Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.07.2014

09:45 Uhr

Depot-Contest zum Halbjahr

Die Schwellenländer sind zurück

VonSara Zinnecker

Niedrige Zinsen und Seitwärtsdax machten Vermögensverwaltern im ersten Halbjahr das Leben schwer. Die besten erreichten dennoch zweistellige Renditen. Welche Einzeltitel und Regionen sich besonders ausgezahlt haben.

Brasilien ist wieder da – nicht nur wegen der WM ist das Land in aller Munde. Auch Anleger vertrauen wieder mehr in brasilianische Aktien und Staatstitel. dpa

Brasilien ist wieder da – nicht nur wegen der WM ist das Land in aller Munde. Auch Anleger vertrauen wieder mehr in brasilianische Aktien und Staatstitel.

DüsseldorfDas erste Halbjahr 2014 ist vorbei – und Börsianern bleibt die nüchterne Erkenntnis: Über sechs Monate haben die Märkte sich leidlich seitwärts bewegt. Enttäuscht wurden die, die etwa glaubten, der Dax würde seine Jahresendrally im Januar fortsetzen. Das Gegenteil ist passiert: Bis Anfang Februar hat der deutsche Leitindex kräftig verloren, konnte gerade noch die 9.100 Punkte halten. Und als er sich gerade wieder erholt hatte, grätschte die Eskalation auf der Krim dazwischen. Den entscheidenden Sprung nach oben schaffte der Dax erst Ende Mai – und gar bis zum 10. Juni mussten Börsianer warten, um zum ersten Mal die 10.000 Punkte zu feiern.

In Kombination mit weiterhin niedrigen Zinsen für klassische Rentenpapiere bot der Seitwärtstrend an den Börsen wahrlich keine leichten Voraussetzungen für die Teilnehmer des Depot-Contest der Münchner DAB-Bank, um eine auskömmliche Rendite zu erzielen. Michael Dutz, Vorstand der Adlatus Vermögensverwaltung, sah die größte Herausforderung im Aktienbereich darin, die vorgegebenen Schwankungsbreiten gezielt auszunutzen.

In der Kategorie „Chance“ – die eine hundertprozentige Aktienquote vorgibt – ist Adlatus dies am besten gelungen. 12,65 Prozent an Wert machten die Anlageexperten in dem Zeitraum gut – das ist gut doppelt so viel wie die unmittelbaren Verfolger, die Top Vermögensverwaltung (5,96 Prozent) und die Bayerische Vermögen (5,59 Prozent). Dabei resultierte der Erfolg von Adlatus nicht etwa aus einem breit über Fonds diversifizierten Portfolio – die Anlageexperten vertrauten lieber auf Einzelwerte. „Mit der Selektion von interessanten Einzelwerten wollen wir besser sein als teure und häufig unflexible Fonds“, so Dutz.

Um das Risiko dennoch möglichst gering zu halten streut Adlatus Einzeltitel breit über verschiedene  Branchen – und versucht, den günstigsten Einstiegszeitpunkt zu erwischen. Aktien wie Merck, Apple, Gazprom, Barrick Gold haben die Experten gekauft, nachdem der Kurs gefallen war, oft ausgelöst durch eine Sondersituation. Es ist eine Strategie, mit der Adlatus bereits in den letzten Jahren gut gefahren ist.

So funktionieren Optionsscheine

Was ist ein Optionsschein?

Ein Optionsschein ist das verbriefte Recht, einen Basiswert (eine Aktie, einen Index, eine Anleihe oder auch Rohstoffe) zu einem bestimmten Zeitpunkt und zu einem bestimmten Preis (Basispreis) zu kaufen oder zu verkaufen.

Was ist der Unterschied zwischen Put und Call?

Ein Put Optionsschein berechtigt zum Verkauf eines Basiswertes, ein Call Optionsschein berechtigt zum Kauf.

Muss ich am Ende tatsächlich kaufen oder verkaufen?

Grundsätzlich gibt es zwei Ausübungsvarianten: amerikanisch und europäisch. Bei der amerikanischen Variante berechtigt der Optionsschein zum Kauf oder Verkauf des Basiswertes innerhalb einer bestimmten Laufzeit. Bei der europäischen Variante darf am Ende der Laufzeit ge- oder verkauft werden. Der Anleger kann den Optionsschein aber auch verfallen lassen.

