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31.07.2017

14:32 Uhr

Dax-Umfrage

„Stimmung der Anleger fällt auf Brexit-Niveau“

VonJürgen Röder

Die Stimmung unter den Anlegern am deutschen Aktienmarkt lässt sich mit einem Wort gut beschreiben: Panik. Diese eher seltene Situation bot in der Vergangenheit häufig eine kurzfristige Kaufgelegenheit.

Dax-Umfrage

Gier und Panik? Wann Emotionen die Kurse bewegen

Dax-Umfrage: Gier und Panik? Wann Emotionen die Kurse bewegen

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DüsseldorfVor einer Woche war für den Börsenexperten Stephan Heibel klar: Fallende Kurse sind Kaufgelegenheiten, allerdings sei es aufgrund der widersprüchlichen Stimmungslage sehr schwer abzuschätzen, wie weit der Dax noch sinken könne, bevor sich seine mittelfristige Perspektive der Rally-Fortsetzung durchsetzt. „Schlimmstenfalls wenden sich Anleger nach diesen turbulenten Tagen von der Börse ab und kehren erst nach dem Sommer zurück“, sagte er am vergangenen Montag.

Tatsächlich ist der Dax in der vergangenen Woche nochmals deutlich gefallen und beendete den Handel bei 12.162 Punkten. Der starke Euro sowie die Kartellvorwürfe der Automobilbranche belasteten den deutschen Leitindex.

Heibel wertet für seine Kursprognosen die wöchentliche Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment unter mehr als 2600 Anlegern aus. Dabei achtet der Inhaber des Analysehauses Animusx vor allem auf Kontraindikatoren, also ob die Anleger extrem negativ oder positiv gestimmt sind.

Entsprechend den Kursverlusten attestiert laut der aktuellen Umfrage knapp die Hälfte (49 Prozent) der Teilnehmer dem deutschen Leitindex einen Abwärtsimpuls – zwölf Prozentpunkte mehr als noch vor einer Woche. Knapp ein Drittel (minus sechs Prozentpunkte) geht von einer übergeordneten Seitwärtsbewegung aus. Andere Meinungen gibt es kaum, so einig waren sich Anleger selten. „Die Stimmung unter den Anlegern ist somit auf das tiefste Niveau seit dem Brexit-Votum gefallen, also tiefer als nach dem Wahlsieg Donald Trumps“, resümiert Stephan Heibel.

So lässt sich – im Gegensatz zu den USA – die Stimmung unter den Anlegern mit „Panik“ beschreiben. „Das ist in der Regel zumindest kurzfristig eine gute Gelegenheit für eine Spekulation auf steigende Kurse“, meint der Animusx-Inhaber. Erst später werde sich zeigen, ob wir bereits den Boden der Korrektur getroffen haben oder ob die Korrektur in ein paar Tagen nochmals Fahrt aufnehme.

Ein Blick in die Historie der Handelsblatt-Umfrage zeigt: Noch panischer war die Stimmung nach dem Brexit-Votum Ende Juni das vergangenen Jahres. Nach der Umfrage am 25./26. Juni 2016 stieg die Frankfurter Benchmark in der Folgewoche um mehr als 500 Punkte – von 9214 Zählern am Montag (27.6. 2016) auf 9800 Zähler am Freitag (1.7.2016).

Etwas „weniger panisch“ waren die Anleger nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten Mitte November 2016. Damals fiel der Dax zunächst um 400 Punkte (von 9800 auf 9400 Zähler), ehe der deutsche Leitindex Anfang Dezember innerhalb von zwei Wochen um 1000 Punkte auf 10.481 Zähler stieg.

Kommentare (6)

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Herr Tom Schmidt

31.07.2017, 15:09 Uhr

2009 fiel der DAX wegen "Panik", da war er dann unter 4000 Punkten, 8 Jahre später bei über 12000 Punkten herrscht also Panik????

Noch was: Kurse werden heute im Wesentlichen von den Computerprogrammen bestimmt... die können gar nicht panisch sein.....

Herr Hartmut Dr. Schoenell

31.07.2017, 15:23 Uhr

Mir kommt es bald so vor, als würde das HB hier Panik machen.

Herr Wolfram Börder

31.07.2017, 15:29 Uhr

Was für eine Panik? Von der Spitze ist der Dax so ca. 6% gefallen nach einem 100%- Anstieg seit Mitte 2012. Geht es nicht ein wenig kleiner?

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