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21.01.2016

12:58 Uhr

Depot-Contest

Hohe Aktienquoten führen zum Sieg

VonJessica Schwarzer

Vermögensverwalter blicken auf ein schwieriges Jahr 2015 zurück. Wo die größten Herausforderungen lauerten, was schief lief und welche Strategien beim Depot-Contest der Münchener DAB Bank zum Sieg führten.

Die Vermögensverwalter setzten 2015 nicht nur auf steigende Kurse. dpa

Bulle und Bär

Die Vermögensverwalter setzten 2015 nicht nur auf steigende Kurse.

DüsseldorfStark schwankende Aktienmärkte sind mittlerweile eher die Regel denn die Ausnahme. Und auch an den Anleihemärkten war im vergangenen Jahr einiges los. Man denke nur an die Kapriolen, die die zehnjährige Bundesleihe im vergangenen Frühjahr schlug – einmal Nullrendite und zurück. „Das Jahr 2015 war keins für schwache Nerven“, sagt Max Schott von der Vermögensverwaltung Sand & Schott.

Anlageprofis stellt dieses Marktumfeld immer wieder vor Herausforderungen. Und denen mussten sich auch die Teilnehmer des Depot-Contest des Münchener DAB Bank stellen, den das Handelsblatt als Medienpartner begleitet. Ein Jahr lang messen sie sich in den Kategorien Sicherheit, Ausgewogen und Chance.

Die besten Anlagen 2015

Deutsche Staatsanleihen

Es war vor allem die Europäische Zentralbank die mit ihren Anleihekäufen die Kurse auch der deutschen Staatsbonds immer weiter nach oben trieb. Im Gegenzug sackten die Renditen. Zuletzt sind sie aber wieder gestiegen – so dass für Anleger mit Bundesanleihen nur magere Erträge aus Kursgewinnen und Zinsen blieben. Wer 100.000 Euro in einen Korb aus Bundesbonds steckte hat jetzt 100.310 Euro auf dem Konto. Das ist weniger als sich im Schnitt mit Tagesgeld erwirtschaften ließ.

Stand: 30.12.2015, 11.30 Uhr; Wertentwicklung ohne Transaktionskosten
Quelle: Bloomberg

Aktien Euro-Zone

Die Spreizung im Euro-Raum ist recht groß. Der größte Gewinner in diesem Jahr ist bislang die Börse in Dublin, die mehr als 30 Prozent zulegte. Die Indizes in Spanien, Luxemburg und vor allem in Griechenland und Zypern stürzten dagegen ab. Der Euro Stoxx 50 für die Standardwerte im Euro-Raum gewann 5,1 Prozent, somit wurden aus 100.000 Euro 105.100 Euro.

Deutsche Aktien

Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro in den Dax gesteckt hat, kann sich über ein Plus von 10,26 Prozent, also von 10.260 Euro freuen Noch viel besser entwickelten sich Nebenwerte. Der MDax der mittelgroßen Aktien legte rund 23 Prozent zu, der TecDax 34 Prozent. Auch an anderen europäischen Börsen hatten die Small Caps oft die Nase vorn.

Amerikanische Staatsanleihen

Die Zinserhöhung der US-Notenbank im Dezember konnte US-Bonds bislang nicht viel anhaben. Unter dem Strich und im Mittel aller Laufzeiten sind die Kurse etwas höher als zu Jahresbeginn – und die Renditen entsprechend leicht gesunken. In Dollar gerechnet brachten US-Staatsanleihen Investoren so einen Gesamtertrag aus Zinsen und Kursgewinnen von gut einem Prozent. Da der US-Dollar jedoch deutlich zulegte, profitierten Euro-Anleger: Sie können sich 100.000 in US-Staatsanleihen angelegten Euro jetzt über einen Depotstand von 111.650 Euro freuen.

US-Aktien

Die US-Börsen haben sich von ihrem Einbruch im Sommer erholt – und nach jüngsten Spurt bislang ein mageres Jahresplus geschafft. Der gestiegene Dollar hilft aber Euro-Investoren, die nicht währungsgesichert in den USA angelegt haben. Der S&P 500 stieg in Euro gerechnet um 11,81 Prozent. Aus 100 000 Euro wurden bis kurz vor Jahresschluss 111.810 Euro.

