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11.10.2013

15:53 Uhr

Depot-Contest

Keine Angst vor dem 17. Oktober

Kaum gibt es erste Hoffnungsschimmer, dass der US-Haushaltsstreit beigelegt wird, herrscht an den Weltbörsen gute Laune. Auch Vermögensverwalter sind optimistisch. Allerdings ist die Gefahr noch nicht gebannt.

Ein Händler an der New Yorker Wall Street: Börsianer spekulieren auf eine Lösung im US-Haushaltsstreit. ap

Ein Händler an der New Yorker Wall Street: Börsianer spekulieren auf eine Lösung im US-Haushaltsstreit.

DüsseldorfDer Durchbruch war es noch nicht, aber immerhin ein Hoffnungsschimmer. Als am Donnerstagnachmittag Washingtoner Zeit die Nachricht die Runde machte, die zerstrittenen Politiker in der US-Hauptstadt seien zu Gesprächen bereit, versetzte das die Märkte in Feierlaune. Der Dow Jones legte um mehr als zwei Prozent zu. In Japan kletterte am Morgen der Nikkei. Und auch der Dax legt zu.

Börsianer spekulieren darauf, dass sich Demokraten und Republikaner am Ende doch noch zu einer Lösung im zermürbenden Haushaltsstreit durchringen können. Auch Michael Stegmueller von der Performance IMC Vermögensverwaltung rechnet mit einem positiven Ausgang „just in time“, also kurz vor dem 17. Oktober. An diesem Tag erreichen die USA die Schuldenobergrenze – ohne Anhebung droht erstmals in der Geschichte der Vereinigten Staaten die Zahlungsunfähigkeit.

Dass es so weit kommt, glaubt Stegmueller nicht. „Die tragische Komödie der politischen Eliten in den USA sollte sich nicht zum globalen Katastrophenszenario ausweiten“, so der Vermögensverwalter. „Dafür steht trotz aller ideologischer Demagogie und der tiefen Spaltung der amerikanischen Gesellschaft zu viel auf dem Spiel.“ Karl-Heinz Geiger von SVA Vermögensverwaltung ergänzt: „Die USA ist sich bei allem internen Ärger ihrer weltpolitischen Rolle bewusst und wir gehen davon aus, dass die handelnden Personen schlussendlich im Sinne der Weltwirtschaft entscheiden werden.“

Doch noch ist die Gefahr nicht gebannt, die Zahlungsunfähigkeit nicht abgewendet. Sollte es wider Erwarten nicht zu einer Lösung kommen, drohen erhebliche Turbulenzen an den Märkten. Geiger ist überzeugt, dass es dann alle Anlagesegmente trifft – mit einer Ausnahme. „Einzig das Gold sollte davon dann eher positiv betroffen sein“, so der Vermögensverwalter. Gold gilt gemeinhin als sicherer Hafen in Krisenzeiten. In Jahren der Finanz- und Schuldenkrise legte das gelbe Edelmetall eine beeindruckende Rally hin. Im September 2011 markierte der Goldpreis sein bisheriges Rekordhoch von 1921,15 Dollar je Unze.

Seither ist der Goldpreis allerdings um gut 30 Prozent abgestürzt. Vor allem in den vergangenen Monaten ging es abwärts. Doch Geiger bewahrt die Ruhe: „Wir haben seit einigen Jahren einen gewissen Grundstock als Goldreserve im Depot, den wir auch in diesem Jahr, trotz des teilweise heftigen Rückgangs seit Jahresbeginn, nicht reduziert haben“, sagt er. „Im Gegenteil, wir haben die Schwäche des Goldes für weitere Zukäufe genutzt.“

So legen die Deutschen ihr Geld an

Top 7

Sicherheitsdenken dominiert sehr stark auch die Anlagestrategien männlicher Finanzanleger. 86 Prozent der befragten Männer können sich nicht vorstellen, bei Anlagen für eine höhere Rendite ein höheres Risiko in Kauf zu nehmen. Frauen sind aber offenbar noch sicherheitsorientierter: 96 Prozent von ihnen wollen bei der Geldanlage möglichst kein Risiko eingehen.

Top 6

Trotz des derzeit allgemein niedrigen Zinsniveaus können sich nur neun Prozent der Anleger vorstellen, bei künftigen Finanzanlagen mit einer höheren Risikobereitschaft gegebenenfalls eine höhere Rendite zu erzielen. Mit 91 Prozent legt die Mehrheit der deutschen Sparer einen großen Wert auf Sicherheit.

Top 5

Neben Festgeld und Tagesgeld würden die Verbraucher 2013 auch stärker in Immobilien, Gold und andere Edelmetalle investieren, wenn sie einen größeren Geldbetrag dafür zur Verfügung hätten. Den größten Zuwachs im Vergleich zu 2012 erleben Immobilien. 46 Prozent aller deutschen Anleger würden sich ein Haus oder eine Wohnung anschaffen. Auch die Krisenwährung Gold ist 2013 deutlich beliebter. Knapp 30 Prozent der deutschen Anleger würden sich größere Goldbestände zulegen.

