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08.12.2014

14:43 Uhr

Dax-Umfrage

„Unsichere Hände wurden aus dem Markt getrieben“

VonJürgen Röder

„Es droht ein kurzer und heftiger Ausverkauf“ – mit dieser Einschätzung lag das Handelsblatt Dax-Sentiment vor einer Woche richtig. Dieser Kursrutsch am Donnerstag letzter Woche sorgt nun für eine überraschende Prognose.

Ihre Meinung zur Entwicklung an den Börsen ist gefragt. Getty Images

Ihre Meinung zur Entwicklung an den Börsen ist gefragt.

DüsseldorfAm vergangenen Donnerstag verkündete EZB-Chef Mario Draghi überraschend keine konkreten Maßnahmen in Sachen Anleihekäufe. Binnen weniger Minuten rauschte der Dax um 1,9 Prozent hinunter.

Exakt diesen Sachverhalt hatte das Dax-Sentiment am vergangenen Montag prognostiziert. Unter dem Titel „Es droht ein kurzer und heftiger Ausverkauf“ war dort zu lesen „... es könnte zu einer panischen Reaktion kommen, die einen kurzen und heftigen Ausverkauf zur Folge hat ...“.

Dax-Sentiment: Vergleich Prognosen mit Indexverlauf

Börsenwoche 15.2. - 19.2.

Der Dax legte um 4,7 Prozent zu und beendete den Handel bei  9388 Punkten. Heibels Ratschlag am Montag (15.2.):  „Auf eine Bodenbildung mit anschließend weiter steigenden Kursen würde ich nur mit einem kleinen Betrag spekulieren“. Diese Investition sollten Anleger, falls die 9.300 Punkte im Dax nicht überwunden werden, schnell wieder auflösen.

Börsenwoche 8.2. - 12.2

Das deutsche Börsenbarometer verlor in der vergangenen Woche weitere 3,4 Prozent. Heibel sah am Montag (8.2.) aber nur eine sehr geringe Chance für einen weiteren Ausverkauf im Dax.

Börsenwoche 1.2. - 5.2.

Der Dax verlor 5, 2 Prozent. „Vieles deutet daraufhin, dass die Kurse weiterhin gen Süden driften, unterbrochen nur von kurzfristigen Gegenbewegungen“, sagte Stephan Heibel am Montag (1.2.).

Börsenwoche 25.1. - 29.1.

Der Dax kletterte leicht um 0,3 Prozent auf 9.798 Punkte.  Vor einer Woche warnte Stephan Heibel noch vor einer möglichen Abwärtsspirale. Diese könne, je länger die Baissephase an den Märkten dauere, eine eigene Dynamik entwickeln. „Noch ist es nicht soweit, doch wir werden diese Entwicklung aufmerksam verfolgen müssen“, sagte er am vergangenen Montag unter der Überschrift „Noch ist es nicht soweit“. (25.1.)

Börsenwoche 18.1. - 22.1.

Der Dax stieg um 2,3 Prozent. Heibels Erkenntnis am Montag (18.1.): Die Aktienbörsen sind nun in einer Baissephase. „Entsprechend dürften Kurssteigerungen in den kommenden Tagen nicht viel mehr als eine Zwischenerholung sein.“

Börsenwoche 11.1. -15.1

Der Dax stieg am Montag und Dienstag um mehr als 150 Punkte auf knapp 10.000 Zähler, rutschte  zum Wochenende aber wieder ab auf 9545 Punkte.  Heibels Prognose am Montag (11.): „Kurzfristig sorgt die maximale Niedergeschlagenheit der Anleger für eine moderate Gegenbewegung. Ob aus dieser Gegenbewegung eine Rally wird oder ob sie verpufft und neue Tiefs angesteuert werden, wird nach wie vor von der Entwicklung in China abhängen.“

Börsenwoche 14.12-18.12

Der Dax legte unter heftigen Schwankungen um 2,6 Prozent zu. Heibels Prognose am Montag (14.12.): „Das größere Überraschungspotential ist auf Seiten steigender Kurse zu sehen“.

Börsenwoche 7.12.-11.12

Der Dax verlor 3,8 Prozent. Der Volatilitätsindex VDax, der die Schwankungen des deutschen Leitindexes misst, stieg von 21 auf 27 Punkte. Heibels Prognose am Montag (7.12.): „Die Verunsicherung im Vorfeld der Entscheidung der US-Notenbank ist groß, so dass wir noch einige extrem volatile Tage erleben können. Entsprechend würde ich nicht alles auf eine Karte setzen, sondern mich für mehrere kleine Käufe bereithalten“.

Börsenwoche 30.11.-4.12

Der Dax verlor 4,8 Prozent. Am Montag (30.11.) kommentierte Stephan Heibel die Jubelstimmung so: „Je besser die Stimmung, desto leichter kann ein Pulverfass hochgehen“.

Börsenwoche 23.11. - 26.11

Der Dax rutschte am Montag (16.11.) ab, ehe eine Rally einsetzte. Der deutsche Leitindex  legte 3,8 Prozent zu. Am Montag (16..1) prognostizierte Stephan Heibel „heftige, aber begrenzte Korrekturen“, aber keinen nachhaltigen Kursrutsch.

