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25.09.2014

15:54 Uhr

Depot-Contest

Japanische Aktien gehören mit ins Depot

VonSara Zinnecker

Auf der Suche nach mehr Rendite werden Anleger in Japan fündig. Unternehmen sind günstig bewertet und Vieles spricht dafür, dass der Aufwärtstrend an den Aktienmärkten anhält. Was Vermögensverwalter beimischen.

Japan auf dem austeigenden Ast? In den vergangenen sechs Monaten hat der Nikkei um fast 12 Prozent zugelegt. Reuters

Japan auf dem austeigenden Ast? In den vergangenen sechs Monaten hat der Nikkei um fast 12 Prozent zugelegt.

DüsseldorfMit Japan ist das ja so eine Sache. Jahrelang war das Land in einer gefährlichen Deflations-Spirale gefangen, geringes Wachstum paarte sich mit rückläufigen Preisen und Zurückhaltung bei Investitionen und Konsum. Dann kam der neue Premier Shinzo Abê, der seit 2013 einen radikalen Kurswechsel eingeleitet hat. Die sogenannten Abenomics stützen sich auf drei Säulen: aggressive Geldpolitik, Konjunkturprogramme und Strukturreformen. Japan sollte wieder das Zugpferd der asiatischen Wirtschaft werden – so das langfristige Ziel.

Die Reformen – allen voran die ultraexpansive Geldpolitik – tragen Früchte. Preise ziehen an, die Japaner investieren und konsumieren wieder mehr, durch den billigen Yen werden japanische Güter in der Welt attraktiver. Auch wenn die jüngste Mehrwertsteuererhöhung als Mittel zum Kampf gegen die hohe Staatsverschuldung auf die Konjunktur drückt – für einige Teilnehmer des Depot-Contest der Münchner DAB-Bank gehören Investments in japanische Titel mittlerweile ins Portfolio.

„Bereits im letzten Jahr hat der japanische Aktienmarkt, gemessen am Nikkei 225, durch die Unterstützung der Notenbank um mehr als 50 Prozent zugelegt“, weiß zum Beispiel Bernd Linke von der Hoppe Vermögensbetreuung. „Nach Rückschlägen in der ersten Jahreshälfte 2014, ausgelöst durch eine deutliche Erhöhung der Verbrauchssteuer, setzt sich dieser Trend zuletzt wieder fort.“ Besonders kleinere und mittlere Unternehmen dürften von der wirtschaftlichen Erholung in Japan stark profitieren, glaubt der Experte.

Sowohl im sicheren als auch im ausgewogenen Depot hält Linke daher den BGF Japan Small & Midcap Opportunities Fonds beigemischt, der vor allem über die vergangenen sechs Monate stark zugelegt hat. Mit dem Fonds könnten Linke zufolge Anleger von den Entwicklungen in Japan profitieren, ohne dabei einem Währungsrisiko ausgesetzt zu sein. „Anders als bei den meisten Japanfonds wird das Währungsrisiko des Euro zum japanischen Yen abgesichert“, so Linke.

Quantitative Lockerung in den USA

Konzept

In der Finanzkrise hat die Fed die Zinsen auf 0 bis 0,25 Prozent gesenkt. Da sie damit an ihre Grenze stößt, ist sie dazu übergegangen Anleihen und Vermögenswerte zu kaufen.

Ziel

Mit dem Leitzins kann die Fed vor allem die kurzfristigen Zinsen beeinflussen. Wichtiger für Investitionen sind jedoch die langfristigen Zinsen. Durch Anleihekäufe will die Fed diese drücken.

QE I

Der damalige Fed-Chef Bernanke kündigt im März 2009 an, dass die US-Notenbank Anleihen und Wertpapiere im Volumen von einer Billion US-Dollar kauft.

QE II

Im November 2010 legt die Fed ein zweites Programm auf. Bis zum zweiten Quartal 2011 will sie für weitere 600 Milliarden US-Dollar US-Staatsanleihen kaufen.

Operation Twist

Im September 2011 entschließt sich die Fed, kurzläufige Staatsanleihen (bis drei Jahre Laufzeit) im Volumen von 400 Milliarden US-Dollar zu verkaufen. Im Gegenzug will sie das Geld in langläufige Staatsanleihen investieren.

QE III

Im September 2012 beschließt die Fed ein drittes Anleihekaufprogramm. Pro Monat will sie für 40 Milliarden US-Dollar Staatsanleihen kaufen. Im Dezember 2012 erhöht sie den Wert auf 85 Milliarden US-Dollar.

Tapering

Inzwischen hat die neue Fed-Chefin Janet Yellen damit begonnen, das monatliche Volumen der Anleihekäufe herunterzufahren. Am 29. Oktober hat sie beschlossen, die Anleihekäufe auf Null zu senken..

Auch Michael Stegmüller, Vorstand der Performance IMC Vermögensverwaltung, kann japanischen Aktien durchaus etwas abgewinnen. „Japanische Indizes weisen günstigere Bewertungen auf als europäische“, weiß Stegmüller. Für ihn liefern die günstigen Bewertungen jedoch nur einen Grund, warum der japanische Aktienmarkt Potenzial nach oben hat. „Pensionsfonds haben vor die Aktienquote zu erhöhen“, weiß Stegmüller – die höhere Nachfrage dürfte also den Kurs nach oben treiben.

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