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15.12.2014

14:48 Uhr

Depot-Contest

Klein, aber fein

VonJessica Schwarzer

Die Nebenwerte aus dem MDax und dem SDax entwickeln sich oft besser als die Schwergewichte im Dax. Welche Chancen und Risiken Vermögensverwalter jetzt sehen und worauf Anleger achten müssen.

Börsenzwerge entwickeln sich oft besser als die Aktien von Großkonzernen. dpa

Börsenzwerge entwickeln sich oft besser als die Aktien von Großkonzernen.

DüsseldorfIm Fokus der Anleger stehen oft die ganz großen Werte aus dem Deutschen Aktienindex, dem amerikanischen Dow Jones oder anderen bekannten Börsenbarometern. Dabei locken die kleineren Werte - im Börsendeutsch Small Caps genannt - mit viel höheren Renditen. Das haben die beiden Nobelpreisträger Eugene Fama und Kenneth French bereits vor Jahren bewiesen. Vor allem unterbewertete Titel, sogenannte Value-Aktien führen zum Anlageerfolg.

Doch die Börsenzwerge laufen nicht immer besser als die Riesen im Dax. In den vergangenen drei Jahren lief der Standardwerteindex etwas besser als sein kleiner Bruder S-Dax. Ähnlich war es in den USA, wo der S&P 500 ein besseres Ergebnis ablieferte als der S&P 600 Small Companies.

Vor allem im laufenden Jahr taten sich Nebenwerte schwer. „Im Zuge einer sich abkühlenden Konjunktur, fortgeschrittener Bewertungen und der vielen internationalen Krisenherden ist die Risikobereitschaft der Anleger zurückgegangen“, sagt Max Schott, Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Sand und Schott. „In Krisenzeiten müssen Anleger in Nebenwerte besonders hohe Rückschläge verkraften.“ In Europa lief es in den vergangenen Monaten allerdings besser für die Nebenwerte. Der Stoxx 50 war den Indizes für europäische Small und Mid Caps deutlich unterlegen - die starke Gewichtung der Finanztitel im Stoxx 50 verhagelte die Performance.

So legen Vermögende ihr Geld an

Ab wann ist man „vermögend“?

Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln gehört man bereits mit einem Nettovermögen von rund 261.000 Euro zum reichsten Zehntel der erwachsenen Bevölkerung. Das bedeutet, dass 6,7 Millionen Menschen in Deutschland vermögend sind. Durchschnittlich kommen sie auf ein Nettovermögen von 639.000 Euro je Erwachsener.

Wie viel Vermögen hat der deutsche Durchschnittsbürger?

Das durchschnittliche Nettovermögen beträgt 115.000 Euro.

Wie viele Millionäre gibt es in Deutschland?

Über ein Nettovermögen von mindestens 1 Million Euro verfügt nur ein Prozent der Erwachsenen, das sind rund 670.000 Menschen.

Wie wird man reich?

Ein Blick auf die Altersstruktur der Vermögenden zeigt: Reichsein ist häufig das Ergebnis eines Lebenswerkes. Fast drei Viertel des reichsten Bevölkerungszehntels sind mindestens 50 Jahre alt, rund 40 Prozent sogar bereits in Rente. Und: Neben dem Alter ist vor allem der berufliche Status wichtig. Im vermögensstärksten Zehntel sind gut 21 Prozent Selbstständige – dreimal so viel wie in der gesamten Bevölkerung.

Wie legen Vermögende ihr Geld an?

Durchschnittlich hat ein Vermögender in Deutschland 41.000 Euro auf dem Sparkonto, 16.000 Euro Fondsanteile sowie 11.500 Euro in Anleihen und 12.000 Euro in Aktien. Außerdem sind 199.000 Euro im Eigenheim angelegt und 202.000 Euro in sonstigen, beispielsweise vermieteten Immobilien.

Wie legt der Durchschnittsdeutsche sein Geld an?

Der durchschnittliche Erwachsene hat 12.000 Euro auf dem Sparkonto, 3.000 Euro Fondsanteile, 1.500 Euro Anleihen und 2.000 Euro Aktien sowie 54.000 Euro im Eigenheim und 27.000 in sonstigen, beispielsweise vermieteten Immobilien angelegt.

Auch wenn es Jahre gibt, in denen die Schwergewichte sich besser entwickeln, sind viele Anlageexperten wie Fama und French überzeugt von der Stärke der Kleinen. „Prognosen sind natürlich immer schwierig, aber das Small Caps die Aktienkategorie mit den höchsten Renditeerwartungen sind, steht fest“, sagt Nils Petersen, Fondsmanager bei der Top Vermögensverwaltung. Das werde sich auch für 2015 nicht ändern. „Wenn Anleger bereit sind, in diese Klasse zu investieren und kurzfristig orientiert sind, müssen sie rein aus Rendite-Gesichtspunkten wohl in allen drei Regionen auf Small Caps setzen.“ Anleger die allerdings eher vorsichtig am Aktienmarkt agieren würden, um ihr Risiko zu begrenzen, sollten sich lieber für die Large Caps entscheiden, rät der Experte.

Die Auswahl von Nebenwerten ist oft gar nicht so einfach. Während über die großen Dax-Konzerne fast täglich in den Medien berichtet wird, gibt es über die Werte aus der zweiten und dritten Reihe weniger Informationen –erst recht, wenn es um ausländische Aktien geht. Bert-Ardo Spelter von ICFB Investment Consulting Financial Brokerage empfiehlt Anlegern deshalb, auf aktiv gemanagte Nebenwerte-Fonds zu setzen.

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