der Mehrheit nun zu spät“, meint Heibel, der die wöchentlichen Umfrageergebnisse interpretiert.

Dax-Sentiment: Vergleich Prognosen mit Indexverlauf

Börsenwoche 15.2. - 19.2.

Der Dax legte um 4,7 Prozent zu und beendete den Handel bei  9388 Punkten. Heibels Ratschlag am Montag (15.2.):  „Auf eine Bodenbildung mit anschließend weiter steigenden Kursen würde ich nur mit einem kleinen Betrag spekulieren“. Diese Investition sollten Anleger, falls die 9.300 Punkte im Dax nicht überwunden werden, schnell wieder auflösen.

Börsenwoche 8.2. - 12.2

Das deutsche Börsenbarometer verlor in der vergangenen Woche weitere 3,4 Prozent. Heibel sah am Montag (8.2.) aber nur eine sehr geringe Chance für einen weiteren Ausverkauf im Dax.

Börsenwoche 1.2. - 5.2.

Der Dax verlor 5, 2 Prozent. „Vieles deutet daraufhin, dass die Kurse weiterhin gen Süden driften, unterbrochen nur von kurzfristigen Gegenbewegungen“, sagte Stephan Heibel am Montag (1.2.).

Börsenwoche 25.1. - 29.1.

Der Dax kletterte leicht um 0,3 Prozent auf 9.798 Punkte.  Vor einer Woche warnte Stephan Heibel noch vor einer möglichen Abwärtsspirale. Diese könne, je länger die Baissephase an den Märkten dauere, eine eigene Dynamik entwickeln. „Noch ist es nicht soweit, doch wir werden diese Entwicklung aufmerksam verfolgen müssen“, sagte er am vergangenen Montag unter der Überschrift „Noch ist es nicht soweit“. (25.1.)

Börsenwoche 18.1. - 22.1.

Der Dax stieg um 2,3 Prozent. Heibels Erkenntnis am Montag (18.1.): Die Aktienbörsen sind nun in einer Baissephase. „Entsprechend dürften Kurssteigerungen in den kommenden Tagen nicht viel mehr als eine Zwischenerholung sein.“

Börsenwoche 11.1. -15.1

Der Dax stieg am Montag und Dienstag um mehr als 150 Punkte auf knapp 10.000 Zähler, rutschte  zum Wochenende aber wieder ab auf 9545 Punkte.  Heibels Prognose am Montag (11.): „Kurzfristig sorgt die maximale Niedergeschlagenheit der Anleger für eine moderate Gegenbewegung. Ob aus dieser Gegenbewegung eine Rally wird oder ob sie verpufft und neue Tiefs angesteuert werden, wird nach wie vor von der Entwicklung in China abhängen.“

Börsenwoche 14.12-18.12

Der Dax legte unter heftigen Schwankungen um 2,6 Prozent zu. Heibels Prognose am Montag (14.12.): „Das größere Überraschungspotential ist auf Seiten steigender Kurse zu sehen“.

Börsenwoche 7.12.-11.12

Der Dax verlor 3,8 Prozent. Der Volatilitätsindex VDax, der die Schwankungen des deutschen Leitindexes misst, stieg von 21 auf 27 Punkte. Heibels Prognose am Montag (7.12.): „Die Verunsicherung im Vorfeld der Entscheidung der US-Notenbank ist groß, so dass wir noch einige extrem volatile Tage erleben können. Entsprechend würde ich nicht alles auf eine Karte setzen, sondern mich für mehrere kleine Käufe bereithalten“.

Börsenwoche 30.11.-4.12

Der Dax verlor 4,8 Prozent. Am Montag (30.11.) kommentierte Stephan Heibel die Jubelstimmung so: „Je besser die Stimmung, desto leichter kann ein Pulverfass hochgehen“.

Börsenwoche 23.11. - 26.11

Der Dax rutschte am Montag (16.11.) ab, ehe eine Rally einsetzte. Der deutsche Leitindex  legte 3,8 Prozent zu. Am Montag (16..1) prognostizierte Stephan Heibel „heftige, aber begrenzte Korrekturen“, aber keinen nachhaltigen Kursrutsch.

Börsenwoche 9.11 - 13.11

Der Dax verlor in dieser Woche 2,5 Prozent. „Wer also von der gesunden Börsenverfassung profitieren möchte, braucht nun nicht mehr bei der kleinsten Korrektur zu kaufen“, lautet Heibels Ratschlag am Montag (9.11.). „Sie können sich mit Käufen meines Erachtens Zeit lassen, bis der Dax mal wieder fünf Prozent unter seinem vorhergehenden Hoch notiert“.

Börsenwoche 2.11. - 6.11.

Der Dax stieg um weitere 1,3 Prozent. Am Montag davor (2.11.) hatte Stephan Heibel  die Sommerkorrektur zu den Akten gelegt. Unter der Überschrift „Die Zuversicht schwindet“ war er der Auffassung, dass kurzfristige Rückschläge eine Kaufgelegenheit seien.

