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30.05.2016

15:05 Uhr

Dax-Umfrage

„Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen“

VonJürgen Röder

Wochenlang pendelte der deutsche Leitindex seitwärts – doch diese Phase ist beendet. Eine exklusive Analyse zeigt, ob die Kursgewinne der vergangenen Woche nur ein Strohfeuer oder ob sie nachhaltig sind.

Zwei kleine Plastikbullen stehen in der Börse in Frankfurt vor der Dax-Anzeigetafel: Laut der aktuellen Börsenstimmung stehen die Zeichen auf steigende Kurse. dpa

Dax schließt auf Rekordstand

Zwei kleine Plastikbullen stehen in der Börse in Frankfurt vor der Dax-Anzeigetafel: Laut der aktuellen Börsenstimmung stehen die Zeichen auf steigende Kurse.

DüsseldorfEs ist endlich so weit: Der Dax hat den wichtigen Widerstand bei 10.200 Punkte überwunden und ist damit aus der Handelsspanne der vergangenen Wochen mit der Unterstützungsmarke von 9800 Zählern nach oben ausgebrochen. Diese Tendenz zum Ausbruch nach oben hatte die Sentiment-Umfrage des Handelsblatts in den beiden vergangenen Wochen signalisiert. „Je länger diese Zottelbörse anhält, desto stärker dürfte der Ausbruch sein, der irgendwann erfolgen wird“, sagte Börsenexperte Stephan Heibel am vergangenen Montag. Er hielt einen Ausbruch nach unten, also unter die Marke von 9 800 Zählern, für unwahrscheinlich.

Basis für seine Einschätzung ist die wöchentliche Handelsblatt-Umfrage unter mehr als 2300 Anleger zur Ihrer Einschätzung der aktuellen Börsenlage. Die Ergebnisse bewertet anschließend Stephan Heibel, Inhaber des Analysehauses Animusx, und bietet dadurch Orientierung für die Geldanlage.

So legen die Deutschen an

Sparbuch und Tagesgeld über alles

Deutsche Anleger bleiben ihrem Sparbuch sowie dem Tagesgeldkonto treu (77,3 Prozent) – und das obwohl zwei von drei Befragten davon ausgehen, dass das niedrige Zinsniveau in Europa noch mindestens drei bis fünf Jahre anhalten wird (65,4 Prozent). Auf dem zweiten Platz folgen Aktien bzw. Aktienfonds, in die 26,1 Prozent der Befragten investiert sind. Immobilien- oder Immobilienfondsanlagen halten 19,1 Prozent, Anleihen oder Rentenfonds 12,4 Prozent der Anleger. 9,5 Prozent der Befragten haben derzeit kein Geld in einer der genannten Anlageformen investiert.

 

Quelle: Goldman Sachs Asset Management/TNS Infratest (Oktober 2015)

Sicherheit ist Trumpf

Sicherheit bleibt unverändert das wichtigste Kriterium bei der Entscheidung über die eigene Geldanlage (61,8 Prozent). Die ständige Verfügbarkeit des Geldes ist 29,4 Prozent der Anleger am wichtigsten, eine hohe Rendite nannten lediglich 6,8 Prozent der Befragten als wichtigstes Kriterium.

Wirtschaftliche Krisen als größtes Risiko

Als größte Risiken für ihre Geldanlage sehen private Investoren wirtschaftliche Krisen (42,9 Prozent). Mit deutlichem Abstand folgen Inflation und politischen Krisen (22,1 Prozent bzw. 15,6 Prozent). Staatsverschuldung und Deflation spielen, wie im vergangenen Jahr, eine vergleichsweise untergeordnete Rolle.

Frustrierte Sparer, zufriedene Aktionäre

60,4 Prozent der Anleger, die ein Sparbuch oder Tagesgeldkonto haben, sind eher unzufrieden oder sogar äußerst unzufrieden mit ihrer Geldanlage. Mit ihren Erträgen bei Aktien/Aktienfonds, die gerade im aktuellen Niedrigzinsumfeld bessere Renditen versprechen, sind 69,2 Prozent sehr zufrieden oder eher zufrieden, mit Anleihen/Rentenfonds 62,7 Prozent. Am zufriedensten sind Immobilien- bzw. Immobilienfondsanleger mit ihren Erträgen: Hier geben über drei Viertel der Anleger an, sehr zufrieden oder eher zufrieden zu sein (78,4 Prozent).

In der vergangenen Woche hat der deutsche Leitindex um 3,7 Prozent auf 10.286 Punkte zugelegt. Die gute Laune unter den Anlegern ist vor diesem Hintergrund sprunghaft angestiegen. Sämtliche Indikatoren der Handelsblatt-Umfrage legten stark zu.

Fast jeder dritte Anleger attestiert dem Dax derzeit einen Aufwärtsimpuls – ein Plus von 22 Prozentpunkten gegenüber der Vorwoche. Um die gleiche Zahl von Prozentpunkten ist das Lager der Bären gesunken. Nur noch neun Prozent sehen in der Entwicklung einen Abwärtsimpuls. Mit 46 Prozent stellt die deutliche Mehrheit einen Seitwärtsbewegung fest (minus acht Prozentpunkte). Schließlich notierte das deutschen Börsenbarometer noch vor sechs Tagen bei 10.421 Zählern.

Nach den heftigen Schwankungen der vergangenen Wochen ist die Selbstzufriedenheit der Anleger noch moderat. Nur 13 Prozent sehen ihre Erwartungen voll und ganz bestätigt, fast die Hälfte (plus zwölf Prozentpunkte gegenüber Vorwoche) fühlen sich „zum größten Teil“ bestätigt. Nur noch jeder Vierte (minus acht Prozentpunkte) sieht seine Erwartungen als kaum erfüllt an und immerhin 14 Prozent (minus sechs Prozentpunkte) wurden von der Rallye auf dem falschen Fuß erwischt.

Kommentare (8)

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Herr Otto Lehmann

30.05.2016, 17:36 Uhr

Nachhaltig ist nur eines, Schiffsbeteiligungen.
Aber natürlich nur in Doppelhüllen-Tanker. Das ist eine sichere Sache, denn die Frachtraten sind sicher, und ein geschlossener Fonds bietet keine Risiken.

Das hat mir mein Sparkassenfachwirt versprochen, und der muß es wissen.

Diese Anlagenform macht mich finanziell unabhängig, spart Steuern, und bietet mir einen mir zustehenden Lebensabend im Luxus.

Baron v. Fink

31.05.2016, 08:37 Uhr

Verehrte Troll, ich würde niemals Fonds kaufen und schon gar nicht bei einer Bank.
Tanker-Aktien oder auch Container-Aktien von Bermuda-Firmen kauft man in den USA oder wollen Sie bei Aufständen von transferberechtigten Unterschichten Teile Ihres sauer erspekulierten Vermögens verlieren ? Steuern spart man nicht, Herr Troll, sondern zahlt sie nicht, weil sie nicht erhoben werden können, dass werden Sie, mangels Ausbildung, nie verstehen.

Account gelöscht!

31.05.2016, 08:49 Uhr

Ob Original oder Plagiat, völlig wurscht.....sind doch Brüder im Geiste.....LOL

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