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12.08.2016

15:16 Uhr

Dax und Dow Jones

Börsen auf Rekordjagd – was Anlegern bevorsteht

VonJürgen Röder

Der Dax erklimmt neue Jahreshochs, die US-Börsen markieren Woche für Woche neue Rekordmarken. Dabei sind Aktien alles andere als billig. Kommt an den Märkten bald der große Crash? Eine Analyse für Anleger.

Die große Anzeige in der Börse in Frankfurt zeigt die Dax-Kurve und verschiedene Börsenkurse: Der deutsche Leitindex hat das bisherige Jahreshoch von Anfang Januar in dieser Woche übertroffen. dpa

Dax-Kurve

Die große Anzeige in der Börse in Frankfurt zeigt die Dax-Kurve und verschiedene Börsenkurse: Der deutsche Leitindex hat das bisherige Jahreshoch von Anfang Januar in dieser Woche übertroffen.

DüsseldorfStell Dir vor, an den Märkten läuft eine Rally, und (fast) alle schauen zu: Diese Situation trifft derzeit auf den Dax zu, der seit seinen Tiefs vom Februar dieses Jahres um über 20 Prozent angesprungen ist. Nach dem Brexit-Referendum Ende Juni stürzte das deutsche Börsenbarometer zunächst auf 9270 Punkte, um anschließend auf ein neues Jahreshoch von 10.742 Zählern zu klettern, ohne eine Verschnaufpause einzulegen. Und das bei einer eher dünnen Nachrichtenlage und einem geringen Handelsvolumen.

Rally ohne Handelsvolumen bedeutet auch, dass kaum institutionelle Anleger investiert sind. Dieser Anstieg in den vergangenen Tagen ging an den meisten vorbei – was viele Experten an der Nachhaltigkeit der hohen Pluszeichen zweifeln lässt. „Ich denke nicht, dass der Dax auf 11.000 oder 11.500 Punkte durchmarschiert“, sagt beispielsweise Investmentanalyst Clemens Bundschuh von der LBBW angesichts der Rally.

Sentimentexperte Stephan Heibel hält dagegen: „Nur weil die Rally ohne hohes Handelsvolumen stattfindet, muss sie nicht falsch sein“. Vielleicht spiegele der Dax die sich bessernde Konjunkturverfassung Europas bei gleichzeitig nachhaltig niedrigem Euro-Außenwert wider, was der deutschen Wirtschaft einmal mehr in besonderem Maße zugute komme. Heibel wertet auch die wöchentliche Handelsblatt-Umfrage zur Börsenstimmung aus und leitet daraus Prognosen ab, wie sich der Dax in der kommenden Handelswoche entwickeln könnte. Hier geht es zur Umfrage.

In einem Punkt sind sich aber alle Experten einig: Aktien werden derzeit gekauft, weil sie als „alternativlos“ gelten, nicht unbedingt weil sie noch günstig sind. Doch diese Alternativlosigkeit kann die Aktienkurse aber noch viel weiter treiben – so wie es Ende 2014 bis Mitte 2015 geschah, als die Frankfurter Benchmark von rund 8500 Zählern auf das neue Allzeithoch von 12.374 Punkten stieg.

Ein weiteres Argument, das derzeit gegen einen plötzlichen Kurseinbruch spricht: Laut Zahlen der Stuttgarter Börse Euwax haben sich viele Anleger gegen fallende Kurse abgesichert. „Entsprechend ist das Abwärtsrisiko für den Dax nach wie vor gering“, meint auch Heibel. Denn wenn die Kurse steigen sollten, sind diese Anleger gezwungen, diese Positionen glattzustellen. Und sollten die Kurse fallen, werden nach und nach die Absicherungspositionen verkauft - was ebenfalls einen größeren Verlust verhindert. Die Rally könne laut Heibel noch weiterlaufen, erst wenn die Anleger aus dem Urlaub kommen, dürfte eine Entscheidung fallen.

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