Wer verkauft Optionsscheine?

Die Optionsscheine werden von Banken und Brokern emittiert. Geht dieses Unternehmen Pleite, kann auch der Optionsschein verloren sein. Man spricht deshalb von einem Emittentenrisiko.

Wechseln die Basiswerte tatsächlich den Besitzer?

Tatsächlich sehen die meisten Optionsscheine gar keinen physischen Kauf oder Verkauf der Basiswerte vor. Stattdessen erfolgt beim Ausüben des Optionsscheins ein Barausgleich, der sich nach der Differenz zwischen aktuellem Kurs und Basispreis richtet.

Optionsscheine sind Hebelprodukte, was bedeutet das?

Die Hebelwirkung besteht darin, dass Optionsscheine überproportional auf die Veränderung des zugrunde liegenden Basiswertes reagieren. Im Vergleich zu einem Direktinvestment ist also ein deutlich geringerer Kapitaleinsatz notwendig. Der Hebel wirkt jedoch in beide Richtungen. Hat der Anleger zum Beispiel auf fallende Kurse gesetzt und der Basiswert geht aufwärts, verliert der Optionsschein schneller an Wert als das bei einem Direktinvestment der Fall wäre. Wer mit Optionsscheinen spekulieren will, geht also ein großes Risiko ein.

Was ist der innere Wert der Optionsscheins?

Der innere Wert ergibt sich aus der Differenz zwischen dem aktuellen Kurs des Basiswertes und dem Basispreis.

Was ist der Zeitwert des Optionsscheins?

Der Zeitwert wird unter anderem von der Restlaufzeit des Optionsscheins und der Volatilität beeinflusst.

Wie viele Optionsscheine brauche ich?

Angenommen, ein Anleger möchte die Dax-Werte in seinem Depot absichern. Er hat 10.000 Euro in den Dax investiert und der Index steht bei 9000 Punkten. Das Bezugsverhältnis liegt beim Dax üblicherweise bei 0,01 (oder auch 1:100 geschrieben). Um das Depot zum Basispreis von 9000 Punkten abzusichern, müsste der Anleger wie folgt rechnen: 10.000/9000 x (1/0,01) = 112. Er müsste also 112 Optionsscheine kaufen.

Wie viel kostet die Absicherung?

Der Preis richtet sich nach der benötigten Menge der Optionsscheine. Im Beispiel oben ergibt sich bei 112 Optionsscheinen und einem Preis von je fünf Euro ein Gesamtpreis von insgesamt 560 Euro. Hinzu kommen noch Kaufgebühren des Emittenten.

Wie wird der Break Even berechnet?

Break Even wird der Kurs genannt, bei dem der Gewinn, den der Anleger am Ende der Laufzeit durch den Put Optionsschein macht, genau den Kosten entspricht, die er für die Absicherung aufwenden musste. Grob lässt sich das so berechnen: Basispreis – (Preis des Optionsscheins/Bezugsverhältnis) = Break Even. Im Beispiel oben also: 9000 – (5/0,01) = 8500.

Kann ich den Optionsschein zwischenzeitlich verkaufen?

Optionsscheine werden ebenso an der Börse gehandelt wie beispielsweise Aktien. Der Kunde erteilt zum Kauf eines Optionsschein einfach einen Wertpapierkauf- oder verkaufsauftrag.

Anders verfahren musste schließlich, wer in den defensiveren Depotkategorien, dem ausgewogenen und dem sicheren Depot, erfolgreich sein wollte. Ausgewogen ist ein Depot nach den Regeln des Contest dann, wenn es maximal 50 Prozent Aktienquote hält. Mit einer Wertsteigerung von 12,28 Prozent seit Jahresbeginn ist der Heemann Vermögensverwaltung der Renten-Aktien-Mix am besten gelungen.

Dem reinen Aktiendepot von Adlatus steht das Portfolio bei der Wertentwicklung damit nur wenige Zehntelprozent nach. Den 50-prozentigen Bondanteil hat Heemann breit gestreut – etwa zu gleichen Teilen in Hochzinsanleihen, Nachranganleihen, Schwellenländeranleihen und Südeuropa-Anleihen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×