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24.04.2013

10:57 Uhr

Depot-Contest

Nur keine Panik!

VonJessica Schwarzer

Negative Nachrichten stürzen die Börsen immer wieder in Turbulenzen. Kein Grund, um nervös zu werden, meinen Vermögensverwalter. Was sie für die kommenden Monate erwarten und welche Strategien sie jetzt empfehlen.

Börsenhändler sitzen an ihren Arbeitsplätzen im Handelssaal der Börse in Frankfurt. dpa

Börsenhändler sitzen an ihren Arbeitsplätzen im Handelssaal der Börse in Frankfurt.

DüsseldorfDie Rekordjagd hat der Dax vorerst abgesagt. Auch S&P 500 und Dow Jones sind von ihren Allzeithochs zurückgekommen, wenn auch nur leicht. Vor allem in der vergangenen Woche drückten schlechte Nachrichten auf die Stimmung: Schwächere Wirtschaftsdaten aus China und  Konjunktursorgen in Europa lasteten auf den Weltbörsen. Allein der Dax gab auf Wochensicht fast vier Prozent nach, ist aber schon wieder auf Erholungskurs. Während manch Privatanleger angesichts solcher Rücksetzer nervös wurde, behielten die Profis ihre Nerven – das zeigt die aktuelle Umfrage des Analysehauses Sentix.

Auch die Bestplatzierten im Depot-Contest der DAB Bank blieben gelassen. „Eine  Korrektur hatte sich angekündigt, der Rückschlag auf 7.500 Punkte lag im Rahmen unserer Erwartungen“,  sagt Bert-Ardo Spelter von ICFB Investment Consulting Financial Brokerage. Der Vermögensverwalter misst sich seit Anfang des Jahres mit 30 Wettbewerbern beim Depot-Contest. In der Spielkategorie „Chance“ ist er mit einem Zuwachs von fast fünf Prozent Spitzenreiter. „Auch wenn die Konjunkturdaten zuletzt enttäuschend waren, glaube ich nicht an einen grundsätzlichen Umschwung“, so Spelter. Die unbefriedigende europäische Rettungspolitik oder auch Anschläge wie in Boston sorgen meist nur für vorübergehende Korrekturen.

Depot-Contest: Auf Nummer sicher gehen, aber wie?

Depot-Contest

Auf Nummer sicher gehen, aber wie?

Wie Vermögensverwalter das Rendite-Dilemma lösen.

Das sieht Nils Petersen ähnlich. „Nach dem Zypern-Desaster und schwächeren Daten aus China, die aber noch immer gut sind, kaspern wir nun rum“, sagt der Experte der TOP Vermögensverwaltung. „Und wenn man sich die vergangenen anderthalb Jahre anschaut, dann war das eine ganz gesunde Bereinigung.“ Anlegern rät er, solche Rücksetzer zu Käufen zu nutzen. Im Depot-Contest hatte Petersen diese Option allerdings nicht, weil er voll investiert ist.

Spielregeln des DAB Depot-Contest

Wie hoch ist das Startkapital?

Jeder Teilnehmer erhält zum Start des Contests eine virtuelle Summe in Höhe von 1.000.000 Euro.

Womit darf gehandelt werden?

Die Vermögensverwalter dürfen in alle in Deutschland handelbaren Aktien investieren. Außerdem in alle über die DAB handelbaren Fonds und Anleihen, in Aktien der Börsenplätze Nasdaq und Nyse sowie in ungehebelte Zertifikate. Die Vermögensverwalter dürfen zwischen drei Depotvarianten wählen.

Welche Depotvarianten gibt es?

1. Sicherheit: Wertschwankungen und die Wahrscheinlichkeit des Verlusts des eingesetzten Kapitals sollen minimiert werden. Überwiegend soll in auf Euro denominierte Werte investiert werden. Die Aktienquote darf nicht über 20 Prozent liegen.

2. Ausgewogen: Es soll eine höhere Rendite als im Anlegerprofil "Sicherheit" erreicht werden. Die Risiken sollen überschaubar sein, kurzfristige leichte Verluste werden aber akzeptiert. Die Aktienquote darf nicht über 50 Prozent liegen.

3. Chance: Es werden überdurchschnittlich hohe Erträge erwartet. Größere Risiken dürfen eingegangen werden. Das Depot muss vollständig aus Aktien bestehen.

Wie erfolgt die Orderaufgabe?

Investitionen können jederzeit online über den Ordermanager der DAB bank erfolgen. Als Handelszusatz stehen die übliche Optionen zur Verfügung: Limit, billigst/bestens, Fill oder kill, Teilausführung.

Sonstige Regeln

Der Barbestand darf beliebig hoch sein und wird mit dem Tagesgeld-Zinssatz der DAB bank verzinst. Daytrading und Arbitragegeschäfte sind nicht zulässig, die Aufstockung eines Bestands an einem Wertpapier hingegen schon. Die Teilnehmer können keine Kredite nehmen.

Die Berechnung des Gesamtrankings

Die Rangliste ergibt sich aus der Performance sowie dem Einfluss des Verlustfaktors, abhängig vom jeweiligen Anlegerprofil. Im Profil Sicherheit wird das Verlustrisiko mit 30 Prozent gewichtet, im Profil Ausgewogen mit 20 Prozent und im Profil Chance mit 10 Prozent.

Wer mittel- bis langfristig orientiert ist, kann kurzfristige Volatilität getrost ignorieren, ist auch Stefan Grommer überzeugt. „Kurzfristige Rücksetzer sind nichts, woran wir uns mit unserer Anlagestrategie orientieren“, sagt der Vermögensverwalter von Plückthun Asset Management. Mit einem breiten Mix global investierender Aktienfonds und einer leichten Übergewichtung Japans schafft er es aktuell auf den zweiten Platz beim Depot-Contest.

Kommentare (1)

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Norwid

24.04.2013, 14:44 Uhr

"Während manch Privatanleger angesichts solcher Rücksetzer nervös wurde, behielten die Profis ihre Nerven – das zeigt die aktuelle Umfrage des Analysehauses Sentix."
Da könnte man sich natürlich fragen, wer eigentlich für die Kursrückgänge der letzten Woche verantwortlich ist. Privatanleger wohl kaum. Die haben mitunter einen längeren Atem als manch institutioneller Spekulant.

Bei Sonnenschein sieht man immer gelassen in den Rückspiegel. Letzte Woche wurde noch debattiert, ob es sich nur über eine vorübergehende Korrektur oder um ein Ende der Hausse handelte ...

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