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17.08.2015

15:33 Uhr

Dax-Umfrage

„Unsicherheit war noch nie so groß“

VonJürgen Röder

Nach dem Einbruch an den Aktienmärkten ist auch die aktuelle Stimmung unter den Anlegern im Keller – ein Indiz für wieder steigende Kurse. Doch noch können sie sich nicht sicher fühlen, wie eine exklusive Analyse zeigt.

Noch nie war seit dem Start der Handelsblatt-Umfrage im September 2014 der Pessimismus so hoch wie derzeit.

Dax-Anleger brauchen Geduld

Noch nie war seit dem Start der Handelsblatt-Umfrage im September 2014 der Pessimismus so hoch wie derzeit.

Düsseldorf„Anleger werfen schlechte Laune über Bord“ mit dieser Überschrift hatte Börsenexperte Stephan Heibel vor einer Woche auf die gestiegene Selbstgefälligkeit bei rückläufiger Investitionsbereitschaft hingewiesen und als gefährliche Mischung interpretiert. Bevor es im Herbst aufwärts gehen könne, fehle ein heftiger Ausverkauf, der Anleger die Panik in die Augen treibe, meinte der Inhaber des Analysehauses Animusx am vergangenen Montag. Er begründete diese mit weiterhin hohen Zuversicht unter den Anlegern.

Das angekündigte Szenario kam schneller als erwartet: Nachdem die Notenbank die chinesische Währung schwächte, kam es bereits in den vergangenen Tagen zu einem Ausverkauf an den Märkten. Der Dax hatte ein Wochenminus von 4,3 Prozent.

Dax-Sentiment: Vergleich Prognosen mit Indexverlauf

Börsenwoche 15.2. - 19.2.

Der Dax legte um 4,7 Prozent zu und beendete den Handel bei  9388 Punkten. Heibels Ratschlag am Montag (15.2.):  „Auf eine Bodenbildung mit anschließend weiter steigenden Kursen würde ich nur mit einem kleinen Betrag spekulieren“. Diese Investition sollten Anleger, falls die 9.300 Punkte im Dax nicht überwunden werden, schnell wieder auflösen.

Börsenwoche 8.2. - 12.2

Das deutsche Börsenbarometer verlor in der vergangenen Woche weitere 3,4 Prozent. Heibel sah am Montag (8.2.) aber nur eine sehr geringe Chance für einen weiteren Ausverkauf im Dax.

Börsenwoche 1.2. - 5.2.

Der Dax verlor 5, 2 Prozent. „Vieles deutet daraufhin, dass die Kurse weiterhin gen Süden driften, unterbrochen nur von kurzfristigen Gegenbewegungen“, sagte Stephan Heibel am Montag (1.2.).

Börsenwoche 25.1. - 29.1.

Der Dax kletterte leicht um 0,3 Prozent auf 9.798 Punkte.  Vor einer Woche warnte Stephan Heibel noch vor einer möglichen Abwärtsspirale. Diese könne, je länger die Baissephase an den Märkten dauere, eine eigene Dynamik entwickeln. „Noch ist es nicht soweit, doch wir werden diese Entwicklung aufmerksam verfolgen müssen“, sagte er am vergangenen Montag unter der Überschrift „Noch ist es nicht soweit“. (25.1.)

Börsenwoche 18.1. - 22.1.

Der Dax stieg um 2,3 Prozent. Heibels Erkenntnis am Montag (18.1.): Die Aktienbörsen sind nun in einer Baissephase. „Entsprechend dürften Kurssteigerungen in den kommenden Tagen nicht viel mehr als eine Zwischenerholung sein.“

Börsenwoche 11.1. -15.1

Der Dax stieg am Montag und Dienstag um mehr als 150 Punkte auf knapp 10.000 Zähler, rutschte  zum Wochenende aber wieder ab auf 9545 Punkte.  Heibels Prognose am Montag (11.): „Kurzfristig sorgt die maximale Niedergeschlagenheit der Anleger für eine moderate Gegenbewegung. Ob aus dieser Gegenbewegung eine Rally wird oder ob sie verpufft und neue Tiefs angesteuert werden, wird nach wie vor von der Entwicklung in China abhängen.“

Börsenwoche 14.12-18.12

Der Dax legte unter heftigen Schwankungen um 2,6 Prozent zu. Heibels Prognose am Montag (14.12.): „Das größere Überraschungspotential ist auf Seiten steigender Kurse zu sehen“.

Börsenwoche 7.12.-11.12

Der Dax verlor 3,8 Prozent. Der Volatilitätsindex VDax, der die Schwankungen des deutschen Leitindexes misst, stieg von 21 auf 27 Punkte. Heibels Prognose am Montag (7.12.): „Die Verunsicherung im Vorfeld der Entscheidung der US-Notenbank ist groß, so dass wir noch einige extrem volatile Tage erleben können. Entsprechend würde ich nicht alles auf eine Karte setzen, sondern mich für mehrere kleine Käufe bereithalten“.

Börsenwoche 30.11.-4.12

Der Dax verlor 4,8 Prozent. Am Montag (30.11.) kommentierte Stephan Heibel die Jubelstimmung so: „Je besser die Stimmung, desto leichter kann ein Pulverfass hochgehen“.

