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14.09.2015

14:49 Uhr

Dax-Umfrage

Ruhe vor dem großen Sturm

VonJürgen Röder

Die Stimmung der Anleger hat sich wieder beruhigt – doch das dürfte sich bald ändern. Nach dem Zinsentscheid der US-Notenbank favorisiert Börsenexperte Stephan Heibel zwei unterschiedliche Szenarien.

Das Handelsblatt-Dax-Sentiment ist eine Umfrage zur Börsenstimmung unter mehr als 2300 Anlegern. Getty Images

Dax-Umfrage

Das Handelsblatt-Dax-Sentiment ist eine Umfrage zur Börsenstimmung unter mehr als 2300 Anlegern.

DüsseldorfAm vergangenen Montag prognostizierte Börsenexperte Stephan Heibel: „Das hohe Verkaufsinteresse spricht vorerst gegen eine nachhaltige Rally“. Unter der Überschrift „Anleger sind depressiv“ waren seiner Ansicht nach bevorzugte Verkaufsmarken im Bereich zwischen 10.600 und 10.800 Punkten. Hoher dürfte der Dax in dieser Handelswoche nicht steigen, so seine Erwartung.

Ein passendes Bild zu dieser Prognose gab der deutsche Leitindex in den vergangenen Handelstagen auch ab. Er stieg am vergangenen Mittwoch auf maximal 10.512 Zähler, ehe die Verkäufe das deutsche Börsenbarometer wieder in Richtung 10.000 Punkte schickten.

Dax-Sentiment: Vergleich Prognosen mit Indexverlauf

Börsenwoche 15.2. - 19.2.

Der Dax legte um 4,7 Prozent zu und beendete den Handel bei  9388 Punkten. Heibels Ratschlag am Montag (15.2.):  „Auf eine Bodenbildung mit anschließend weiter steigenden Kursen würde ich nur mit einem kleinen Betrag spekulieren“. Diese Investition sollten Anleger, falls die 9.300 Punkte im Dax nicht überwunden werden, schnell wieder auflösen.

Börsenwoche 8.2. - 12.2

Das deutsche Börsenbarometer verlor in der vergangenen Woche weitere 3,4 Prozent. Heibel sah am Montag (8.2.) aber nur eine sehr geringe Chance für einen weiteren Ausverkauf im Dax.

Börsenwoche 1.2. - 5.2.

Der Dax verlor 5, 2 Prozent. „Vieles deutet daraufhin, dass die Kurse weiterhin gen Süden driften, unterbrochen nur von kurzfristigen Gegenbewegungen“, sagte Stephan Heibel am Montag (1.2.).

Börsenwoche 25.1. - 29.1.

Der Dax kletterte leicht um 0,3 Prozent auf 9.798 Punkte.  Vor einer Woche warnte Stephan Heibel noch vor einer möglichen Abwärtsspirale. Diese könne, je länger die Baissephase an den Märkten dauere, eine eigene Dynamik entwickeln. „Noch ist es nicht soweit, doch wir werden diese Entwicklung aufmerksam verfolgen müssen“, sagte er am vergangenen Montag unter der Überschrift „Noch ist es nicht soweit“. (25.1.)

Börsenwoche 18.1. - 22.1.

Der Dax stieg um 2,3 Prozent. Heibels Erkenntnis am Montag (18.1.): Die Aktienbörsen sind nun in einer Baissephase. „Entsprechend dürften Kurssteigerungen in den kommenden Tagen nicht viel mehr als eine Zwischenerholung sein.“

Börsenwoche 11.1. -15.1

Der Dax stieg am Montag und Dienstag um mehr als 150 Punkte auf knapp 10.000 Zähler, rutschte  zum Wochenende aber wieder ab auf 9545 Punkte.  Heibels Prognose am Montag (11.): „Kurzfristig sorgt die maximale Niedergeschlagenheit der Anleger für eine moderate Gegenbewegung. Ob aus dieser Gegenbewegung eine Rally wird oder ob sie verpufft und neue Tiefs angesteuert werden, wird nach wie vor von der Entwicklung in China abhängen.“

Börsenwoche 14.12-18.12

Der Dax legte unter heftigen Schwankungen um 2,6 Prozent zu. Heibels Prognose am Montag (14.12.): „Das größere Überraschungspotential ist auf Seiten steigender Kurse zu sehen“.

Börsenwoche 7.12.-11.12

Der Dax verlor 3,8 Prozent. Der Volatilitätsindex VDax, der die Schwankungen des deutschen Leitindexes misst, stieg von 21 auf 27 Punkte. Heibels Prognose am Montag (7.12.): „Die Verunsicherung im Vorfeld der Entscheidung der US-Notenbank ist groß, so dass wir noch einige extrem volatile Tage erleben können. Entsprechend würde ich nicht alles auf eine Karte setzen, sondern mich für mehrere kleine Käufe bereithalten“.

Börsenwoche 30.11.-4.12

Der Dax verlor 4,8 Prozent. Am Montag (30.11.) kommentierte Stephan Heibel die Jubelstimmung so: „Je besser die Stimmung, desto leichter kann ein Pulverfass hochgehen“.

