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18.07.2014

15:23 Uhr

Depot-Contest

„Es gibt keinen Handelskrieg“

VonSara Zinnecker

Nach dem Flugzeugabsturz einer Passagiermaschine über der Ostukraine sind die Märkte nervös. Drohen langfristige Verwerfungen oder stabilisiert sich die Lage wieder? Welche Konsequenzen Vermögensverwalter beim Dax sehen.

Weltweite Konfliktherde drücken Kurse

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DüsseldorfDie Eilmeldung zum Absturz der Boeing 777 über dem Osten der Ukraine erreichte die Öffentlichkeit um 17.07 Uhr: Keine paar Minuten später hatten die Märkte reagiert. Bis zum Handelsschluss um 17.30 Uhr brach – allen voran – der Dax ein, sackte auf 9754 Punkte – ein Minus von 1,1 Prozent. Am Freitagmorgen ging die Talfahrt dann weiter – am Nachmittag fiel die 9700 Punkte Marke.

Börsianer sind beunruhigt: Drohen jetzt längerfristige Verwerfungen des Westens mit Russland und einen Handelskrieg – eine Situation, die die Aktienmärkte nachhaltig negativ beeinflussen könnte? Oder wird sich die Lage wieder beruhigen? Die Teilnehmer des Depot-Contest der Münchner DAB-Bank plädieren für die zweite Variante. Sie gehen davon aus, dass sich die Situation stabilisiert – und die Märkte nur kurzfristig verunsichert sind.

Wer von „Wirtschaftskrieg“ spreche, nehme einen „sehr großen Begriff“ in den Mund, sagt zum Beispiel Patrick Laireiter von der Opemo Aktiengesellschaft. Mehr als an eine finale Eskalation glaubt er daran, dass sich am Ende bei den Beteiligten die Vernunft durchsetzt. Insbesondere Russland dürfte erkennen, dass es sich, was den Handel betrifft, in einer gewissen „Abhängigkeit“ befinde.

„Gerade über den Handel kommen die Menschen zusammen – und zur Vernunft“, meint auch Winfried Walter von der Schneider, Walter & Kollegen Vermögensverwaltung. Diese Aussage sollte im geschichtsträchtigen Jahr 2014 umso mehr gelten – schließlich hatte genau vor 100 Jahren der Erste Weltkrieg Europa auf eine harte Probe gestellt.

Langfristige Auswirkungen auf den Dax fürchtet Walter insofern nicht. Denn: Vielmehr als auf Russland würden die Marktteilnehmer auf einen anderen Spieler schauen: „China ist der dominierende Faktor“, so Walter. Das habe man erst in der vergangenen Woche gesehen. Da hatten unerwartet positive Wachstumszahlen aus der Volksrepublik hierzulande die Märkte nach oben geschickt. „Läuft China, streut das auf den Rest der Welt – und insbesondere auf den Exportweltmeister Deutschland.“

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