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26.06.2013

12:07 Uhr

Depot-Contest

Schwellenländer – einsteigen oder abwarten?

VonJessica Schwarzer

Panikartig flüchteten Investoren zuletzt aus den Schwellenländern. Wer auf Emerging Markets gesetzt hat, musste teils herbe Verluste einstecken. Wie Vermögensverwalter reagieren und was sie Anlegern raten.

Die chinesische Mauer: Investments in Schwellenländern wie China kamen zuletzt deutlich unter Druck. Reuters

Die chinesische Mauer: Investments in Schwellenländern wie China kamen zuletzt deutlich unter Druck.

DüsseldorfDie vergangenen Handelstage waren nichts für schwache Nerven. Seit Ben Bernanke, der Chef der US-Notenbank, die Endphase der Liquiditätsflut und des billigen Geldes eingeläutet hat, ist die Stimmung dahin. Kaum hatte er angekündigt, die Fed werde aufhören, monatlich für 85 Milliarden US-Dollar zu kaufen, stürzten die Aktien- und Anleihekurse in den Keller. Vor allem aus den Schwellenländern wurde panikartig Geld abgezogen. Die Aktienkurse gaben kräftig nach, die Anleiherenditen zogen an.

Der Schock war kaum verdaut, da teilte die chinesische Zentralbank mit, sie werde nicht weiter grenzenlos Bargeld in das Finanzsystem pumpen und forderte die Banken auf, bei der Kreditvergabe risikobewusster zu sein. Die Angst vor einer neuen Bankenkrise machte die Runde. Ein weiterer Rückschlag für die Bullen rund um den Globus war die Folge. Vor allem in Asien gerieten die Börsen kräftig unter Druck.

Wer sich auf Schwellenländer konzentriert hatte, musste in den vergangenen Handelstagen teils herbe Verluste einstecken. Da machten auch die Teilnehmer des Depot-Contests der DAB Bank keine Ausnahme: Diejenigen, die verstärkt auf Emerging Markets gesetzt hatten, wurde in den Bestenlisten nach unten durchgereicht.

Bedeutung der Schwellenländer für Anleger

Welche Länder sind Schwellenländer?

Schwellenmärkte sind die Finanzmärkte von Volkswirtschaften im Wachstumsstadium ihres Entwicklungszyklus und weisen ein niedriges bis mittleres Pro-Kopf-Einkommen auf. Diese Länder liegen in aller Regel in Asien (ohne Japan), dem Nahen Osten, Osteuropa, Zentral- und Südamerika und auch in Afrika. Insgesamt sind es etwa 170 Länder.

Quelle: Mark Mobius – Emerging Markets für Anleger, Börsenbuchverlag

Wie bedeutend sind diese Länder?

Auf Schwellenländer entfallen 77 Prozent der globalen Landmasse, mehr als 80 Prozent der Weltbevölkerung, mehr als 65 Prozent der globalen Devisenreserven und rund 50 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts.

Wie viele Menschen leben in den Emerging Markets?

2010 lebten rund 5,7 Milliarden Menschen in Schwellenländern – etwa fünf Mal so viele wie in den Industrieländern mit ihren 1,2 Milliarden Einwohnern. Allein China und Indien haben mehr als 2,5 Milliarden Menschen – in etwa das Vierfache der rund 700 Millionen Bürger der USA und der Europäischen Union.

Wer sind die „Big Five“?

China, Indien, Indonesien, Brasilien und Russland sind die sogenannten Big Five und sind nach sämtlichen Maßstäben rentable Schwellenmärkte. Sie sind nicht nur in der Entwicklung begriffen, sondern gehören auch zu den 20 größten Volkswirtschaften der Welt, China, Brasilien und Indien sogar zu den Top Ten. Marc Mobius ist überzeugt: „Diese Volkswirtschaften sind ganz klar die Wirtschaftsmotoren des 21. Jahrhunderts.“

Wie stark wachsen die Emerging Markets?

Von 2000 bis 2010 wuchsen die Volkswirtschaften von vier maßgeblichen Schwellenländern, nämlich Brasilien, Russland, Indien und China (Bric), um 112 Prozent. Die USA, Großbritannien und Japan brachten es nur auf vergleichsweise magere auf 14 Prozent.

Winfried Walter musste mit ansehen, wie seine Gewinne dahinschmolzen und sein Depot in der Kategorie „Chance“ ins Minus rutschte. „Wir haben einen sehr hohen Anteil Schwellenländer in unserem Portfolio“, sagt der Experte der Schneider, Walter & Kollegen Vermögensverwaltung. „Der Absturz hat uns ganz schön wehgetan.“ Langfristig traut er den Märkten in den Schwellenländern aber viel zu. „In den Schwellenländern entsteht eine ganz neue Mittelschicht, die immer mehr konsumiert, die Ansprüche steigen, das treibt das Wachstum.“ Deshalb komme langfristig kein Anleger an diesen Ländern vorbei. Walter ist überzeugt: „Wenn wir in einigen Jahren zurückblicken, wird sich der aktuelle Rückschlag als riesige Kaufgelegenheit herausstellen.“ Die Erholung werde aber sicher dauern.

Kommentare (2)

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zephyroz

26.06.2013, 13:43 Uhr

"Panikartig flüchten die Investoren..." Na sowas. Das sind mir ja Investoren. Wer panikartig flieht, hat keine Strategie und auch nie eine gehabt. Das belegt nur meine Abneigung gegenüber Fondsmanagern und anderen Handelnden Personen der sog. Investoren.
In der Ruhe liegt die Kraft! Also entweder von vorne herein richtig beurteilen und nicht einsteigen oder durchhalten.
Wie war das norchmals mit den Lemmingen und der Klippe...?

hanji

26.06.2013, 15:38 Uhr

"Samsung war aber kein bewusstes Schwellenländer-Engagement", sagt der DKS-Experte. Und später ist von Hyundai Mortors die Rede. Was überhaupt suchen diese beiden Aktien in einem Artikel über Schwellenländer?! Die sind doch aus Südkorea, einem der höchst entwickelten Industrieländer der Welt. Tragen die Anlageexperten schlechte Brillen und erkennen die Grenze zum auf der Landkarte benachbarten Schwellenland China nicht?

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