Top 4

Während Frauen tendenziell stärker in Festgeld sowie Tagesgeld investiert sind, meiden sie Aktienanlagen noch in stärkerem Maße als Männer. Bei Fonds sind hingegen nur geringfügige, bei Immobilien, Gold und anderen Edelmetallen sogar überhaupt keine Unterschiede im Anlageverhalten von Männern und Frauen feststellbar.

Top 3

Im Jahr 2012 waren bei den deutschen Anlegern Festgeld und Tagesgeld die beliebtesten Anlageprodukte. Obwohl der Dax in diesem Jahr um rund 30 Prozent zulegte, rangieren börsennotierte Finanzprodukte erst deutlich danach. Gerade einmal jeder fünfte Deutsche investierte sein Geld in Aktien. Darauf folgten Immobilien mit knapp 17 Prozent. Das in der Krise besonders beliebte Anlageobjekt Gold lag mit gerade einmal neun Prozent ebenfalls auf den hinteren Plätzen.

Top 2

Trotz eines weiteren Euro-Krisenjahrs stieg der Dax 2012 auf ein neues Allzeithoch. Knapp die Hälfte (48 Prozent) der deutschen Anleger zeigte sich trotz der guten Kursentwicklung mit der Werteentwicklung ihrer Finanzanlage unzufrieden.

Top 1

Der Anteil der Deutschen, die 2012 einen nennenswerten Geldbetrag angelegt haben, steigt mit zunehmenden Alter erkennbar an. Mit knapp 65 Prozent stellen Deutsche ab 60 Jahren die größte Gruppe der Privatanleger.

Doch weder Geiger noch Stegmueller rechnen mit dem Worst-Case-Szenario – im Gegenteil. „Eine klare Lösung, das heißt die Anhebung der Verschuldungsgrenze – und das nicht nur für zwei Monate, sondern für einen mittelfristigen Zeitraum –, sollte in Verbindung mit guten Quartalszahlen der Unternehmen, eine auch signifikante Aufwärtsbewegung einleiten können“, sagt der IMC-Experte. Er rechnet damit, dass eine solche Aufwärtsbewegung bis zum Jahresende anhalten könnte. An den Anleihemärkten rechnet er nicht mit signifikanten Ausschlägen.

 

Welche Anlagestrategie die beiden Experten verfolgen und wie sie auf die aktuelle Haushaltskrise in den USA reagieren, können Interessierte beim Depot-Contest der Münchener DAB-Bank verfolgen. Noch bis zum Jahresende messen sich mehr als 30 Vermögensverwalter in den Kategorien „Sicherheit“, „Ausgewogen“ und „Chance“.

Von

jes

Kommentare (5)

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harry

11.10.2013, 17:01 Uhr

Boehner wollte, aber er darf nicht. Genau das haben doch viele Marktteilnehmer einkalkuliert. Sie spekulieren auf die Großinvestoren, die bei einem Crash viel Geld verlieren könnten. Diese Großinvestoren sind zwar überwiegend Anhänger der Republikaner, aber auch sie können kalte Füße bekommen, wenn es ernst wird.
Kurz:
Die Großinvestoren haben Boehner zurück gepfiffen. Den Großinvestoren ist es im übrigen auch egal, ob Millionen wegen des Shutdowns nicht arbeiten, bzw. im schlimmsten Fall verhungern. Hauptsache die Kohle stimmt.

Punkt.

Wenn man es so sieht, wird es wohl nie einen richtigen Crash wegen Zahlungsausfall geben. Dann schon eher einen Schulden-Crash. Aber dieser kann auf sich warten lassen, siehe Japan. Das kann gut und gerne noch mal 10 Jahre ,oder länger,dauern.

klara

12.10.2013, 10:25 Uhr

...erhalte soeben eine Einladung zur größten Lachnummer-Partie aus den Staaten. Mein Freund rät mir, jetzt hier schon mit einer Banane quer im Maul zu üben, damit ich drüben besser mit lachen kann. Die Vorbereitungen laufen noch, aber man will alles, aber auch wirklich alles auf die Strasse bringen. Zusätzliche Fernseh-Teams hat man sogar aus Australien angeheuert. Und ich freue mich drauf mit zu feiern. Hab mir extra Urlaub genommen, um die Partie mit zu feiern..

Account gelöscht!

12.10.2013, 11:27 Uhr

Die erneute Anhebung der Schuldenobergrenze kann nicht die Lösung sein. Richtig ist es, endlich die US-Finanzen zu konsolidieren und die Obama Schuldenorgie (6 Billionen neue Schulden in 4 Jahren!!) zu stoppen.

Obaqma braucht jedes Jahr eine Billion Dollar mehr als er einnimmt. Was ist das? Warum tut er das? Wie will er zu einem ausgeglichenen Haushalt kommen?

In Europa konsolidieren wir doch auch, und keiner sagt, die Welt explodiert. Nein, gerade Obamas Schuldenpolitik wird die Welt ins Verderben stürzen und nicht der Schuldenstopp der Republikaner.

Spätere Generationen werden den Republikanern für einen Schuldenstopp dankbar sein.

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