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21.03.2016

07:00 Uhr

Dax & Co.

Absichern gegen den Euro-Absturz

VonGeorgios Kokologiannis

Mit Fremdwährungen im Depot können sich Anleger gegen den weltweiten Abwertungswettlauf der Notenbanken wappnen. Welche Devisen von Experten jetzt empfohlen werden - und wieso auch Gold ein Comeback in den Portfolios erleben dürfte.

Experte raten auch vorsichtigen Anlegern, ihrem Depot Fremdwährungen und Edelmetalle beizumischen. dpa

Goldbarren und Geldnoten

Experte raten auch vorsichtigen Anlegern, ihrem Depot Fremdwährungen und Edelmetalle beizumischen.

Frankfurt am Main„Wir sind gar nicht im Krieg“, bemühte sich Mario Draghi nach der jüngsten Zinssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt seine Zuhörer zu überzeugen. Zuvor hatte die EZB eine künftig noch expansivere Geldpolitik bekanntgegeben. Worauf sich der Notenbank-Chef bezog: Vorwürfe von Kritikern, die Notenbanker ignorierten mit ihren neuen Maßnahmen das Risiko eines sogenannten „Währungskrieges“. Also eines weltweit ausgetragenen Kampfes um die günstigste heimische Währung – und damit um Wettbewerbsvorteile auf Kosten anderer Volkswirtschaften und zum Nachteil vieler Anleger.

„Die Gefahr, dass die Zentralbanken durch ihre unkonventionellen geldpolitschen Maßnahmen einen Abwertungswettlauf in Gang setzen, ist nicht von der Hand zu weisen“, sagt etwa Bernhard Falk, Portfoliomanager bei Deutsche Asset Management, der Vermögensverwaltungssparte der Deutschen Bank.

So legen die Deutschen an

Sparbuch und Tagesgeld über alles

Deutsche Anleger bleiben ihrem Sparbuch sowie dem Tagesgeldkonto treu (77,3 Prozent) – und das obwohl zwei von drei Befragten davon ausgehen, dass das niedrige Zinsniveau in Europa noch mindestens drei bis fünf Jahre anhalten wird (65,4 Prozent). Auf dem zweiten Platz folgen Aktien bzw. Aktienfonds, in die 26,1 Prozent der Befragten investiert sind. Immobilien- oder Immobilienfondsanlagen halten 19,1 Prozent, Anleihen oder Rentenfonds 12,4 Prozent der Anleger. 9,5 Prozent der Befragten haben derzeit kein Geld in einer der genannten Anlageformen investiert.

 

Quelle: Goldman Sachs Asset Management/TNS Infratest (Oktober 2015)

Sicherheit ist Trumpf

Sicherheit bleibt unverändert das wichtigste Kriterium bei der Entscheidung über die eigene Geldanlage (61,8 Prozent). Die ständige Verfügbarkeit des Geldes ist 29,4 Prozent der Anleger am wichtigsten, eine hohe Rendite nannten lediglich 6,8 Prozent der Befragten als wichtigstes Kriterium.

Wirtschaftliche Krisen als größtes Risiko

Als größte Risiken für ihre Geldanlage sehen private Investoren wirtschaftliche Krisen (42,9 Prozent). Mit deutlichem Abstand folgen Inflation und politischen Krisen (22,1 Prozent bzw. 15,6 Prozent). Staatsverschuldung und Deflation spielen, wie im vergangenen Jahr, eine vergleichsweise untergeordnete Rolle.

Frustrierte Sparer, zufriedene Aktionäre

60,4 Prozent der Anleger, die ein Sparbuch oder Tagesgeldkonto haben, sind eher unzufrieden oder sogar äußerst unzufrieden mit ihrer Geldanlage. Mit ihren Erträgen bei Aktien/Aktienfonds, die gerade im aktuellen Niedrigzinsumfeld bessere Renditen versprechen, sind 69,2 Prozent sehr zufrieden oder eher zufrieden, mit Anleihen/Rentenfonds 62,7 Prozent. Am zufriedensten sind Immobilien- bzw. Immobilienfondsanleger mit ihren Erträgen: Hier geben über drei Viertel der Anleger an, sehr zufrieden oder eher zufrieden zu sein (78,4 Prozent).

Die Europäische Zentralbank senkte vor anderthalb Wochen all ihre Zinssätze und weitete ihr monatliches Anleihenkaufprogramm um ein Drittel aus, um eine drohende Deflation im Euroraum abzuwenden. Die Anleihenkäufe werden ab April auf monatlich 80 Milliarden Euro erhöht, auch Unternehmensbonds können nun gekauft werden.

Die Folge: Der Euro verbilligte sich zeitweise um mehr als einen US-Cent auf 1,084 Dollar. Und: Nachdem sich der Wechselkurs einige Tage lang von diesem Tiefschlag erholen konnte, hat die EZB jetzt erneut nachgelegt – vorerst nur verbal: So hat die EZB nach Ansicht ihres Chefvolkswirts Peter Praet trotz der jüngsten Leitzinssenkung noch Spielraum für eine weitere geldpolitische Lockerung: "Wie man bei anderen Notenbanken sieht, haben wir rein technisch noch nicht das untere Ende erreicht", wurde der Belgier Ende vergangener Woche von der italienischen Zeitung „La Repubblica“ zitiert.

Kommentare (10)

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G. Nampf

21.03.2016, 10:41 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

Lothar dM

21.03.2016, 11:52 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette 

Herr Grutte Pier

21.03.2016, 11:57 Uhr

@ Napf

Sie sollten nicht zu viel Vertrauen in Bargeld haben, denn letztendlich ist das, was wir so im Geldbeutel (außer Münzen, die haben wenigstens noch einen Metallwert) herumtragen und was der Herr Draghi inzwischen jeden Monat in Massen produziert, nichts anderes, als bunt bedrucktes Papier.
Ein "wahrer" Wert steht da nicht (mehr) dagegen und wie bereits erwähnt, kann es mit der Druckerpresse problemlos und beliebig "vervielfältigt" werden.

Ein "Wertspeicher" sieht in meinen Augen anders aus.......

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