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08.07.2013

07:16 Uhr

Depot-Contest

„Wir sind ganz schön durchgeschüttelt worden“

VonJessica Schwarzer

Die ersten sechs Börsenmonate waren turbulent. Vor allem für sicherheitsbewusste Investoren war es schwierig, Geld zu verdienen. Doch auch wer chancenorientiert anlegte, musste Rückschläge ertragen. Die Halbjahresbilanz.

Im ersten Halbjahr 2013 brauchten Investoren gute Nerven. dpa

Im ersten Halbjahr 2013 brauchten Investoren gute Nerven.

DüsseldorfDie Rekordjagd gefolgt von einem empfindlichen Rücksetzer an den Aktienmärkten, herbe Verluste beim Gold und steigende Anleihezinsen gepaart mit Kursverlusten – hinter Investoren liegt ein turbulentes erstes Halbjahr. Auch für die Profis ist es nicht leicht, in einem solchen Umfeld eine gute Rendite zu liefern. Das haben auch die 32 Teilnehmer beim Depot-Contest der Münchener DAB Bank erleben müssen.

Viele Portfolios notieren im Minus, andere haben heftige Turbulenzen erlebt. Wolfgang Müller beispielsweise. Er liegt zur Halbzeit des Wettbewerbs zwar in den Kategorien Ausgewogen und Chance mit einem Plus von zwölf beziehungswiese knapp neun Prozent auf dem ersten Platz, doch zwischenzeitlich waren seine Depots kräftig unter Druck geraten. Abzulesen ist das am maximalen Verlust – im Börsendeutsch Maximum Drawdown genannt. Fast 20 Prozent ging es mit Müllers chancenorientierten Depot zwischenzeitlich abwärts. Auch das ausgewogene Portfolio rutschte um gut 14 Prozent ab.

„Ich habe zu früh mit einer Korrektur gerechnet und die Depots mit einem Dax-Reverse-Bonus-Zertifikat abgesichert“, sagt Müller. Die Laufzeit habe er daher zu kurz gewählt, die Barriere zu niedrig. „Dann lief der Dax Richtung 8500 Punkte und das Papier hat mir einen dicken Verlust eingebrockt“, so Müller. „Auch Profis lassen sich von der allgemeinen Nervosität an den Märkten manchmal anstecken - müssen dann aber sehr schnell wieder sehr besonnen agieren.“

Spielregeln des DAB Depot-Contest

Wie hoch ist das Startkapital?

Jeder Teilnehmer erhält zum Start des Contests eine virtuelle Summe in Höhe von 1.000.000 Euro.

Womit darf gehandelt werden?

Die Vermögensverwalter dürfen in alle in Deutschland handelbaren Aktien investieren. Außerdem in alle über die DAB handelbaren Fonds und Anleihen, in Aktien der Börsenplätze Nasdaq und Nyse sowie in ungehebelte Zertifikate. Die Vermögensverwalter dürfen zwischen drei Depotvarianten wählen.

Welche Depotvarianten gibt es?

1. Sicherheit: Wertschwankungen und die Wahrscheinlichkeit des Verlusts des eingesetzten Kapitals sollen minimiert werden. Überwiegend soll in auf Euro denominierte Werte investiert werden. Die Aktienquote darf nicht über 20 Prozent liegen.

2. Ausgewogen: Es soll eine höhere Rendite als im Anlegerprofil "Sicherheit" erreicht werden. Die Risiken sollen überschaubar sein, kurzfristige leichte Verluste werden aber akzeptiert. Die Aktienquote darf nicht über 50 Prozent liegen.

3. Chance: Es werden überdurchschnittlich hohe Erträge erwartet. Größere Risiken dürfen eingegangen werden. Das Depot muss vollständig aus Aktien bestehen.

Wie erfolgt die Orderaufgabe?

Investitionen können jederzeit online über den Ordermanager der DAB bank erfolgen. Als Handelszusatz stehen die übliche Optionen zur Verfügung: Limit, billigst/bestens, Fill oder kill, Teilausführung.

Sonstige Regeln

Der Barbestand darf beliebig hoch sein und wird mit dem Tagesgeld-Zinssatz der DAB bank verzinst. Daytrading und Arbitragegeschäfte sind nicht zulässig, die Aufstockung eines Bestands an einem Wertpapier hingegen schon. Die Teilnehmer können keine Kredite nehmen.

Die Berechnung des Gesamtrankings

Die Rangliste ergibt sich aus der Performance sowie dem Einfluss des Verlustfaktors, abhängig vom jeweiligen Anlegerprofil. Im Profil Sicherheit wird das Verlustrisiko mit 30 Prozent gewichtet, im Profil Ausgewogen mit 20 Prozent und im Profil Chance mit 10 Prozent.

Seinen Verlust hat er mit einem genau passenden Dax-Reverse-Bonus-Zertifikaten aber kurzfristig mehr als aufgeholt. Im Gegensatz zu vielen Mitspielern im Depot-Contest, die zwar weniger starke Schwankungen erlebt haben, aber auch deutlich geringere, oft sogar negative Renditen erzielten. Nur neun der 17 chancenorientierten Depots notieren im Plus, bei den ausgewogenen Portfolios sind es neun von 21.

Vor allem wer konservativ anlegt, hatte es im ersten Halbjahr nicht leicht. Gerade mal drei der insgesamt 15 Vermögensverwalter, die in der Kategorie Sicherheit angetreten sind, schafften es ins Plus. „Wir sind ganz schön durchgeschüttelt worden“, sagt Burkhard Wagner von Partners Vermögensmanagement, der mit einer Performance von knapp drei Prozent auf dem ersten Platz liegt. Zwischenzeitlich hatte er bereits ein Plus von fünf Prozent erzielt, doch der Kursrutsch an den Anleihemärkten verhagelte seine Bilanz.

Kommentare (2)

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HBoersung

08.07.2013, 07:30 Uhr

Mich wundert, dass die Börse vom Abhörskandal der USA, nicht besonders wesentlich erschüttert wurde.
Die Frage ist, wussten finanzstarke Kreise bereits vorher davon?

Account gelöscht!

08.07.2013, 08:41 Uhr

@HBoersung

Das ist eigentlich ein "alter Hut". Insbesondere war auch schon seit Jahren bekannt, daß die Besatzungsmächte (sprich heutzutage im wesentlichen noch die USA) in Deutschland quasi LEGAL abhören dürfen. Früher hieß dies "Echolon" und war angeblich gegen den damaligen Ostblock gerichtet.
Viel interessanter ist die Frage WARUM und von WEM das gerade jetzt "lanciert" wurde, dh. warum dies plötzlich ein Thema wird.

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