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18.02.2015

16:36 Uhr

Depot-Contest

„Das Risiko eines Grexit ist Null“

VonSara Zinnecker

Die Griechen pokern so lange sie können, werden letztlich aber einlenken, sind Vermögensverwalter überzeugt. Den Dax dürfte der Streit daher mittelfristig wenig stören. Für Anleger könnte sich der Einstieg lohnen.

Griechische Euro-Münzen auf einer EU-Fahne: Vermögensverwalter glauben nicht, dass Griechenland die Euro-Zone verlässt. dpa

Griechische Euro-Münzen auf einer EU-Fahne: Vermögensverwalter glauben nicht, dass Griechenland die Euro-Zone verlässt.

Die Zukunft Griechenlands steht weiter auf der Kippe. Einen Kompromiss der Euro-Gruppe, dem Land eine gewisse Flexibilität beim Schuldendienst zu gewähren, hatte Finanzminister Giannis Varoufakis noch am Montag als „inakzeptabel“ zurückgewiesen. Erst am späten Dienstagabend signalisierte Athen ein Einlenken. Man wolle die EU-Hilfen noch am Mittwoch verlängern, hieß es plötzlich. Doch passiert ist bislang nichts. Sollte Griechenland nicht binnen dieser Woche einlenken, dürfte Athen schon bald das Geld ausgehen.

Bis zuletzt schienen die Verhandlungspartner auf der jeweiligen Position zu verharren – jeder wog sich in einer guten Verhandlungsposition. Die Teilnehmer des Depot-Contest der Münchner DAB Bank können diese Taktik nachvollziehen. „Eine zu nachgiebiges Verhalten der EU könnte dazu führen, dass andere Peripheriestaaten sich Griechenland als Vorbild nehmen und ihr Reformprogramm ebenfalls neu verhandeln wollen“, sagt etwa Stephan Pilz von der Vermögensverwaltung Sand & Schott.

„Die Euro-Gruppe sitzt am langen Hebel und wird dies letztlich auch ausspielen“, meint auch Michael Dutz von Adlatus. Nach dem Motto „Wer zahlt, bestimmt, welche Musik gespielt wird“, würden zwar kleine Forderungen der Griechen erfüllt werden, „die Reformen bleiben aber unumgänglich.“ Die griechische Regierung werde dagegen „nur so lange hart bleiben können, bis der Geldhahn der EU zugedreht ist.“

Die Wahrscheinlichkeit eines Grexit sieht der Experte bei Null: „Es ist zu viel Geld geflossen und zu viel Energie aufgewendet worden, um jetzt umzukehren“, so Dutz. Auch die geopolitische Bedeutung Griechenlands in Richtung Nordafrika und den Nahen Osten ist laut dem Anlageexperten von großer Bedeutung. „Diese Region aufzugeben oder sie Russland oder China zu überlassen, wäre völlig unverständlich“.

Kommentare (6)

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Herr Paul Kersey

18.02.2015, 17:02 Uhr

Na also! Dann investieren wir doch am besten alles was wir haben in die Pennystocks der griechischen Banken. Kann doch nur noch bergauf gehen. Gewinngarantie ist inklusive. Wer traut sich?

Jakob Herzberger

18.02.2015, 17:17 Uhr

@Paul Kersey Völlig meine Meinung. Die Aktienkurse steigen - ich lach mich halb tot auf dem Weg in die Bank und kann mein Glück kaum fassen. Wenn ich jetzt allerdings kaufen würde, wa¨re ich doch recht bescheuert. Der Krug geht bekanntlich (nur) so lange zum Brunnen bis er bricht.

Jakob Herzberger

18.02.2015, 17:23 Uhr

Ach ja - hatte ich ganz vergessen: Der Krug kann ja diesmal gar nicht brechen, da das ja finanzieller Wahnsinn wäre. Wo habe ich das schon mal gehört? Gab´s da einen "Herrn Lehman"? "Bruder Lehman" vielleicht? Tatsache ist doch: Der Lehman-Wahnsinn wurde irgendwann unumgänglich, um einen noch viel grösseren Wahnsinn zu stoppen. Ich kaufe erst mal gar nichts, bis Klarheit darüber herrscht, ob es der eine, der andere oder ein ganz dritter Wahnsinn ist, der uns diesmal aus Athen und Brüssel blüht.

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