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18.08.2015

16:08 Uhr

Depot-Contest zu China

„Der Kursrutsch ist noch nicht vorbei“

VonJessica Schwarzer

Schon wieder haben Chinas Aktienmärkte empfindliche Verluste hinnehmen müssen. Für Vermögensverwalter wenig überraschend, ebenso wie der Kursrutsch im Juli. Wann der Crash endet und welche Folgen er für den Dax hat.

Vermögensverwalter rechnen mit weiteren Verlusten an den Börsen. dpa

Aktientafel

Vermögensverwalter rechnen mit weiteren Verlusten an den Börsen.

DüsseldorfDer Börsencrash in China geht weiter. Die chinesischen Aktienmärkte haben am Dienstag wieder schwere Verluste hinnehmen müssen. Der Grund: Investoren fürchten, dass die Aufsichtsbehörden ihre Unterstützung für die seit Juni angeschlagenen Börsen zurückfahren oder die Geldpolitik nicht wie erhofft lockern könnten. Diese Sorgen ließen Anleger erneut aus chinesischen Aktien fliehen.

Der Shanghai Composite Index stürzte um mehr als sechs Prozent ab. Es war der größte Rutsch seit drei Wochen. Ende Juli war es zuletzt um 8,5 Prozent in den Keller gegangen. Auch der Component Index in Shenzhen fiel um fast sieben Prozent. Aktuell warnt die Ratingagentur Moody's vor den Folgen eines weiteren Einbruchs an den Aktien- und Immobilienmärkte in China.

Größere Ausschläge an der Frankfurter Börse blieben dieses Mal zwar aus, doch davon gab es in den vergangen Wochen auch genug. Auch die Vermögensverwalter, die sich beim Depot-Contest der Münchener DAB-Bank mit ihren Portfolios messen, haben gebannt auf die Kurse geschaut.

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Es war das gelobte Land der deutschen Exportwirtschaft. Doch nun schlagen die Wachstumsprobleme der Volksrepublik auf VW, Henkel und andere Unternehmen durch. Börsenkurse und Umsätze sind in Gefahr.

Doch wirklich verwundert kam der China-Crash für die meisten Geldanlageprofis aber nicht. „Die Marktreaktion kam nicht überraschend“, sagt Michael Dutz, Vorstand von Adlatus. Seit Jahresanfang hatte der chinesische Aktienmarkt in der Spitze ein Plus von fast 100 Prozent eingefahren, da sei der Crash folgerichtig gewesen. „Stellen wir uns vergleichbar vor, dass der Dax bei 22.000 Punkten notieren würde – auch hier wäre ein starker Rückgang völlig normal“, ergänzt er.

Dass der Crash mit dem neuerlichen Kursrutsch ausgestanden ist, glaubt Dutz nicht. Der chinesische Aktienmarkt notiere noch immer deutlich über seinem Jahresanfangsstand. „Um auf das Ausgangsniveau zurückzufallen, könnte der chinesische Markt vom jetzigen Niveau noch einmal 20 Prozent fallen, womit wir auch rechnen.“

Auch Thomas Retzlaff hat damit gerechnet, dass irgendwann Luft aus der chinesischen Aktienblase entweicht. „Mich haben die Reaktionen nicht wirklich überrascht – über kurz oder lang war damit zu rechnen, es war nur lange nicht klar was der Auslöser dazu sein wird“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter Hallertauer Vermögensmanagement.

„Letztendlich es ist so gekommen wie es immer, wenn etwas passiert, das der Markt zu dem Zeitpunkt nicht erwartet hat – dies führt sofort zu heftigen Turbulenzen, bis sich wieder ein Marktgleichgewicht gefunden hat.“ Sicher seien viele Marktteilnehmer hier auf dem falschen Fuß erwischt worden. Dirk Fahrmeyer von SX-Capital hingegen hatte nicht mit solchen Reaktionen gerechnet. „Wir waren sowohl von den Maßnahmen der chinesischen Notenbank als auch dem Kurssturz an den Börsen überrascht“, gibt er offen zu.

Investoren rund um den Globus schauen besorgt nach Asien. Zumal der Wachstumsmotor China längst nicht mehr rund läuft, sogar kräftig ins Stottern geraten ist. Und das bekommen natürlich auch europäische Konzerne zu spüren. Für Deutschland als führende Exportnation sei das „natürlich sehr entscheidend“, sagt Fahrmeyer. Jahrelang feierten die stärksten Branchen der deutschen Volkswirtschaft ihre Expansion in der Volksrepublik mit Extragewinnen und Kurssprüngen. Doch das nun vorbei.

Kommentare (1)

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Herr Tom Schmidt

18.08.2015, 17:29 Uhr

"Der Haupttreiber des Wirtschaftswachstums liegt heute bei den vielen kleinen Unternehmen; die Bedeutung der großen staatlichen Unternehmen nimmt ab. Die Wertschöpfungsquelle verschiebt sich immer mehr weg von Produktion für den Export hin zu Dienstleistungen."

Oh Mann.... Wiederholen von Wortfetzen! in der Krise 2009 wurde aus China berichtet, dass im Industriezentrum 10.000e (!) von Fabriken pleite gingen. Soviel zum Thema der Bedeutung der großen Staatsunternehmen! Nienmand in der dt. Presse hat mal darüber berichtet, was dort danach geschah. Aber wenn jetzt angeblich die Großunternehmen die Bedeutung übernommen haben, dann kann sich da ja nicht wirlich was erholt haben (von wegen Wachstum)

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