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30.12.2013

12:15 Uhr

Depot-Contest

„Die reine Anleihestrategie ist heikel“

Niedrigzinsen machen konservativen Anlegern das Leben schwer. Doch ist der Boden der Alternativen abgegrast, oder wird es 2014 neue Kaufgelegenheiten im Anleihebereich geben? Vermögensverwalter verraten ihre Strategien.

Die Aktie des Reiseveranstalters TUI war einer der Performance-Bringer im defensiven Depot von Partners Vermögens Management, Sieger in der Kategorie „Sicherheit“ beim Depot-Contest. ap

Die Aktie des Reiseveranstalters TUI war einer der Performance-Bringer im defensiven Depot von Partners Vermögens Management, Sieger in der Kategorie „Sicherheit“ beim Depot-Contest.

DüsseldorfFür Vermögensverwalter war es wohl eine der größten Herausforderung des abgelaufenen Jahres: Wie sollte man nur aus einem sicherheitsorientiertes Portfolio eine komfortable reale Rendite herausholen? Eine Rendite von vier, fünf, vielleicht sechs Prozent also; eine Rendite, wie Anleger sie sich wünschen – Niedrigzinsen hin oder her. Auch den Teilnehmern des Depots-Contests der Münchner DAB Bank kommt das Dilemma bekannt vor. Doch während sie sich 2013 noch in Nischen bedienen konnten, wird der Radius der Alternativen im kommenden Jahr enger.

Vermögensverwalter Frank Haser sieht die Zinsen bis auf weiteres auf sehr niedrigem Niveau verharren. Selbst risikoreichere Anleihen böten nicht mehr den nötigen Zinsaufschlag. So seien etwa sogenannte Nachranganleihen, bei denen Gläubiger im Insolvenzfall des Emittenten erst nach allen anderen Fremdkapitalgebern bedient werden, gelaufen. „Vor einem Jahr gab es bei Anleihen noch Lücken, doch auch die sind abgegrast“, sagt Haser. Der Vermögensverwalter plädiert dafür, Aktien stärker in den Fokus zu rücken.

Spielregeln des DAB Depot-Contest

Wie hoch ist das Startkapital?

Jeder Teilnehmer erhält zum Start des Contests eine virtuelle Summe in Höhe von 1.000.000 Euro.

Womit darf gehandelt werden?

Die Vermögensverwalter dürfen in alle in Deutschland handelbaren Aktien investieren. Außerdem in alle über die DAB handelbaren Fonds und Anleihen, in Aktien der Börsenplätze Nasdaq und Nyse sowie in ungehebelte Zertifikate. Die Vermögensverwalter dürfen zwischen drei Depotvarianten wählen.

Welche Depotvarianten gibt es?

1. Sicherheit: Wertschwankungen und die Wahrscheinlichkeit des Verlusts des eingesetzten Kapitals sollen minimiert werden. Überwiegend soll in auf Euro denominierte Werte investiert werden. Die Aktienquote darf nicht über 20 Prozent liegen.

2. Ausgewogen: Es soll eine höhere Rendite als im Anlegerprofil "Sicherheit" erreicht werden. Die Risiken sollen überschaubar sein, kurzfristige leichte Verluste werden aber akzeptiert. Die Aktienquote darf nicht über 50 Prozent liegen.

3. Chance: Es werden überdurchschnittlich hohe Erträge erwartet. Größere Risiken dürfen eingegangen werden. Das Depot muss vollständig aus Aktien bestehen.

Wie erfolgt die Orderaufgabe?

Investitionen können jederzeit online über den Ordermanager der DAB bank erfolgen. Als Handelszusatz stehen die übliche Optionen zur Verfügung: Limit, billigst/bestens, Fill oder kill, Teilausführung.

Sonstige Regeln

Der Barbestand darf beliebig hoch sein und wird mit dem Tagesgeld-Zinssatz der DAB bank verzinst. Daytrading und Arbitragegeschäfte sind nicht zulässig, die Aufstockung eines Bestands an einem Wertpapier hingegen schon. Die Teilnehmer können keine Kredite nehmen.

Die Berechnung des Gesamtrankings

Die Rangliste ergibt sich aus der Performance sowie dem Einfluss des Verlustfaktors, abhängig vom jeweiligen Anlegerprofil. Im Profil Sicherheit wird das Verlustrisiko mit 30 Prozent gewichtet, im Profil Ausgewogen mit 20 Prozent und im Profil Chance mit 10 Prozent.

Vermögensverwalter Ernst Heemann sieht speziell in den schlechten Renditen europäischer Staatsanleihen ein Problem. Er versucht, die Rendite aus Unternehmensbonds zu ziehen. Dabei interessieren ihn vor allem Emittenten aus den klassischen Industrieländern Europas, aber auch aus Japan und Nordamerika. Doch auch Heemann ist die reine Anleihestrategie zu heikel. Zukünftig will er sich mehr auf US-amerikanische und kanadische Aktien fokussieren. In Unternehmen mit geringer oder mittelgroßer Marktkapitalisierung sieht er dabei das größte Potenzial.

Auch Georg Thilenius von Dr. Thilenius Management sieht europäische und insbesondere amerikanische Aktien auf dem Vormarsch, nicht Anleihen. Grundsätzlich gelte: „Hände weg von Renten“. Allein Unternehmensanleihen mit einigen Jahren Laufzeit würden noch Renditen bis zu vier Prozent bringen. „Wer an den starken Dollar glaubt, kann sich auch in geringem Umfang an US-Unternehmensanleihen probieren“, so Thilenius.

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