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22.06.2015

14:13 Uhr

Dax-Umfrage

„Griechenland-Drama birgt noch Überraschungspotenzial“

VonJürgen Röder

„Hurra, Hurra, endlich fällt eine Entscheidung zum Grexit“, denken offenbar viele Anleger. Entsprechend steigen sowohl Stimmung als auch Kurse. Doch die hohe Zuversicht ist gefährlich, wie eine exklusive Analyse zeigt.

Das Handelsblatt-Dax-Sentiment ist eine Umfrage zur Börsenstimmung unter mehr als 2300 Anlegern. Getty Images

Dax-Umfrage

Das Handelsblatt-Dax-Sentiment ist eine Umfrage zur Börsenstimmung unter mehr als 2300 Anlegern.

DüsseldorfDer Dax hat in der vergangenen Woche 1,4 Prozent verloren. Doch trotz der schlechten Lage erreicht die Stimmung unter den Anlegern ein neues Rekordniveau. Das zeigt die Auswertung des Handelsblatt-Dax-Sentiments, einer Umfrage unter mehr als 2200 Anlegern. Seit Herbst 2014 werden wöchentlich Anleger befragt, doch seitdem war der Optimismus mit aktuell bei 5,7 Prozent noch nie so hoch wie derzeit. In der Vorwoche lag dieser Wert bei 3,7 Prozent.

Denn knapp die Hälfte aller Anleger erwartet in drei Monaten einen Aufwärtsimpuls – ein Plus von neun Prozentpunkten gegenüber der Vorwoche. Nur noch 14 Prozent fürchten eine anhaltende Baisse. Zulauf hat das Lager der Optimisten von den zuvor neutral gestimmten Anlegern erhalten. Nur noch gut jeder fünfte Umfrageteilnehmer (minus sechs Prozentpunkte gegenüber der Vorwoche) glaubt an einen Seitwärtstrend.

Dax-Sentiment: Vergleich Prognosen mit Indexverlauf

Börsenwoche 15.2. - 19.2.

Der Dax legte um 4,7 Prozent zu und beendete den Handel bei  9388 Punkten. Heibels Ratschlag am Montag (15.2.):  „Auf eine Bodenbildung mit anschließend weiter steigenden Kursen würde ich nur mit einem kleinen Betrag spekulieren“. Diese Investition sollten Anleger, falls die 9.300 Punkte im Dax nicht überwunden werden, schnell wieder auflösen.

Börsenwoche 8.2. - 12.2

Das deutsche Börsenbarometer verlor in der vergangenen Woche weitere 3,4 Prozent. Heibel sah am Montag (8.2.) aber nur eine sehr geringe Chance für einen weiteren Ausverkauf im Dax.

Börsenwoche 1.2. - 5.2.

Der Dax verlor 5, 2 Prozent. „Vieles deutet daraufhin, dass die Kurse weiterhin gen Süden driften, unterbrochen nur von kurzfristigen Gegenbewegungen“, sagte Stephan Heibel am Montag (1.2.).

Börsenwoche 25.1. - 29.1.

Der Dax kletterte leicht um 0,3 Prozent auf 9.798 Punkte.  Vor einer Woche warnte Stephan Heibel noch vor einer möglichen Abwärtsspirale. Diese könne, je länger die Baissephase an den Märkten dauere, eine eigene Dynamik entwickeln. „Noch ist es nicht soweit, doch wir werden diese Entwicklung aufmerksam verfolgen müssen“, sagte er am vergangenen Montag unter der Überschrift „Noch ist es nicht soweit“. (25.1.)

Börsenwoche 18.1. - 22.1.

Der Dax stieg um 2,3 Prozent. Heibels Erkenntnis am Montag (18.1.): Die Aktienbörsen sind nun in einer Baissephase. „Entsprechend dürften Kurssteigerungen in den kommenden Tagen nicht viel mehr als eine Zwischenerholung sein.“

Börsenwoche 11.1. -15.1

Der Dax stieg am Montag und Dienstag um mehr als 150 Punkte auf knapp 10.000 Zähler, rutschte  zum Wochenende aber wieder ab auf 9545 Punkte.  Heibels Prognose am Montag (11.): „Kurzfristig sorgt die maximale Niedergeschlagenheit der Anleger für eine moderate Gegenbewegung. Ob aus dieser Gegenbewegung eine Rally wird oder ob sie verpufft und neue Tiefs angesteuert werden, wird nach wie vor von der Entwicklung in China abhängen.“

Börsenwoche 14.12-18.12

Der Dax legte unter heftigen Schwankungen um 2,6 Prozent zu. Heibels Prognose am Montag (14.12.): „Das größere Überraschungspotential ist auf Seiten steigender Kurse zu sehen“.

Börsenwoche 7.12.-11.12

Der Dax verlor 3,8 Prozent. Der Volatilitätsindex VDax, der die Schwankungen des deutschen Leitindexes misst, stieg von 21 auf 27 Punkte. Heibels Prognose am Montag (7.12.): „Die Verunsicherung im Vorfeld der Entscheidung der US-Notenbank ist groß, so dass wir noch einige extrem volatile Tage erleben können. Entsprechend würde ich nicht alles auf eine Karte setzen, sondern mich für mehrere kleine Käufe bereithalten“.

Börsenwoche 30.11.-4.12

Der Dax verlor 4,8 Prozent. Am Montag (30.11.) kommentierte Stephan Heibel die Jubelstimmung so: „Je besser die Stimmung, desto leichter kann ein Pulverfass hochgehen“.

