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27.08.2013

14:48 Uhr

Depot-Contest

Kaufen, wenn die Kanonen donnern

VonJörg Hackhausen

Investoren fürchten, dass sich der Bürgerkrieg in Syrien zu einem globalen Konflikt ausweiten könnte. Der Dax fällt tief ins Minus, der Ölpreis steigt. Doch manche Anleger wittern bereits auf gute Kaufgelegenheiten.

Händler an der Rohstoffbörse: Die Konflikte im Nahen Osten haben den Ölpreis in die Höhe getrieben. ap

Händler an der Rohstoffbörse: Die Konflikte im Nahen Osten haben den Ölpreis in die Höhe getrieben.

DüsseldorfDie Investoren an den Finanzmärkten scherten sich lange nicht um den Krieg in Syrien. Doch seitdem die USA ein militärisches Eingreifen erwägen, hat sich die Einschätzung geändert. Die Angst geht um, dass sich der Bürgerkrieg zu einem Konflikt mit weltpolitischer Bedeutung ausweiten könnte.

In Frankfurt fiel der Dax um 2,3 Prozent auf 8242 Punkte. Der Leitindex der Istanbuler Börse fiel um 3,5 Prozent. Der Leitindex von Dubai brach sogar um sieben Prozent ein. In New York war der Dow Jones bereits am Vortag nach anfänglichen Gewinnen ins Minus gerutscht, am Dienstag fiel der Index erneut um 1,1 Prozent. Zugleich stieg der Ölpreis. Ein Fass (159 Liter) der Sorte Brent kostete zeitweise 115 Dollar, ein Anstieg um fast fünf Dollar.

Auslöser war eine Rede von US-Außenminister John Kerry. Er forderte die internationale Gemeinschaft auf, im Falle des Einsatzes von Chemiewaffen in Syrien Verantwortung zu übernehmen. Diejenigen müssten zur Verantwortung gezogen werden, die „die abscheulichsten Waffen der Welt gegen die verletzlichsten Menschen der Welt“ einsetzten, sagte Kerry. Das US-Präsidialamt teilte zudem mit, es habe kaum noch Zweifel am Einsatz von Giftgas durch die syrische Regierung. Genau dies hatte US-Präsident Barack Obama immer wieder als „rote Linie“ bezeichnet. Ein Militärschlag könnte nun unmittelbar bevorstehen.

Was 2013 aus 100.000 Euro wurde (1.Halbjahr)

Silber

62.510 Euro

Brasilianische Aktien

73.320 Euro

Gold

74.490 Euro

Russische Aktien

83.690 Euro

Chinesische Aktien (Shanghai Composite)

88.730 Euro

Türkische Aktien

90.210 Euro

Bundesanleihen

98.260 Euro

US-Treasuries

98.540 Euro

Sparbuch

100.032 Euro

Tagesgeld

100.930 Euro

US-Dollar

101.220 Euro

Deutsche Aktien

104.360 Euro

Öl (WTI)

105.550 Euro

Japanische Aktien

113.630 Euro

US-Aktien

115.280 Euro

Venezolanische Aktien

151.720 Euro

„Sollte es dazu kommen, könnte das eine Korrektur an den Märkten verstärken“, sagt Georg Thilenius, Gründer und Vorstand von Dr. Thilenius Management. Der Vermögensverwalter aus Stuttgart, der beim Depot-Contest der DAB Bank in der Kategorie „Chance“ antritt, geht davon aus, dass die Börsen in diesem Fall um fünf bis zehn Prozent nachgeben werden. Er erwartet aber keinen Flächenbrand, sondern eine schnelle Lösung des Konflikts.

Darauf sind auch die USA aus. Die „Washington Post“ berichtete bereits Details zu einer möglichen militärischen Intervention. Diese könnte nur ein bis zwei Tage dauern, hieß es unter Berufung auf hochrangige Regierungskreise. Obama prüfe einen Militärschlag, dessen Umfang und Dauer begrenzt wären und die USA nicht tiefer in den syrischen Bürgerkrieg hineinziehen würde.

In der Vergangenheit sorgten die Kriege der USA immer wieder für Verunsicherung an den weltweiten Finanzmärkten – oftmals aber nur vorübergehend. Als irakische Truppen im August 1990 in Kuwait einmarschierten, fiel der Dow Jones innerhalb von wenigen Wochen um mehr als 20 Prozent. Die Investoren fürchteten, dass der Konflikt die Versorgung der Welt mit Öl empfindlich stören könne. Ein militärisches Eingreifen der USA zeichnete sich schon im Herbst ab. Als Amerika dann im Januar 1991 tatsächlich in den Krieg zog, ging es an den Börsen steil aufwärts. Bis zum Frühjahr waren die vorherigen Verluste an den Finanzmärkten ausgeglichen.

Kommentare (13)

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BC8888

27.08.2013, 12:47 Uhr

Und was kaufen die Syrer von der westlichen Welt, daß es hier mittelfristig zum Problem werden könnte? Ist es nicht eher so, daß die schlechte Wirtschaftslage der aufstrebenden (BRIC-) Staaten verbunden mit Währungsverlusten der dortigen Währungen zum € und $ sowie die steigenden Zinsen die Erträge der Großunternehmen viel stärker belasten, was sich voraussichtlich in den Q3-Zahlen ab Anfang November bzw. in sinkenden Auftragseingängen bzw. -beständen widerspiegeln wird? Besonders Banken, die langfristige Darlehen zu günstigen Zinsen nur kurzfristig finanziert haben, werden schon bald Probleme bekommen, eingedenk der "Savings- and Loan-Crisis" in den 80er Jahren.

Account gelöscht!

27.08.2013, 14:55 Uhr

Kaufen, wenn die Kanonen donnern! Genau, was scheren uns die zerfetzten Leiber der Toten, wir kaufen wenn die Kanonen donnern. Die Investoren, die Finanzmärkte bla bla bla. Man möchte Kotzen, wenn man so einen Dreck liest. Schämt Euch, ob solcher Überschriften, geht's noch ? Was sollen diese abgedroschenen Sprüche von widerlichen Kriegstreibern wie Rothschild ?
Nochmal. Schämt Euch!

Account gelöscht!

27.08.2013, 15:20 Uhr

lach!
*
Das HB ist eine Zeitung für Investoren und daher gehört das durchaus dazu.
*
Tränen kann man am Kaffeetisch mit Tante Emma vergießen.

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