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17.11.2015

14:53 Uhr

Dax & Co nach dem Terror

„Bisher kein Börsendrama“

Aktienstratege Christian Kahler von der DZ Bank über die Attentate in Paris, die Investoren - bisher zumindest - nicht aus Aktien heraustreiben.

Nur kurzfristig beeinflusst die Stimmung der Anleger das Handelsgeschehen. ap

Bulle und Bär vor der Börse in Frankfurt.

Nur kurzfristig beeinflusst die Stimmung der Anleger das Handelsgeschehen.

Frankfurt.Christian Kahler gehört zu den großen Pessimisten unter den Bankstrategen. Wie der Aktienexperte des obersten genossenschaftlichen Geldhauses DZ Bank erklärt, liegt das aber vor allem an den sich eintrübenden Perspektiven für die Weltwirtschaft und einer nun absehbaren Wende bei den US-Leitzinsen.

 

Herr Kahler, warum haben die großen europäischen Aktienindizes nicht deutlicher reagiert auf schrecklichen Ereignisse in Paris Ende vergangener Woche?

Die Geschehnisse haben wohl uns alle traurig und fassungslos gemacht. Doch an den Börsen werden vor allem mögliche Auswirkungen auf den Konsum als einen Kern der Wirtschaft und damit auf die Aktienmärkte gehandelt. Und die längerfristigen volkswirtschaftlichen Konsequenzen werden offenbar von Investoren aktuell als eher gering eingeschätzt. Der Handel ist allerdings durch die Ereignisse gelähmt, die Umsätze sind sehr niedrig.

…es könnten also doch noch zu einem Börsenbeben kommen?

Wenn es eine politisch-militärische Eskalation geben sollte, die Politiker hoffentlich mit allen Kräften versuchen zu vermeiden, ist das nicht auszuschließen. Doch so lange offenbar keine andauernden Folgen dieses politischen Konfliktes für die Ökonomien erwartet werden, gibt es auch keine starke Börsenreaktion.

Erwarten Sie denn, dass die bereits auffällig starken Kursschwankungen in diesem Jahr, etwa im deutschen Leitindex Dax noch extremer werden?

Das lässt sich schwer abschätzen. Der Dax ist das Stimmungsbarometer für ganz Europa. Kurzfristig wird der Index von Stimmungen getrieben, längerfristig von Daten und Fakten aus Unternehmen, aus der Wirtschaft.

Hat der Terroranschlag Ihre Markteinschätzung verändert?

Wir gehören zu den sehr pessimistischen Häusern, was Erwartungen für den Dax angeht. Wir rechnen damit, dass der Index bis zum Ende des Jahres auf 9.800 Punkte fällt und Mitte 2016 bei 10.200 Zählern steht.

Was ist der Grund dafür?

Die weltwirtschaftliche Perspektive hat sich eingetrübt: Die Weltkonjunktur schwächt sich ab, weil die Schwellenländer schwächer werden. Auch die USA erleben eine Gewinnrezession bei ihren Unternehmen. Und der Dax ist mit seinen weltweit aktiven Unternehmen ein Spiegel der Weltkonjunktur. Auch die nun im Dezember absehbare Zinswende in den USA wird die Aktienmärkte bremsen.

Herr Kahler, danke für das Gespräch.

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Von

rez

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