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19.09.2013

10:54 Uhr

Depot-Contest

„Die Rally geht weiter“

VonJessica Schwarzer

Der Dax erklimmt immer neue Höhen - einigen Anlegern wird langsam mulmig. Wie lange steigt das Börsenbarometer noch? Vermögensverwalter sind überzeugt: Die Rally ist noch nicht zu Ende. Doch sie sehen auch Gefahren.

Neuer Höchststand: Der Dax eilt von Rekord zu Rekord. AFP

Neuer Höchststand: Der Dax eilt von Rekord zu Rekord.

DüsseldorfDie Stimmung an den Aktienmärkten ist blendend. Das billige Geld der Notenbank treibt den deutschen Aktienindex Dax und den Index für mittelgroße Unternehmen MDax von Rekordhoch zu Rekordhoch. Doch manche Anleger kriegen langsam Höhenangst. Sind deutsche Aktien vielleicht schon zu teuer? Wie weit läuft die Rally noch? Vermögensverwalter sind überwiegend positiv gestimmt, dass sie noch nicht so schnell enden wird. Das zeigt eine Umfrage unter den Teilnehmern des Depot-Contests der Münchener DAB-Bank.

„Die Rally an den Märkten wird noch weitergehen, da es nach wie vor keine ernsthafte Anlagealternative gibt“, sagt Bernd Linke von der Hoppe Vermögensbetreuung mit Verweis auf die immer noch niedrigen Zinsen. Schließlich ist mit Staats- oder Unternehmensanleihen kaum noch eine Rendite oberhalb der Inflationsrate zu erzielen. Es sei denn, Anleger gehen hohe Risiken ein und setzen auf Schuldner schwächerer Bonität. In Zeiten von Niedrigzinsen fließt immer mehr Geld in Aktien. Dass die gute Stimmung bis Jahresende anhalten sollte, glaubt auch Guido vom Schemm von Merito Asset Management – vorausgesetzt eine Überraschung bei der Bundestagswahl bleibt aus. Er erwartet, dass es nach der Wahl einige Fortschritte in Sachen Euro-Krise geben werde. Und das sollten Anleger goutieren.

So legen die Deutschen ihr Geld an

Top 7

Sicherheitsdenken dominiert sehr stark auch die Anlagestrategien männlicher Finanzanleger. 86 Prozent der befragten Männer können sich nicht vorstellen, bei Anlagen für eine höhere Rendite ein höheres Risiko in Kauf zu nehmen. Frauen sind aber offenbar noch sicherheitsorientierter: 96 Prozent von ihnen wollen bei der Geldanlage möglichst kein Risiko eingehen.

Top 6

Trotz des derzeit allgemein niedrigen Zinsniveaus können sich nur neun Prozent der Anleger vorstellen, bei künftigen Finanzanlagen mit einer höheren Risikobereitschaft gegebenenfalls eine höhere Rendite zu erzielen. Mit 91 Prozent legt die Mehrheit der deutschen Sparer einen großen Wert auf Sicherheit.

Top 5

Neben Festgeld und Tagesgeld würden die Verbraucher 2013 auch stärker in Immobilien, Gold und andere Edelmetalle investieren, wenn sie einen größeren Geldbetrag dafür zur Verfügung hätten. Den größten Zuwachs im Vergleich zu 2012 erleben Immobilien. 46 Prozent aller deutschen Anleger würden sich ein Haus oder eine Wohnung anschaffen. Auch die Krisenwährung Gold ist 2013 deutlich beliebter. Knapp 30 Prozent der deutschen Anleger würden sich größere Goldbestände zulegen.

Top 4

Während Frauen tendenziell stärker in Festgeld sowie Tagesgeld investiert sind, meiden sie Aktienanlagen noch in stärkerem Maße als Männer. Bei Fonds sind hingegen nur geringfügige, bei Immobilien, Gold und anderen Edelmetallen sogar überhaupt keine Unterschiede im Anlageverhalten von Männern und Frauen feststellbar.

Top 3

Im Jahr 2012 waren bei den deutschen Anlegern Festgeld und Tagesgeld die beliebtesten Anlageprodukte. Obwohl der Dax in diesem Jahr um rund 30 Prozent zulegte, rangieren börsennotierte Finanzprodukte erst deutlich danach. Gerade einmal jeder fünfte Deutsche investierte sein Geld in Aktien. Darauf folgten Immobilien mit knapp 17 Prozent. Das in der Krise besonders beliebte Anlageobjekt Gold lag mit gerade einmal neun Prozent ebenfalls auf den hinteren Plätzen.

Top 2

Trotz eines weiteren Euro-Krisenjahrs stieg der Dax 2012 auf ein neues Allzeithoch. Knapp die Hälfte (48 Prozent) der deutschen Anleger zeigte sich trotz der guten Kursentwicklung mit der Werteentwicklung ihrer Finanzanlage unzufrieden.

Top 1

Der Anteil der Deutschen, die 2012 einen nennenswerten Geldbetrag angelegt haben, steigt mit zunehmenden Alter erkennbar an. Mit knapp 65 Prozent stellen Deutsche ab 60 Jahren die größte Gruppe der Privatanleger.

Stephan Albrech, Vorstand der Albrech & Cie Vermögensverwaltung, begründet seinen Optimismus mit den Fortschritten im Syrien-Konflikt, der Stabilisierung der globalen Konjunktur und der Hoffnung auf eine „schrittweise, marktverträgliche Drosselung der monatlichen Anleihekäufe durch die US-Notenbank“. Ob es allerdings zu einer nachhaltigen Aufwärtsbewegung an den Märkten kommt, hänge in erster Linie vom Ausblick einzelner Unternehmen in der kommenden Berichtssaison ab.

Bert-Ardo Spelter von ICFB Investment Consult rechnet hier nicht mit bösen Überraschungen: „Die Unternehmensgewinne werden steigen und eine fundamentale Bestätigung für höhere Kurse liefern.“ Er rechnet mit einem weiteren Dax-Anstieg: „Dafür spricht das anziehende Wachstum der Weltwirtschaft und auch Europas“, sagt er. Viele Einzelwerte sind auch noch weit von ihren Allzeithochs entfernt, ergänzt Anceka-Experte Ingo Schweitzer. Deshalb gebe es eindeutig Potenzial für einen weiteren Kursanstieg.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

19.09.2013, 12:08 Uhr

Man kann sich dem Spuk der politischen Börse nur dann entziehen und recht ruhig schlafen, wenn man auf besondere Werte setzt - Turnaround. Drillisch hat ein furioses Comeback, Nordex ein noch besseres.
So macht man Geld, nicht aber, indem man auf Politik und Co setzt bzw. abwartet.
Wo sind eigentlich die ganzen ETF Jünger, die noch im Frühsommer so gefrotzelt haben?

Analyst_des_HB

19.09.2013, 12:57 Uhr

Wollt ihr mit Rally Geld verdienen?


http://finanzen.handelsblatt.com/IVG-Immobilien-Aktie

[...]

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Landlord

19.09.2013, 13:21 Uhr

"Keine ernsthafte Anlagealternative"? "Anziehendes Wachstum der Weltwirtschaft und auch Europas"?
"Noch etwa 15 Prozent Luft bis zum Durchschnitts-KGV"? Klingt nach einem Paralleluniversum. Mal schauen, was davon in den Quartalsberichten zu sehen sein wird. Ich freu' mich drauf! Bis dahin: Strong Long! Und dann nix wie raus.

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