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06.03.2013

14:12 Uhr

Depot-Contest

Risiko? Welches Risiko?

Euro-Krise, US-Haushaltskrise, Konjunktursorgen – an den Börsen scheint das derzeit spurlos vorbeizugehen. Die meisten Vermögensverwalter erwarten steigende oder gleich bleibende Märkte. Doch die Zweifel wachsen.

Ein Bulle vor dem Dax-Chart: Die Börsen-Party geht weiter, noch. Reuters

Ein Bulle vor dem Dax-Chart: Die Börsen-Party geht weiter, noch.

DüsseldorfDer Dax ist auf Rekordkurs, der Dow Jones hat sein Allzeithoch gerade erst geknackt. Heile Welt an der Börse. Die herben Kursverluste aus Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise sind längst wettgemacht. Dass die Schuldenkrise diesseits und jenseits des Atlantiks alles andere als behoben ist, scheinen Investoren zumindest zeitweise zu verdrängen. Die Notenbanken werden es schon richten, schließlich fluten sie die Märkte nach wie vor mit billigem Geld. Und dieses Geld sucht Anlagemöglichkeiten. Vor allem Aktien haben zuletzt profitiert.

Steigen die Kurse, steigt die Laune der Anleger. Auch die unabhängigen Vermögensverwalter, die sich im Depot-Contest der DAB Bank messen, sind positiv gestimmt. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Direktanlagebank. Immerhin gehen 38 Prozent der Befragten im März von steigenden Kursen aus und 42 Prozent von gleich bleibenden Kursen. Nur 19 Prozent befürchten fallende Märkte.

Dax-Prognose: Wo steht der Leitindex Ende 2013?

Umfrage

Knapp 30 Prozent hat der Dax 2012 zugelegt. Weil Deutschlands Topkonzerne bestens aufgestellt sind, hält der Aufwärtstrend in diesem Jahr an, sagen Experten.

Quelle: Handelsblatt, Stand: 30.12.2012

Der Träumer

Nomura: 8.890 Punkte

Die Super-Optimisten

8500 Punkte erwarten Baader Bank, Commerzbank, Haspa und LBBW

Die Optimisten

Bank of America Merrill Lynch und Warburg: 8400 Punkte
BHF-Bank und Hauck & Aufhäuser: 8300 Punkte

Die Zuversichtlichen

Santander Bank: 8250 Punkte
Helaba, HSBC Trinkaus, Landesbank Berlin, Natixis, WGZ-Bank: 8200 Punkte

Die Durchschnittlichen

VP Bank: 8100 Punkte
BNP Paribas: 8084 Punkte

Der Durchschnitt

Der Schnitt aller befragten Experten liegt bei 8029 Punkten

Die 8.000er

8000 Punkte erwarten bis Ende 2013 Bankhaus Lampe, Bayerische Landesbank, Dekabank, Deutsche Bank und Unicredit

Die Vorsichtigen

7800 Punkte sehen Bank Julius Bär, Berenberg Bank, DZ Bank, NordLB und UBS
JP Morgan: 7785 Punkte
Postbank: 7750 Punkte

Die Negativen

Fürst Fugger Privatbank: 7600 Punkte
Bank Sarasin: 7500 Punkte

Die Pessimisten

National Bank: 7300 Punkte
Sociètè Gènèrale: 7250 Punkte

Der Super-Pessimist

Bankhaus Ellwanger & Geiger: 6900 Punkte

Besonders optimistisch ist Michael Dutz von Adlatus: „Wir glauben, dass bald die Marke von 9.000 Punkten fällt, wobei die 9.000 Punkte das Minimalziel für 2013 sind.“ Das diese Prognose nicht unbedingt zu den aktuellen Nachrichten passt, ist ihm durchaus bewusst. „An der Börse handeln wir die Zukunft“, erklärt er. „Und wir gehen davon aus, dass die USA ihren Haushaltsstreit im Laufe des Jahres beilegen und auch die Europäer weiter an der Krisenbekämpfung arbeiten.“ Davon würden die Börsen dann zwangsläufig profitieren. Vor allem wenn wieder mehr investiert werde und die strikten Spardiktate gelockert würden, würde das die Unternehmen, ihre Aktien und folglich die Märkte beflügeln.

„So lange unsere 'Risk-On-Risk-Off‘-Indikatoren optimistisch sind, bleiben wir positiv gestimmt und setzen weiter auf steigende Kurse“, sagt Friedrich Bensmann von der Heemann Vermögensverwaltung aus Gronau. „Sobald die Indikatoren drehen – und dies kann binnen weniger Tage der Fall sein – , beabsichtigen wir jedoch, das Risiko zu reduzieren.“ Eine Prognose, wann es soweit ist, will er allerdings nicht wagen.  

Für 55 Prozent der Finanzprofis sind deutsche Aktien derzeit fair bewertet. 35 Prozent halten sie für unterbewertet und lediglich zwölf Prozent für überbewertet. Die Ergebnisse der Befragung sind Grundlage für den Profi-Börsentrend der DAB Bank. Der Index liegt aktuell bei 21 Punkten und damit unter den 28 Punkten vom vergangenen Monat, als die Vermögensverwalter noch ein wenig optimistischer waren.  

Die Stimmung hat also bereits einen kleinen Dämpfer erhalten. Das gilt auch für Guido vom Schemm. Nachdem der Experte von Merito Asset Management noch im Februar mit steigenden Kursen gerechnet hatte, geht er nun von gleich bleibenden Kursen aus, wie die meisten der befragten Vermögensverwalter. „Die Probleme der Euro-Krise und vor allem in Italien sind noch lange nicht gelöst“, sagt der Vermögensverwalter.

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