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15.02.2016

16:07 Uhr

Dax-Umfrage

Nachhaltige Rally oder neuer Ausverkauf?

VonJürgen Röder

Die Stimmung unter den Investoren hat sich gewandelt. Es gibt erste Anzeichen, dass die Kursgewinne seit Freitag nachhaltig sein könnten. Eine exklusive Analyse zeigt, wie Anleger nun kurzfristig handeln können.

Börse Stuttgart

Thema der Woche: Nikkei treibt DAX an

Börse Stuttgart: Thema der Woche: Nikkei treibt DAX an

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DüsseldorfVor einer Woche gab es für den Börsenexperten Stephan Heibel nur eine sehr geringe Chance für einen weiteren Ausverkauf im Dax. Die Realität sah aber anders aus: Das deutsche Börsenbarometer verlor in der vergangenen Woche weitere 3,4 Prozent.

„So schnell kann es manchmal gehen: Während viele Analysten, Banken und andere unabhängige Vermögensverwalter auch bei 12.300 Punkten noch die Alternativlosigkeit von Aktien betonten, hat sich das Bild deutlich gedreht“, sagt Markus Schön, Geschäftsführer Deutsche Vorsorge Asset Management. Aus der Alternativlosigkeit von Aktien sei eine aktienlose Alternative bestehend aus deutschen Staatsanleihen, Schweizer Franken und Gold geworden. „Anleger haben in der hinter uns liegenden Handelswoche vielfach ausschließlich sichere Häfen angesteuert“, lautet seine Bilanz.

Gründe für den Kursverfall

Stimmung

Seit Anfang 2016 verlieren Aktien weltweit massiv an Wert. Viele negative Treiber setzen ihnen zu. Ein Beispiel: Chinas Wirtschaft wächst so langsam wie seit 25 Jahren nicht mehr. Und in keinem westlichen Industrieland sind die Unternehmen so abhängig vom Boom Chinas wie in Deutschland. Die Dax-Konzerne erzielen dort immerhin knapp 14 Prozent ihrer Umsätze.

Rohstoffpreise

Schwellen- und Rohstoffländer wie Brasilien und Russland leiden massiv unter dem Verfall der Rohstoffpreise. Russlands Wirtschaft schrumpfte deshalb 2015 um 3,7 Prozent. Besserung ist nicht in Sicht. Währungsturbulenzen verstärken die Rezessionsgefahren in den Schwellenländern.

Bankaktien

Europaweit brechen die Kurse der Finanztitel ein. Anleger spekulieren auf Schieflagen angesichts ausfallender Kredite im Ölsektor. Diese Sorgen ziehen den Gesamtmarkt nach unten.

Marktzyklus

Sieben Jahre lang sind die Aktienkurse bis 2015 gestiegen. Es ist eine der längsten Haussen in der Geschichte. Im siebten Jahr trat der weltweit wichtigste Börsenindex, Amerikas S & P 500, auf der Stelle – genauso wie zum Ende der Hausse in den Jahren 2000 und 2007. Analysten sprechen von einer Gipfelbildung, die Trendwenden vorausgeht. Seitdem hat der S & P 15 Prozent verloren. Der Aufwärtstrend ist gebrochen. Die sinkende 200-Tage-Linie komplettiert das baisseträchtige Bild.

Für Heibel waren die Verkäufer in der vergangenen Woche „insbesondere ausländische Anleger, die vor dem Hintergrund der Turbulenzen im Sektor der deutschen und französischen Banken ihre Europa-Engagement herunterfuhren“.

Basis für seine Dax-Prognosen ist die wöchentliche Handelsblatt-Umfrage zur Börsenstimmung unter mehr als 2300 Anlegern. Der Inhaber des Analysehauses Animusx betrachtet die Ergebnisse vor allem als Kontraindikatoren. Vereinfacht gesagt: Sind Anleger zu pessimistisch, ist das eher ein Indiz für bald steigende Kurse. Weil dann viele ihre Aktien bereits verkauft haben und neue Käufe schnell zu höheren Kursen führen.

Der fortgesetzte Ausverkauf hat bei der jüngsten Umfrage deutliche Spuren in der Stimmung der Anleger hinterlassen. Zwei Drittel der Teilnehmer sehen den Dax derzeit in einem Abwärtsimpuls, drei Prozentpunkte mehr als noch vor einer Woche. Jeder Vierte hofft auf eine Bodenbildung, die ein Ende der massiven Verkäufe bedeuten würde.

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