Börsenwoche 23.11. - 26.11

Der Dax rutschte am Montag (16.11.) ab, ehe eine Rally einsetzte. Der deutsche Leitindex  legte 3,8 Prozent zu. Am Montag (16..1) prognostizierte Stephan Heibel „heftige, aber begrenzte Korrekturen“, aber keinen nachhaltigen Kursrutsch.

Börsenwoche 9.11 - 13.11

Der Dax verlor in dieser Woche 2,5 Prozent. „Wer also von der gesunden Börsenverfassung profitieren möchte, braucht nun nicht mehr bei der kleinsten Korrektur zu kaufen“, lautet Heibels Ratschlag am Montag (9.11.). „Sie können sich mit Käufen meines Erachtens Zeit lassen, bis der Dax mal wieder fünf Prozent unter seinem vorhergehenden Hoch notiert“.

Börsenwoche 2.11. - 6.11.

Der Dax stieg um weitere 1,3 Prozent. Am Montag davor (2.11.) hatte Stephan Heibel  die Sommerkorrektur zu den Akten gelegt. Unter der Überschrift „Die Zuversicht schwindet“ war er der Auffassung, dass kurzfristige Rückschläge eine Kaufgelegenheit seien.

Börsenwoche 26.10 - 30.10

Der Dax stieg um 0,5 Prozent. Heibels Prognose am Montag (26.10): „Die Rally dürfte weiterlaufen“. Sein Ratschlag: „Ich halte es für Anleger für ratsam, auf dieser Welle mitzuschwimmen, bei Rückschlägen nachzukaufen, aber sämtliche Positionen mit großzügigen Stop-Loss-Kursen zu sichern“.

Börsenwoche 19.10. - 23.10.

Der Dax stieg um fast sieben Prozent und beendete den Handel bei über 10.800 Punkten. Heibels Prognose am Montag (19.10.): In den kommenden Tagen könnte der Dax bis auf 10.500 Punkte steigen. „Bei dieser Marke dürften wieder eine Reihe von Investoren ihre für viele Monate unter Wasser befindlichen Aktienpositionen auflösen und für eine weitere kleine Konsolidierung sorgen“.

Börsenwoche 12.10. - 16.10.

Der Dax blieb fast unverändert. Heibels Prognose am Montag (12.10.): „Eine Konsolidierung der erzielten Kursgewinne wird wahrscheinlich, dürfte jedoch nur kurze Zeit dauern“, sagt er. Es könnte sogar sein, dass der kleine Rücksetzer nur einen halben Handelstag dauert. „Im Wochenverlauf könnte die Rally durchaus noch höhere Kurse hervorbringen.“ Dass diese Rally aber nachhaltig ist, bezweifelte er.

 

Für Heibel war die Wechselkursanpassung Chinas aber nur der Auslöser des Dax-Ausverkaufs. Die Grundlage dafür war beim Handelsblatt-Dax-Sentiment bereits vorher sichtbar. „Die Reaktion an den Finanzmärkten, insbesondere im Dax, ist meiner Einschätzung nach ein Sturm im Wasserglas. Der Kurseinbruch sollte nach der Urlaubszeit im September wieder ausgeglichen werden“, meint der Sentiment-Experte.

Grundlage für Heibels Prognosen ist das Handelsblatt Dax-Sentiment, eine wöchentliche Umfrage unter mehr als 2300 Anlegern. Aufgrund der Antworten ermittelt der Experte die Börsenstimmung, also ob Anleger auf die aktuelle und die künftige Entwicklung an den Aktienmärkten optimistisch oder pessimistisch eingestellt sind – was jeweils ein Kontraindikator ist. Weitere Prognosen, die bislang eine sehr hohe Trefferquote haben, finden Sie unter Vergleich Dax-Sentiment und Indexentwicklung.

Laut dem aktuellen Umfrageergebnis vom Wochenende hat dieser Ausverkauf an den Märkten Spuren hinterlassen. Nur noch zwölf Prozent und damit 26 Prozentpunkte weniger gegenüber der Vorwoche sehen in der aktuellen Dax-Bewegung eine Aufwärtsbewegung oder Topbildung. Weitere 39 Prozent (minus zehn Prozentpunkte) betrachten die Situation noch großzügig als Seitwärtsbewegung. Exakt die Hälfte der Teilnehmer hingegen werten die Ausverkauf als Abwärtsimpuls – ein Plus von 36 Prozentpunkten gegenüber der Vorwoche.

Kommentare (3)

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17.08.2015, 16:27 Uhr

Jeder hat da so seine Meinung - mehr ist es ja nicht.
Zumeist dient die Veröffentlichung eigenem Interesse, nicht einmal der Versuch von Objektivität läßt sich finden.

Ganz wenige erfahrene und uneigennützigen Kommentare oder Analysen finden sich daher kaum in den Medien - bestenfalls anderswo oder eben gar nicht.

Herr Carl Andersen

17.08.2015, 16:36 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

17.08.2015, 16:47 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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