Börsenwoche 9.11 - 13.11

Der Dax verlor in dieser Woche 2,5 Prozent. „Wer also von der gesunden Börsenverfassung profitieren möchte, braucht nun nicht mehr bei der kleinsten Korrektur zu kaufen“, lautet Heibels Ratschlag am Montag (9.11.). „Sie können sich mit Käufen meines Erachtens Zeit lassen, bis der Dax mal wieder fünf Prozent unter seinem vorhergehenden Hoch notiert“.

Börsenwoche 2.11. - 6.11.

Der Dax stieg um weitere 1,3 Prozent. Am Montag davor (2.11.) hatte Stephan Heibel  die Sommerkorrektur zu den Akten gelegt. Unter der Überschrift „Die Zuversicht schwindet“ war er der Auffassung, dass kurzfristige Rückschläge eine Kaufgelegenheit seien.

Börsenwoche 26.10 - 30.10

Der Dax stieg um 0,5 Prozent. Heibels Prognose am Montag (26.10): „Die Rally dürfte weiterlaufen“. Sein Ratschlag: „Ich halte es für Anleger für ratsam, auf dieser Welle mitzuschwimmen, bei Rückschlägen nachzukaufen, aber sämtliche Positionen mit großzügigen Stop-Loss-Kursen zu sichern“.

Börsenwoche 19.10. - 23.10.

Der Dax stieg um fast sieben Prozent und beendete den Handel bei über 10.800 Punkten. Heibels Prognose am Montag (19.10.): In den kommenden Tagen könnte der Dax bis auf 10.500 Punkte steigen. „Bei dieser Marke dürften wieder eine Reihe von Investoren ihre für viele Monate unter Wasser befindlichen Aktienpositionen auflösen und für eine weitere kleine Konsolidierung sorgen“.

Börsenwoche 12.10. - 16.10.

Der Dax blieb fast unverändert. Heibels Prognose am Montag (12.10.): „Eine Konsolidierung der erzielten Kursgewinne wird wahrscheinlich, dürfte jedoch nur kurze Zeit dauern“, sagt er. Es könnte sogar sein, dass der kleine Rücksetzer nur einen halben Handelstag dauert. „Im Wochenverlauf könnte die Rally durchaus noch höhere Kurse hervorbringen.“ Dass diese Rally aber nachhaltig ist, bezweifelte er.

 

Danach – auch das gaben die Sentimentzahlen her – erfolgten umgehend Käufe von Anlegern, die auf diese Einstiegsgelegenheit gewartet hatten. So nahm der Dax bereits am nächsten Tag, am Freitagvormittag vergangener Woche; wieder Fahrt in die Gegenrichtung auf, um schließlich verstärkt durch gute US-Arbeitsmarktdaten die Woche auf einem neuen Allzeithoch zu beenden.

Für Stephan Heibel vom Analysehaus AnimusX ist dies ein weiteres klares Zeichen, dass „Investoren bei ihrer Investitionsentscheidung auch die Stimmung an den Börsen berücksichtigen sollten“.

Jede Woche ermitteln Handelsblatt Online und das AnimusX-Team in einer Umfrage unter Anlegern die Börsenstimmung. Die Umfrage ist ein Indiz dafür, ob die Märkte weiter steigen oder eher nicht. Grob vereinfacht lassen sich die Ergebnisse so interpretieren: Gibt es zu viele Pessimisten, steigen die Kurse. Gibt es zu viele Optimisten fallen die Kurse.

Der Hintergrund: Je euphorischer die Stimmung an den Börsen wird und je mehr Anleger bereits investiert sind, desto weniger Anlegergeld ist für weitere Kurssteigerungen vorhanden. Bei einer schlechten Börsenstimmung hingegen halten viele Anleger ihr Bargeld zurück. Dann gibt es also Potenzial für steigende Kurse, sobald sie wieder investieren.

Und wie lautet die Prognose für diese Handelswoche? „Die Chancen für eine Fortsetzung der Rally stehen gut“, meint Heibel. Denn durch den kurzen und heftigen Ausverkauf wurden die Privatanleger aus ihren Positionen getrieben, die Institutionellen griffen schnell zu und sorgten für eine Rally. „Diesmal könnten die Kurse durch Privatanleger getrieben werden, die nun wieder versuchen, ihre unter Panik verkauften Positionen zurückzukaufen“, sagt der Börsenexperte.

Kommentare (1)

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Edi Haas

09.12.2014, 09:13 Uhr

Die Maschinen der Mächtigen sind auf immerwährenden Gewinn programmiert.
Das ist Abverkauf mit System während der Kleinanleger auf die Jahresendrally hofft und Calls kauft.
Deshalb ist der Call das meistgehandelte Derivat aber die Kleinanleger verstehen nie wie die Wetten der big Player laufen.
Dabei war es noch nie so einfach an der Börse Geld zu verdienen.

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