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26.07.2015

12:38 Uhr

Depot-Contest

„Eine fulminante, finale Rally mit Strohfeuercharakter“

VonJessica Schwarzer

Von den jüngsten Turbulenzen haben sich die Märkte fast erholt. Doch die Griechenland-Krise, Chinas Aktienblase und die Notenbankpolitik könnten die Stimmung verhageln. Experten erwarten einen heißen Börsensommer.

Erst die Rally, dann ein schmerzhafter Abschwung?

Geld verbrennen

Erst die Rally, dann ein schmerzhafter Abschwung?

DüsseldorfHektisch bis turbulent – so lässt sich die Stimmung in den Wochen des Gezerres um eine Rettung Griechenlands zusammenfassen. Mittlerweile ist der Weg frei für die Verhandlungen über ein drittes Rettungspaket und der Dax hat sich von seinen zwischenzeitlichen Verlusten erholt. Vermögensverwalter hat das Hin und Her in Athen und Brüssel sowie die teils heftigen Ausschläge an den Märkten in Atem gehalten – auch die Teilnehmer des Depot-Contests der Münchener DAB Bank. Ihre Depots schwankten teilweise deutlich.

Dass die kommenden Wochen ruhiger werden, ist nicht zu erwarten. Es könnte einen ziemlich heißen Börsensommer geben. „Wir stehen vor einer fulminanten, finalen Rally mit Strohfeuercharakter“, glaubt Winfried Walter von Schneider, Walter & Kollegen. Sie werde aber nur von kurzer Dauer sein. „Wahrscheinlich endet diese Hausse nach oben fulminanter als es die meisten Marktteilnehmer derzeit erahnen. Umso kräftiger dürfte der sich daran anschließende Abschwung ausfallen“, warnt der Vermögensverwalter.

So sparen die Deutschen

Der Durchschnitt

Ich spare regelmäßig: 64 Prozent
gelegentlich: 26 Prozent
gar nicht: 9 Prozent
keine Angabe: 1 Prozent
Quelle: Forsa-Umfrage „Sparerkompass 2015“

Nach Geschlecht

Regelmäßige Sparer:

Männer: 65 Prozent
Frauen: 62 Prozent

Gelegentliche Sparer:
Männer: 22 Prozent
Frauen: 30 Prozent

Nicht-Sparer:
Männer: 11 Prozent
Frauen: 7 Prozent

Nach Alter

Regelmäßige Sparer:

18-29 Jahre: 63 Prozent
30-39 Jahre: 68 Prozent
40-49 Jahre: 62 Prozent
50-59 Jahre: 62 Prozent
60-69 Jahre: 65 Prozent

Nach Familienstand

Regelmäßige Sparer:
Mit einem Partner lebend: 68 Prozent
Allein lebend: 56 Prozent

Gelegentliche Sparer:
Mit einem Partner lebend: 24 Prozent
Allein lebend: 31 Prozent

Nicht-Sparer:
Mit einem Partner lebend: 8 Prozent
Allein lebend: 11 Prozent

Nach Erwerbstätigkeit

Regelmäßige Sparer:
Erwerbstätig: 68 Prozent
Arbeiter: 66 Prozent
Angestellte: 71 Prozent
Beamte: 69 Prozent
Selbständig: 74 Prozent
Nicht erwerbstätig: 57 Prozent
Hausfrau: 65 Prozent
Rentner: 73 Prozent
Schüler/Student: 42 Prozent
Arbeitslos: 16 Prozent

Nach Ortsgröße

Regelmäßige Sparer:
Unter 20.000 Einwohner: 67 Prozent
20.000 bis 100.000 Einwohner: 64 Prozent
100.000 bis 500.000 Einwohner: 71 Prozent
500.000 Einwohner und mehr: 50 Prozent

Nach Bundesländern

Regelmäßige Sparer:
Berlin: 45 Prozent
Sachsen: 47 Prozent
Brandenburg: 53 Prozent
Niedersachsen: 53 Prozent
Mecklenburg-Vorpommern: 56 Prozent
Hamburg: 61 Prozent
Schleswig-Holstein: 61 Prozent
Saarland: 65 Prozent
Sachsen-Anhalt: 66 Prozent
Baden-Württemberg: 66 Prozent
Hessen: 67 Prozent
Thüringen: 67 Prozent
Bremen: 68 Prozent
NRW: 68 Prozent
Rheinland-Pfalz: 68 Prozent
Bayern: 74 Prozent

Nach Summen

So viel spart der Durchschnittsdeutsche pro Monat:
Weniger als 50 Euro: 10 Prozent
50 bis unter 100 Euro: 22 Prozent
100 bis unter 200 Euro: 25 Prozent
200 bis unter 300 Euro: 15 Prozent
300 bis unter 400 Euro: 9 Prozent
400 bis unter 500 Euro: 5 Prozent
500 Euro und mehr: 10 Prozent

Ganz so pessimistisch ist Arne Sand nicht. „Die Klimatisierung unserer Büroräume wurde aber letzte Woche aufgerüstet“, scherzt der Experte der Vermögensverwaltung Sand und Schott. „Sollte es turbulent werden, können wir einen kühlen Kopf bewahren und besonnen agieren.“ Gottfried Urban von der Bayerische Vermögen erwartet einen normalen Börsensommer – Schwankungen inklusive.

Gleich mehrere Faktoren dürften die Kurse in den kommenden Wochen und Monaten bewegen. Das Thema Griechenland ist keinesfalls abgehakt. Gottfried Urban glaubt, dass Griechenland die Börse weiter beschäftigen wird, „aber mit Ermüdungserscheinungen“. Auch Walter glaubt nicht, dass die Griechenland-Thematik noch eine große Rolle an den Märkten spielen wird – auch im Falle eines Grexits. „Käme es zu einem solchen, würde die Marke um die 10.600 noch einmal getestet. Das war’s“, ist er überzeugt.

Arne Sand sieht das Thema Griechenland deutlich kritischer, da weiter ungewiss sei, ob die Verhandlungen über das dritte Hilfspaket auch erfolgreich sein werden. „Grundsätzlich ist das Thema Griechenland überhaupt nicht abgehakt“, sagt er. „Die Griechen leben leider weiter über ihre Verhältnisse, die Wirtschaft wird durch Steuererhöhungen, ausbleibende Touristen, Kapitalverkehrskontrollen und ein kommunistisches Regime aller Voraussicht nach nicht gerade Wachstumsimpulse erhalten.“ Anleger sollten deshalb auf der Hut sein und risikobehaftete Investitionen absichern.

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