Börsenwoche 23.11. - 26.11

Der Dax rutschte am Montag (16.11.) ab, ehe eine Rally einsetzte. Der deutsche Leitindex  legte 3,8 Prozent zu. Am Montag (16..1) prognostizierte Stephan Heibel „heftige, aber begrenzte Korrekturen“, aber keinen nachhaltigen Kursrutsch.

Börsenwoche 9.11 - 13.11

Der Dax verlor in dieser Woche 2,5 Prozent. „Wer also von der gesunden Börsenverfassung profitieren möchte, braucht nun nicht mehr bei der kleinsten Korrektur zu kaufen“, lautet Heibels Ratschlag am Montag (9.11.). „Sie können sich mit Käufen meines Erachtens Zeit lassen, bis der Dax mal wieder fünf Prozent unter seinem vorhergehenden Hoch notiert“.

Börsenwoche 2.11. - 6.11.

Der Dax stieg um weitere 1,3 Prozent. Am Montag davor (2.11.) hatte Stephan Heibel  die Sommerkorrektur zu den Akten gelegt. Unter der Überschrift „Die Zuversicht schwindet“ war er der Auffassung, dass kurzfristige Rückschläge eine Kaufgelegenheit seien.

Börsenwoche 26.10 - 30.10

Der Dax stieg um 0,5 Prozent. Heibels Prognose am Montag (26.10): „Die Rally dürfte weiterlaufen“. Sein Ratschlag: „Ich halte es für Anleger für ratsam, auf dieser Welle mitzuschwimmen, bei Rückschlägen nachzukaufen, aber sämtliche Positionen mit großzügigen Stop-Loss-Kursen zu sichern“.

Börsenwoche 19.10. - 23.10.

Der Dax stieg um fast sieben Prozent und beendete den Handel bei über 10.800 Punkten. Heibels Prognose am Montag (19.10.): In den kommenden Tagen könnte der Dax bis auf 10.500 Punkte steigen. „Bei dieser Marke dürften wieder eine Reihe von Investoren ihre für viele Monate unter Wasser befindlichen Aktienpositionen auflösen und für eine weitere kleine Konsolidierung sorgen“.

Börsenwoche 12.10. - 16.10.

Der Dax blieb fast unverändert. Heibels Prognose am Montag (12.10.): „Eine Konsolidierung der erzielten Kursgewinne wird wahrscheinlich, dürfte jedoch nur kurze Zeit dauern“, sagt er. Es könnte sogar sein, dass der kleine Rücksetzer nur einen halben Handelstag dauert. „Im Wochenverlauf könnte die Rally durchaus noch höhere Kurse hervorbringen.“ Dass diese Rally aber nachhaltig ist, bezweifelte er.

 

Letztendlich ging der Dax mit einem Wochenminus von 0,9 Prozent bei 10.123 Punkten aus dem Rennen. Das Wochenhoch lag bei 10.505 Punkten um 3,8 Prozent höher als der Schlussstand, die Schwankungsbreite war nach wie vor recht groß. Dennoch wurden weder die Tiefs noch die Hochs der Vorwochen erreicht. Und entsprechend beruhigt sich auch die Stimmung unter den Anlegern.

Das zeigt die aktuelle Auswertung des Handelsblatt-Dax-Sentiments, eine wöchentliche Umfrage unter mehr als 2300 Anlegern. Diese Umfrage ermittelt die Börsenstimmung, also ob Anleger euphorisch oder pessimistisch eingestellt sind. Daraus leitet Stephan Heibel, Inhaber des Analysehauses Animusx, Prognosen ab, wie sich der Dax entwickeln könnte. Prognosen der Vergangenheit, die bislang eine sehr hohe Trefferquote haben, finden Sie unter Vergleich Dax-Sentiment und Indexentwicklung.

Aktuell betrachten mit 40 Prozent die meisten Anleger die aktuelle Marktphase als eine Seitwärtsbewegung – neun Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche. Weniger als ein Drittel (minus sieben Prozentpunkte) sieht die Entwicklung als Abwärtsimpuls, weitere 22 Prozent interpretieren es als eine Bodenbildung.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

14.09.2015, 15:43 Uhr

Die Stimmung der Anleger wird in Zukunft nicht mehr so schnell zur Ruhe kommen.

- China schwächelt weiter
- USA schwächelt weiter und Wahlen stehen vor der Tür
- EU ist mit sich selbst beschäftigt
- Griechenland wird wieder zum Thema werden
- IS wird sich eine Basis in Syrien aufbauen
- Flüchtlinge werden das deutsche Sozialsystem und die Gesellschaft zusammenbrechen lassen
- IS Getreue werden in EU-Deutschland in Zukunft Anschläge besser durchführen können
- Der Nahe-Osten ist so unstabil wie lange nicht mehr
- Nordafrika drängt immer mehr in die EU-Deutschen Sozialsysteme
usw. usw.

Herr Hans Schwab

14.09.2015, 17:55 Uhr

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