Chinesische Aktien

Kaum eine Börse war so in den Schlagzeilen wie die chinesische. Bis zum Frühjahr stieg sie rasant – dann kam der Absturz. Dabei schreckten die Sorgen um eine Abschwächung der Wirtschaft der Volksrepublik die Investoren weltweit auf. Dennoch notierten der Leitindex Shanghai Composite immer noch deutlich fester als zu Beginn 2015 und auch der Yuan hat auf Jahressicht zum Euro zugelegt. So wurden aus 100.000 im Shanghai Composite angelegten Euro 116.980 Euro

Japanische Aktien

Die Notenbank pumpt weiter Geld in den Markt und das Reformprogramm von Ministerpräsident Shinzo Abe zur Ankurbelung der Wirtschaft greift – wenn auch langsamer als viele erwartet hatten. Entsprechend holprig ging es auch 2015 am japanischen Aktienmarkt zu. Unter dem Strich gilt jedoch: Der Nikkei 225 Index gewann 2015 gut neun Prozent. Gleichzeitig wertete der Yen zum Euro kräftig auf. 100.000 in den Index investierten Euro vermehrten sich deshalb auf 120.020 Euro.

Griechische Staatsanleihen

Auch sie verblüffen Investoren und gelten als zu riskant für eine seriöse Anlage. Im Sommer fürchteten die wenigen Anleger die noch griechische Bonds handeln den Austritt Griechenlands aus dem Euro-Raum. Die Kurse der Staatsbonds fielen drastisch. Sie erholen sich jedoch seit sich das dritte Hilfspaket für Hellas abzeichnet. Die Folge: Wer 100.000 Euro in griechische Staatsbonds verfügte hat jetzt 121.190 Euro.

Venezolanische Aktien

Die Börse in Caracas ist der Überraschungssieger des Jahres, und das obwohl die Wirtschaft das dritte Jahr in Folge in der Rezession steckt. An der Börse werden jedoch nur sehr wenige Aktien gehandelt, die Umsätze liegen täglich bei meist nur ein paar tausend Dollar. Aktien sind aber für venezolanische Investoren eine Möglichkeit ihre Bolivar vor dem Wertverfall angesichts der Inflation von 160 Prozent zu retten. Außer den heimischen Investoren legt kaum jemand Geld in Caracas an. Dennoch: Theoretisch konnten Anleger 361.80 Euro verdienen, wenn sie Anfang des Jahres 100.000 Euro in Venezuelas Leitindex IBC investierten.

Die Sieger führte vor allem ihre hohe, mitunter je nach Kategorie maximal erlaubte Aktienquote von fast 50 Prozent zum Erfolg. Sand & Schott setzen vor allem auf qualitativ hochwertige Dividendentitel. „Diese Dividendenaktien bieten neben attraktiven laufenden Einnahmen oftmals auch eine überdurchschnittliche Kursentwicklung und weisen gerade in schwierigen Aktienmarktphasen Stabilität und geringere Schwankungen auf“, sagt Schott. Mit einem Plus von 12,2 Prozent landeten die Stuttgarter auf dem zweiten Platz in der Kategorie Chance.

Noch besser schnitt Partners Vermögensmanagement mit einem Plus von rund 13 Prozent ab, die ebenfalls auf ausgewählte Standardwerte mit guter Dividendenrendite setzten. „Die größte Herausforderung bestand primär darin, bei den kräftigen Schwankungen ruhig zu bleiben“, sagt Anlageprofi Burkhard Wagner. Auch in der Kategorie Sicherheit hatten Wagner und sein Team die Nase vorn.

Vor allem im ersten Quartal brachten Aktien üppige Renditen und die Stimmung an den Märkten war fast schon euphorisch. Ernst Heemann hat sich davon nicht anstecken lassen. „Wir haben stets darauf geachtet, bei unseren Tradings unserer Strategie treu zu bleiben und keine unkontrollierten Investments zu tätigen“, sagt der Experte der Heemann Vermögensverwaltung, mit fast 14 Prozent Rendite Erstplatzierte in der Kategorie Ausgewogen.

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Auch Nils Petersen hat die maximal mögliche Aktienquote von 50 Prozent im ausgewogenen Depot voll ausgenutzt. „Allerdings haben wir nicht auf steigende Aktienmärkte gesetzt, sondern sind von fallenden Märkten ausgegangen“, sagt der Experte der Top Vermögensverwaltung. „Die größte Herausforderung war eigentlich, den Punkt zu finden, an dem wir den Wechsel aus den Short-Positionen in die Long-Position vornehmen konnten. Da wir Langfristinvestoren sind, war es zum einen schwierig überhaupt gegen den Aktienmarkt zu handeln und dann auch noch den möglichst besten Zeitpunkt zu finden, um wieder auf steigende Kurse zu setzen.“ Doch das hat gut funktioniert: Platz zwei der Kategorie Ausgewogen und Platz drei mit dem sicherheitsorientierten Depot.

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