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05.09.2016

14:12 Uhr

Dax-Umfrage

Notenbanker lähmen Anleger – doch die Zuversicht wächst

VonMatthias Streit

Der Börsensommer geht zu Ende. Die Anleger halten sich angesichts anstehender Notenbankentscheidungen mit Käufen zurück. Doch je länger aber die Seitwärtsbewegung im Dax anhält, desto größer wird ihre Zuversicht.

Wird die EZB ihre geldpolitischen Maßnahmen weiter ausweiten – und damit auch indirekt die Aktienmärkte stimulieren? dpa

Zentrale der Europäischen Zentralbank in Frankfurt

Wird die EZB ihre geldpolitischen Maßnahmen weiter ausweiten – und damit auch indirekt die Aktienmärkte stimulieren?

FrankfurtDie große Frage der Woche lautet: Was macht die Europäische Zentralbank (EZB)? Am Donnerstag kommen die Notenbanker erstmals nach der Sommerpause zur Ratssitzung zusammen. Eine expansivere Geldpolitik scheint durchaus in Reichweite. Schließlich hatte Mario Draghi im Juli, also vor der Sommerpause, angekündigt, dass er zu weiterem Handeln bereit sei. Zuletzt lag die Inflationsrate im August mit 0,2 Prozent weit unter dem EZB-Ziel von zwei Prozent. Die Frage ist: Was wird und kann Draghi tun?

Das treibt auch die Anleger um. Schließlich haben die Entscheidungen der Notenbanken einen erheblichen Einfluss auf die Aktienmärkte. Auf der Handelsblatt-Tagung „Banken im Umbruch“ beklagte etwa UBS-Verwaltungsratspräsident Axel Weber, dass sich die Märkte derzeit im Griff der Notenbanken befänden. Dazu trügen nicht zuletzt ihre massiven Anleihekaufprogramme bei. Sobald sich eine Umkehr der ultralockeren Geldpolitik in den Industriestaaten ankündige, wie etwa in den USA, reagiere der Aktienmarkt mit fallenden Kursen.

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Der UBS-Verwaltungsratschef spricht auf der Handelsblatt-Tagung „Banken im Umbruch“ von überforderten Finanzmärkten, kritisiert das kurzfristige Denken der Geldpolitik und will ein Europa vieler Geschwindigkeiten.

Aus den USA kamen am Freitag indes schwache Arbeitsmarktdaten. Statt um 180.000 Stellen ist die US-Wirtschaft nur um 150.000 gewachsen. Das Gros der Anleger hakt damit eine Zinserhöhung im September ab. Sie rechnen allenfalls im Dezember mit dem nächsten Zinsschritt. Für den deutschen Aktienmarkt wirkte sich dies positiv aus. Der Dax legte am Freitag rund 1,4 Prozent auf 10.684 Punkte zu. Im Wochenverlauf steht ein Plus von 0,9 Prozent zu Buche. „Dem Wunsch nach günstigen Kaufkursen wurde vorerst nicht entsprochen“, erklärt so auch Stephan Heibel.

Der Inhaber des Analysehauses Animusx wertet für seine Prognosen zur künftigen Dax-Entwicklung die Ergebnisse der wöchentlichen Handelsblatt-Umfrage unter mehr als 2.300 Anlegern aus. Diese Umfrage ermittelt die Börsenstimmung, also ob Anleger die aktuelle und die künftige Entwicklung positiv oder negativ beurteilen.

Die Stimmung unter den Anlegern fasst Heibel im Moment mit einem Satz zusammen: „Okay, einigen wir uns auf unentschieden.“ Denn fast zwei Drittel der Anleger meint, dass sich der Dax in einer Seitwärtsbewegung befindet. Nur noch jeder Zehnte glaubt an einen Abschwung, jeder Siebte an einen Aufschwung. „Nachdem vor einer Woche unsere Umfrageteilnehmer in Scharen ihre gute Laune für abgefeiert erklärten und ins Lager der Neutralen wechselten, haben in dieser Woche viele ihre Depri-Phase beendet“, erklärt Heibel.

In welcher Zyklusphase befinden sich die Märkte Ihrer Meinung nach aktuell?


Die Sommertemperaturen der vergangenen Wochen hätten vielleicht auch dazu geführt, dass die Anleger offenbar keine wirklichen Entscheidungen mehr treffen wollen. Die Stimmung ist neutral, und die Anleger sind im Moment ziemlich zufrieden mit sich selbst. Fast zwei Drittel der Befragten sehen ihre Erwartungen entweder voll und ganz oder größtenteils erfüllt. 28 Prozent halten ihre Erwartungen für kaum erfüllt. Acht Prozent sagen, sie wurden auf dem falschen Fuß erwischt. Für Heibel zeichnet sich damit ein typisches Bild im Sommerloch.

Haben sich Ihre Erwartungen zum Dax in der vergangenen Woche erfüllt?


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