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27.06.2016

16:41 Uhr

Dax-Umfrage nach Brexit-Votum

Angst und Panik unter den Anlegern

VonJürgen Röder

Zehn Prozent verlor der Dax zum Handelsstart am Freitag, bis anschließend eine Gegenbewegung einsetze. Ist nun das Schlimmste an den Aktienmärkten vorbei? Eine exklusive Analyse zeigt, wie es an den Börsen weitergeht.

Die Auswertung der aktuellen Handelsblatt-Umfrage zur Börsenstimmung zeigt: Die Kurse dürften weiter abrutschen.

Dax-Umfrage

Die Auswertung der aktuellen Handelsblatt-Umfrage zur Börsenstimmung zeigt: Die Kurse dürften weiter abrutschen.

DüsseldorfDas Votum der Briten hat alle Erwartungen auf den Kopf gestellt. Zum einen fand die Rally, die im Falle eines EU-Verbleibs von Großbritannien erwartet wurde, bereits vor der Abstimmung statt. Und als das Königreich für einen Abschied aus der Europäischen Union stimmte, folgte ein Ausverkauf an den Märkten. „Aufgrund des inzwischen übergroßen Optimismus halte ich eine Rally für kurzlebig, die derzeit große Verunsicherung dürfte meiner Einschätzung nach nicht für länger anhaltende Kurssteigerungen reichen“, schrieb Sentimentexperte Stephan Heibel am vergangenen Montag.

Heibel, Inhaber des Analysehauses Animusx, wertet für seine Prognosen zur künftigen Dax-Entwicklung die Ergebnisse der wöchentlichen Handelsblatt-Umfrage unter mehr als 2.300 Anlegern aus. Diese Umfrage ermittelt die Börsenstimmung, also ob Anleger die aktuelle und die künftige Entwicklung positiv oder negativ beurteilen. In vielen Fällen sind die Ergebnisse Kontraindikatoren.

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Vereinfacht gesagt: Wenn die Anleger zu euphorisch sind, ist dies ein Indiz für bald fallende Kurse. Konkrete Erwartungen zu künftigen Börsenentwicklung lassen sich aber nur ableiten, wenn man die Antworten zu allen vier Fragen, aus denen die Erhebung besteht, zusammen auswertet.

Die entscheidende Frage, die Anleger nun umtreibt: Bildet der Ausverkauf nach dem Brexit-Votum die Basis für eine nachhaltige Rally? Oder müssen Anleger nun Schlimmeres befürchten? Die Auswertung der aktuellen Umfrage gibt dazu deutliche Hinweise.

Die Schwärzesten Tage des Dax: 2008-2015

06. Oktober 2008

Für den Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate muss binnen einer Woche ein zweites Rettungspaket geschnürt werden. Der Dax verliert sieben Prozent.

08. Oktober 2008

Im Sog der Finanzkrise stürzt der Nikkei -Index um über neun Prozent ab. Der Dax verliert bis zu neun Prozent. Nach einer konzertierten Zinssenkungsrunde der großen Notenbanken erholen sich die Kurse nur leicht. Der Dax schließt mit einem Minus von sechs Prozent.

10. Oktober 2008

Rezessionsängste angesichts der Finanzkrise drücken den Nikkei-Index um zehn Prozent. Der Dax verliert ebenfalls sieben Prozent.

24. Oktober 2008

Ein erneuter Absturz der Tokioter Börse drückt den Dax in der Spitze um über elf Prozent.

8. August 2011

Nachdem die USA bei der Ratingagentur Standard & Poor's ihre Bestnote als Kreditnehmer verlieren, brechen die Kurse ein: Der Dax verliert rund fünf Prozent.

5. September 2011

Die Furcht der Anleger vor einer weltweiten Rezession und einer Ausweitung der Schuldenkrise in der Euro-Zone drückt den Dax um 5,3 Prozent ins Minus.

1. November 2011

Der Dax verliert rund fünf Prozent. Auslöser ist die überraschende Ankündigung einer Volksabstimmung in Griechenland über ein Rettungspaket.

29. Juni 2015

Das Scheitern der Gespräche zur Lösung der Schuldenkrise in Griechenland und die überraschende Ansetzung einer Volksabstimmung über die Forderungen der Gläubiger drückt den Dax gleich im frühen Handel um 4,6 Prozent auf 10.964,24 Punkte.

24. August 2015

Die Furcht vor einem deutlichen Konjunktureinbruch in China drückt den Dax erstmals seit Mitte Januar wieder unter die Marke 10.000 Punkten. Der Leitindex fällt um bis zu 3,6 Prozent auf 9760 Zähler.

Angst und Panik ist in der kurzfristigen Stimmung der Anleger abzulesen. 60 Prozent betrachten die aktuelle Entwicklung im Dax als Abwärtsimpuls, ein Zuwachs von elf Prozentpunkten gegenüber der Vorwoche. Nur noch 19 Prozent (minus fünf Prozentpunkte) sehen darin eine übergeordnete Seitwärtsbewegung. Das Sentiment ist mit ist minus 5,5 Prozent so schlecht wie zuletzt im Februar 2016, als der Dax unter 9.000 Punkte rutschte.

Kommentare (15)

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Novi Prinz

27.06.2016, 17:03 Uhr

Zeit zum Einsteigen ist , wenn der Zug hält .

Baron v. Fink

27.06.2016, 17:04 Uhr

Aha, hätten die Herrschaften Tanker-Aktien gekauft, dann wären sie satt im Plus
und könnten Dividenden steuerfrei in Dollar kassieren.

Baron v. Fink

27.06.2016, 17:25 Uhr


Cameron: Großbritannien stellt vorerst keinen Antrag auf EU-Austritt............

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