Börsenwoche 23.11. - 26.11

Der Dax rutschte am Montag (16.11.) ab, ehe eine Rally einsetzte. Der deutsche Leitindex  legte 3,8 Prozent zu. Am Montag (16..1) prognostizierte Stephan Heibel „heftige, aber begrenzte Korrekturen“, aber keinen nachhaltigen Kursrutsch.

Börsenwoche 9.11 - 13.11

Der Dax verlor in dieser Woche 2,5 Prozent. „Wer also von der gesunden Börsenverfassung profitieren möchte, braucht nun nicht mehr bei der kleinsten Korrektur zu kaufen“, lautet Heibels Ratschlag am Montag (9.11.). „Sie können sich mit Käufen meines Erachtens Zeit lassen, bis der Dax mal wieder fünf Prozent unter seinem vorhergehenden Hoch notiert“.

Börsenwoche 2.11. - 6.11.

Der Dax stieg um weitere 1,3 Prozent. Am Montag davor (2.11.) hatte Stephan Heibel  die Sommerkorrektur zu den Akten gelegt. Unter der Überschrift „Die Zuversicht schwindet“ war er der Auffassung, dass kurzfristige Rückschläge eine Kaufgelegenheit seien.

Börsenwoche 26.10 - 30.10

Der Dax stieg um 0,5 Prozent. Heibels Prognose am Montag (26.10): „Die Rally dürfte weiterlaufen“. Sein Ratschlag: „Ich halte es für Anleger für ratsam, auf dieser Welle mitzuschwimmen, bei Rückschlägen nachzukaufen, aber sämtliche Positionen mit großzügigen Stop-Loss-Kursen zu sichern“.

Börsenwoche 19.10. - 23.10.

Der Dax stieg um fast sieben Prozent und beendete den Handel bei über 10.800 Punkten. Heibels Prognose am Montag (19.10.): In den kommenden Tagen könnte der Dax bis auf 10.500 Punkte steigen. „Bei dieser Marke dürften wieder eine Reihe von Investoren ihre für viele Monate unter Wasser befindlichen Aktienpositionen auflösen und für eine weitere kleine Konsolidierung sorgen“.

Börsenwoche 12.10. - 16.10.

Der Dax blieb fast unverändert. Heibels Prognose am Montag (12.10.): „Eine Konsolidierung der erzielten Kursgewinne wird wahrscheinlich, dürfte jedoch nur kurze Zeit dauern“, sagt er. Es könnte sogar sein, dass der kleine Rücksetzer nur einen halben Handelstag dauert. „Im Wochenverlauf könnte die Rally durchaus noch höhere Kurse hervorbringen.“ Dass diese Rally aber nachhaltig ist, bezweifelte er.

 

„Ich halte die hohe Zuversicht der Anleger für gefährlich“, meint Stephan Heibel, Inhaber des Analysehauses Animusx. Er wertet die Ergebnisse der wöchentlichen Handelsblatt-Erhebung mit ihren vier Fragen aus und interpretiert die Abstimmung. Dabei achtet er vor allem auf Kontraindikatoren. Sind Anleger beispielsweise zu euphorisch, weil sie weiterhin steigende Kurse erwarten? Oder auch zu selbstgefällig, weil sie die Kursgewinne genauso erwartet hatten?

Dies sind Kontraindikatoren und Indizien für fallende Kurse, weil die Anleger beispielsweise bei sehr großer Euphorie schon investiert sind und bei Kursrückschlägen die Käufer fehlen. Aus umgekehrter Sicht, wenn Anleger bei fallenden Kursen zu pessimistisch sind, gilt dies als Indiz für bald steigende Notierungen.

Für den Börsenexperten gilt nun: „ Im Gegensatz zur Vorwoche, als noch eine große Skepsis unter den Anlegern zu erkennen war, die einen größeren Ausverkauf verhinderte, birgt der hohe Optimismus nunmehr die Gefahr, dass viele Anleger auf dem falschen Fuß erwischt werden.“

Wie das Ergebnis des Griechenland-Dramas letztlich aussehen wird, dies sei schwer abzusehen. „Entsprechend birgt die Entwicklung noch großes Überraschungspotenzial“, so der Animusx-Chef. Doch einem nachhaltigen Ausverkauf an den Börsen stehe laut der Handelsblatt-Umfrage zufolge eine große Investitionsbereitschaft im Weg. Kurzfristig gibt der Börsenexperte sogar Entwarnung: „Vieles spricht dafür, dass wir diese Woche zunächst steigende Kurse im Dax sehen werden.“

Seine Prognosen können sich sehen lassen. (siehe auch Dax-Sentiment: Vergleich Prognosen mit Indexverlauf). In der vergangenen Woche hatte er unter der Überschrift „Anleger warten auf eine zweite Chance“ prognostiziert, dass der Großteil der Korrektur im Dax bereits beendet sei. 

Kommentare (3)

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22.06.2015, 16:07 Uhr

Ob Überraschung oder nicht, mir als Langfristanleger ist das egal. Wer wie ich seit 50 Jahren dabei ist, und nur die Primuse der Branchen, natürlich auch international, im Depot hat, der kann über die täglichen Schwankungen nur lächeln.
Div. kassieren und bei Schwäche nachkaufen, so schön ist das Leben als Rentner.

Herr Peter Spiegel

22.06.2015, 16:16 Uhr

Der nachgemachte Farmer hat es jetzt auch verstanden, das beruhigt doch.

Account gelöscht!

22.06.2015, 16:46 Uhr

Das ist natürlich das Plagiat, ich habe besseres zu tun!

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