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03.04.2013

12:34 Uhr

Depot-Contest

„Mit Aktien fühle ich mich sauwohl“

VonJessica Schwarzer

Dass die Märkte bereits heiß gelaufen sind, glaubt Stephan Albrech nicht. Der Vermögensverwalter sieht noch viele interessante Anlagemöglichkeiten. Dass die Deutschen lieber Anleihen als Aktien kaufen, sei unsinnig.

Stephan Albrech ist Vorstand der Albrech & Cie Vermögensverwaltung . Pressesfoto

Stephan Albrech ist Vorstand der Albrech & Cie Vermögensverwaltung .

Herr Albrech, wie haben Sie die Zypern-Krise als Börsianer erlebt?
Das war sehr spannend. Die Feilscherei der Politiker, die Reaktionen der Märkte auf das Ergebnis – das waren spannende Tage. Einerseits finde ich es sehr bedenklich, dass auf das Ersparte der Menschen zugegriffen wird, andererseits ist dieser Schritt im Falle Zyperns aber auch sehr verständlich.

Warum?
Zypern oder genauer die zyprische Regierung hat bestimmte Gelder angelockt – Stichwort Steueroase. Da wäre es wohl kaum zu vermitteln gewesen, die Banken mit dem Steuergeld aus Deutschland oder Frankreich zu retten, die Milliarden auf den Konten aber nicht anzugreifen. Es war ein politischer Spagat und gerade in Deutschland war die Kommunikation natürlich sehr wahlkampfgetrieben.

Das Hilfspaket in Kürze

Anlegerschutz

Im Gegensatz zur ursprünglichen Fassung der Abmachung von Mitte März werden Konten mit Guthaben von weniger als 100 000 Euro nicht angerührt. Die geplante generelle Zwangsabgabe auf Konten entfällt.

Endgültige Abmachung

Sie soll im April stehen. Zuvor müssen nationale Parlamente wie in Deutschland noch zustimmen. Die ersten Auszahlungen aus dem europäischen Rettungsschirm ESM soll es dann im Mai geben.

Umfang

Die Finanzhilfen der Geldgeber umfassen bis zu zehn Milliarden Euro. Der Internationale Währungsfonds will sich beteiligen, eine Summe steht noch nicht fest. Im Gespräch ist rund eine Milliarde Euro.

Zyprische Banken

Zypern sichert zu, sein aufgeblähtes Bankensystem zu sanieren und deutlich zu verkleinern. Die zweitgrößte Bank Laiki wird abgewickelt. Der Branchenprimus Bank of Cyprus wird zurechtgestutzt und übernimmt den überlebensfähigen Teil von Laiki.

Es wurde heiß diskutiert, aber die Börsen hat das eher kalt gelassen.
Natürlich gab es die zu erwartenden psychologischen Effekte, aber das hielt sich in Grenzen. Es ist ja seit dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008 hauptsächlich die Psychologie – also Gier, Angst oder gar Panik –, die die Kurse bewegt.

Und das billige Geld der Notenbanken…
Auch das. Und auch das ist viel Psychologie. Ohne das Geld, mit dem die Notenbanken weltweit die Märkte geflutet haben, und ohne das Versprechen von EZB-Präsident Mario Draghi, den Euro um jeden Preis zu retten, hätten wir niemals diese Börsenrally erlebt. Der Dax ist im vergangenen Jahr sehr viel stärker gestiegen, als es wirtschaftlich gerechtfertigt gewesen wäre.

Sind die Märkte also heiß gelaufen?
Nein, das glaube ich nicht. Es gibt immer noch viele interessante Anlagemöglichkeiten an der Börse. Anleger sollten Aktien keinesfalls aus dem Fokus lassen.

Die Deutschen mögen aber keine Aktien.
Sie meiden Aktien, ja. Aber was wir derzeit erleben, ist völlig schizophren: Die Menschen misstrauen einerseits dem Euro. Das können Sie aus unzähligen Umfragen ablesen. Andererseits lassen sie das Geld, ihre schwer verdienten Euro aber auf Tagesgeldkonten liegen.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

03.04.2013, 13:06 Uhr

Genau so!

Als 1945 wirklich alles in Trümmern lag, sind die Aktienbesitzer der großen Firmen 10 Jahre später wie von Zauberhand trotz Lastenausgleich wieder oben auf gewesen.

Was immer passiert, gegessen und geheizt wird immer.
Und so schlimm wie 1945 wird es auch nicht.
Ob diese Aktien in 10 Jahren in EURO, Dollar, DM oder Entenhausthaler gehandelt werden ist egal.

Account gelöscht!

03.04.2013, 13:12 Uhr

Ohne speziell diesen Kommentar im einzelnen zu bewerten; aber wenn jemand was drauf hat dann arbeitet er/sie mit eigenem Geld auf eigene Rechnung, statt den Müll zu verkaufen oder nur Kundengelder zu verwalten.

Und ja, dazu gehört sicherlich als Voraussetzung eine knapp 10-Jährige IB-Karriere hinter sich zu haben, und als Senior-Trader sowohl aufs Nostro-Buch gehandelt als auch als Eurex und Xetra Marketmaker bzw. Designated Sponsor gearbeitet zu haben.

Privatier

03.04.2013, 19:13 Uhr

"Mit Aktien fühle ich mich sauwohl"
Klar sagt das ein Vermögensverwalter. Sind ja nicht seine Eigenen Aktien!
Hauptsache angelegt und Provision gemacht. egal wohin die Reise geht.
Derjenige, der es drauf hat, arbeitet mit eigenem Geld und auf eigenes Risiko!
Fremdgeld verwalten ist doch ein schlauer Job. Gewinne werden geteilt, Verluste trägt der Geldgeber alleine!

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