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07.01.2016

14:33 Uhr

Dax und CSI 300

Diese Fluchtwege nutzen Anleger

Die Kurseinbrüche in China verunsichern die Finanzwelt. Deutsche und internationale Aktienmärkte schmieren ab, 2,5 Billionen Dollar Börsenwert sind verbrannt. Anleger suchen Sicherheit – das sind die Ausweichrouten.

Aktienkurse stürzen weltweit ab, andere Anlageklassen gewinnen an Attraktivität.

Fluchtweg in Frankfurt

Aktienkurse stürzen weltweit ab, andere Anlageklassen gewinnen an Attraktivität.

DüsseldorfDie Kurseinbrüche an Chinas Börsen wirbeln die weltweiten Finanzmärkte durcheinander. In der ersten Woche des Jahres ist ein Börsenwert von 2,5 Billionen Dollar weltweit vernichtet worden. Der deutsche Leitindex Dax rutschte am Donnerstagvormittag deutlich unter die Marke von 10.000 Punkten. Besonders heftig erwischte es die Autokonzerne. Rohöl dagegen kostete so wenig wie zuletzt vor zwölf Jahren, weil China einer der größten Rohstoffabnehmer ist.

US-Investor George Soros fühlte sich bereits an die Anfänge der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise erinnert. „Ich würde sagen, das wächst sich zu einer Krise aus“, sagte Soros auf einer Veranstaltung in Sri Lanka. „Wenn ich mir die Finanzmärkte anschaue, dann gibt es dort ernste Probleme. Das erinnert mich an die Krise, die wir 2008 hatten.“ Und die Anleger suchen nach Alternativen – vor allem zum Aktienmarkt.

Auslöser der Turbulenzen sind Sorgen um eine harte Landung der chinesischen Wirtschaft, die jüngst noch durch schwache Zahlen aus Industrie und Dienstleistungssektor geschürt wurden. Chinas Festland-Börsen brachen daraufhin zum zweiten Mal in dieser Woche so stark ein, dass der Handel vorzeitig beendet wurde. Der entscheidende Index CSI 300 mit den 300 wichtigsten Unternehmen verlor 7 Prozent.

Auch Chinas Devisenberg schmilzt. Wie die Notenbank in Peking mitteilte, betrugen die Währungsreserven im Dezember 3,33 Billionen US-Dollar. Das waren 108 Milliarden Dollar weniger als im Vormonat und der niedrigste Stand seit drei Jahren.

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Die Schockwelle griff auf Japan und andere asiatische Aktienmärkte über, die eng mit China verwoben sind. Zur Eröffnung rutschten dann auch die Aktienkurse in Europa in den Keller. Zwischenzeitlich sackte der Dax mehr als 400 Punkte auf 9810 Zähler ab und notierte am Mittag 3,5 Prozent im Minus. Insgesamt geht es im deutschen Leitindex seit Jahresbeginn um mehr als 8 Prozent abwärts.

Anleger sind entsprechend besorgt und versuchen ihr Geld in Sicherheit zu bringen. Sie schichten um und investieren vermehrt Gold und Staatsanleihen. Auch Währungen wie der Yen sind gefragt. Eine Übersicht.

Kommentare (16)

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07.01.2016, 14:39 Uhr

Naja, immerhin kann man bei uns in Frankfurt während der Xetra-Handelszeit (9:00 bis 17:30) immer reagieren, sprich kaufen und verkaufen.

Hier gibt es zum Glück keine Handelsstopps und Schließungen der Börse aufgrund von zu großen Kursabweichungen.

Hier ist im Kassamarkt (im Future sowieso) ausreichend Liquidität - im Gegensatz zum illiquiden und ineffizienten chinesischen Markt - vorhanden, egal ob bei +/- 5, 10 oder 20 %.

Und so etwas schafft Vertrauen, Seriosität und Effizienz in einen Börsenplatz. Also klarer Vorteil für Eurex und Xetra.

Herr Michael Müller

07.01.2016, 14:42 Uhr

An der Börse wird kein Geld vernichtet. Es wechselt höchstens den Besitzer.

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07.01.2016, 15:04 Uhr

Das ist nur zum Teil richtig. Bei einem Verkauf wechselt der ursprünglich gezahlte Kurs den Besitzer. Aber bei einem nicht realisierten Gewinn, der später zu einem niedrigeren Kurs verkauft wird, wurde tatsächlich Geld vernichtet. Allerdings "nur" Buchgeld.

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