Börsenwoche 26.10 - 30.10

Der Dax stieg um 0,5 Prozent. Heibels Prognose am Montag (26.10): „Die Rally dürfte weiterlaufen“. Sein Ratschlag: „Ich halte es für Anleger für ratsam, auf dieser Welle mitzuschwimmen, bei Rückschlägen nachzukaufen, aber sämtliche Positionen mit großzügigen Stop-Loss-Kursen zu sichern“.

Börsenwoche 19.10. - 23.10.

Der Dax stieg um fast sieben Prozent und beendete den Handel bei über 10.800 Punkten. Heibels Prognose am Montag (19.10.): In den kommenden Tagen könnte der Dax bis auf 10.500 Punkte steigen. „Bei dieser Marke dürften wieder eine Reihe von Investoren ihre für viele Monate unter Wasser befindlichen Aktienpositionen auflösen und für eine weitere kleine Konsolidierung sorgen“.

Börsenwoche 12.10. - 16.10.

Der Dax blieb fast unverändert. Heibels Prognose am Montag (12.10.): „Eine Konsolidierung der erzielten Kursgewinne wird wahrscheinlich, dürfte jedoch nur kurze Zeit dauern“, sagt er. Es könnte sogar sein, dass der kleine Rücksetzer nur einen halben Handelstag dauert. „Im Wochenverlauf könnte die Rally durchaus noch höhere Kurse hervorbringen.“ Dass diese Rally aber nachhaltig ist, bezweifelte er.

 

„Für ein baldiges Ende der Rally fehlt aber die Euphorie“, erläutert der Animusx-Geschäftsführer. Denn die Stimmung sei durchweg gemischt und verhalten, so dass tatsächlich eine Fortsetzung der Rally möglich ist. Das erwarten auch andere Börsenexperten. „Die Chancen für weitere Kursgewinne stehen gut für den Dax“, sagt  beispielsweise der technische Analyst Andreas Büchler.

Denn Euphorie ist aus Sentiment-Sicht ein Kontrainidikator, ein Indiz für bald fallende Kurse.  Anleger kennen die alte Börsenweisheiten: „Buy on bad news“ und „Sell on good news“. Was übersetzt heißen soll: Ist die Stimmung gut, sollte man Aktien verkaufen, ist hingegen die Stimmung schlecht, sollte man sie eher kaufen. Eben ganz im Sinne der Theorie von der gegensätzlichen Meinung („Contrarian Theory“).

Laut dieser Theorie ist allgemeine Meinungsbildung über Markttendenzen falsch. In einer euphorischen Börsenstimmung sind die meisten Anleger bereits investiert, für weitere Kurssteigerungen ist nur noch wenig Liquidität vorhanden. Bei einer schlechten Börsenstimmung hingegen halten viele Anleger Bargeld, das zu steigenden Kursen führt, sobald es wieder investiert wird.

Auswertungen von Sentiment-Umfragen bieten Anlegern eine Einschätzung, wie sich die Aktienmärkte entwickeln könnten. Und damit eine Orientierung für ihre Geldanlage. (siehe Vergleich Prognose und Indexentwicklung). „Es gibt kaum feste Kursmarken, die sich in den Köpfen der Anleger festgesetzt hätten, sodass auch diese Woche heftige Schwankungen schnell möglich sind“, lautete die Analyse in der vergangenen Woche.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

19.01.2015, 15:30 Uhr

Der Dax hat ein neues Rekordhoch markiert – doch die Mehrheit der Anleger will nun nicht mehr kaufen. Ist das die richtige Einstellung?

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In der Tierwelt...

da geht das Leittier voraus und alle andere hinterher...

und dieses sogar in den Abgrund !!!!!

Der DAX zeigt aktuell ähnliche Handlungsweisen !!!!!








Lukas Sickert

19.01.2015, 16:35 Uhr

"da geht das Leittier voraus und alle andere(n) hinterher..

und dieses sogar (bis) in den Abgrund!(eins reicht)"

Wären Sie mal dem Leitbullen ab der 7.000 gefolgt.
Dann wären Sie jetzt nicht so verbittert und müssten nicht dauernd so negative Kommentare schreiben.

Herr Peter Lorenz

19.01.2015, 18:11 Uhr

Angeblich keine Euphorie aber die Anleger kaufen, kaufen kaufen, obwohl sich das Umfeld nicht geändert hat. Lediglich wurde angekündigt, Staatsanleihen zu kaufen. Wie das aber jetzt einen Conti, einen BMW oder einen Adidas zu mehr Gewinn verhelfen soll, wird verschwiegen.

Interessanterweise gibt es für jeden Aufstieg und für jeden Abstieg eine oft widersprechende Begründung. Das scheint aber niemanden zu stören.

Als der DAX im Oktober einknickte, fand man schnell Gründe, wie die Krise in der Ukraine, die Sanktionen, die deutsche Unternehmen hart treffen (angeblich).

Als der DAX Anfang des Jahres einknickte, fürchteten laut HB die Anleger eine griechische Tragödie. Über das ganze Jahr hinweg belastete angeblich der niedrige Ölpreis die Wirtschaft. All diese Themen sind jedoch nicht vom Tisch. Ich glaube nicht, dass fundamentale Daten, wie sie jetzt als Argument missbraucht werden, für den starken Anstieg verantwortlich sind.

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