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10.10.2014

18:05 Uhr

Depot-Contest – Zwischenbilanz

Starke Performance dank starkem Dollar

VonSara Zinnecker

2014 war kein schönes Jahr für Anleger. Der Dax hat alle Gewinne eingebüßt und Zinsen sind rekordniedrig. Doch Vermögensverwalter trotzen den widrigen Bedingungen. Am erfolgreichsten war, wer über den Tellerrand blickte.

In drei Monaten hat der Dollar gegenüber dem Euro um mehr als sieben Prozent zugelegt. Reuters

In drei Monaten hat der Dollar gegenüber dem Euro um mehr als sieben Prozent zugelegt.

DüsseldorfZinsen im Dauertief, Seitwärtsdax, und Krisen, wohin das Auge reicht: 2014 hielt für Anleger viele Herausforderungen bereit. Zuletzt gab es noch die Schippe obendrauf: Denn die Aktienmärkte, in Deutschland wie auch in Europa, haben in der vergangenen Woche deutlich nachgegeben.

Am Freitag erreichte der Dax ein neues 12-Monats-Tief. Wer also vor genau einem Jahr in deutsche Werte investiert hat, steht heute also nicht besser da als damals. Viel Grund für neuen Optimismus gibt es nicht. Und trotzdem: Anleger, die ihr Portfolio gut diversifiziert – und zum rechten Zeitpunkt auch im Ausland investiert haben, konnten deutlich positive Renditen einstreichen. Die Teilnehmer des Depot-Contest der Münchner DAB-Bank haben gezeigt, wie es geht.

Nach fast neuneinhalb Monaten haben sich im sicheren, ausgewogenen und im chancenorientierten Depot Favoriten herauskristallisiert. Die ersten jeder Kategorie konnten den Wert ihres eingesetzten Kapitals deutlich steigern. Dabei waren Investments im Dollarraum bei allen der entscheidende Treiber für eine gute Performance.

Mit 11,16 Prozent Wertzuwachs seit Jahresbeginn hat sich das ausgewogene Portfolio der Heemann Vermögensverwaltung von allen teilnehmenden Depots am besten entwickelt. 50 Prozent Aktieninvestments sind theoretisch erlaubt. Doch ließen die Anlageexperten rechtzeitig die Finger davon: „Als sich ab Anfang August die Schwäche der Aktienmärkte abzeichnete, haben wir unseren Aktienanteil stark reduziert, mehr Cash gehalten“, sagt Anlagestratege Friedrich Bensmann. Gleichzeitig hat der Vermögensverwalter aber auch umgeschichtet.

Gut gelaufen ist ein Indexfonds, der auf die Schwäche der Schwellenländer setzte. Und auch jenseits des Atlantiks hatte man sich umgesehen. Seit Mitte des Jahres hat Bensmann hauptsächlich US-Aktien ins Depot aufgenommen, außerdem einen Indexfonds auf Anleihen, die in US-Dollar laufen.

Quantitative Lockerung in den USA

Konzept

In der Finanzkrise hat die Fed die Zinsen auf 0 bis 0,25 Prozent gesenkt. Da sie damit an ihre Grenze stößt, ist sie dazu übergegangen Anleihen und Vermögenswerte zu kaufen.

Ziel

Mit dem Leitzins kann die Fed vor allem die kurzfristigen Zinsen beeinflussen. Wichtiger für Investitionen sind jedoch die langfristigen Zinsen. Durch Anleihekäufe will die Fed diese drücken.

QE I

Der damalige Fed-Chef Bernanke kündigt im März 2009 an, dass die US-Notenbank Anleihen und Wertpapiere im Volumen von einer Billion US-Dollar kauft.

QE II

Im November 2010 legt die Fed ein zweites Programm auf. Bis zum zweiten Quartal 2011 will sie für weitere 600 Milliarden US-Dollar US-Staatsanleihen kaufen.

Operation Twist

Im September 2011 entschließt sich die Fed, kurzläufige Staatsanleihen (bis drei Jahre Laufzeit) im Volumen von 400 Milliarden US-Dollar zu verkaufen. Im Gegenzug will sie das Geld in langläufige Staatsanleihen investieren.

QE III

Im September 2012 beschließt die Fed ein drittes Anleihekaufprogramm. Pro Monat will sie für 40 Milliarden US-Dollar Staatsanleihen kaufen. Im Dezember 2012 erhöht sie den Wert auf 85 Milliarden US-Dollar.

Tapering

Inzwischen hat die neue Fed-Chefin Janet Yellen damit begonnen, das monatliche Volumen der Anleihekäufe herunterzufahren. Am 29. Oktober hat sie beschlossen, die Anleihekäufe auf Null zu senken..

„Beide Investments profitieren vom steigenden Dollar“, erläutert Bensmann. In der Tat entwickelte sich die US-Wirtschaft zuletzt deutlich stärker als die Wirtschaft in der Euro-Zone. In drei Monaten hat der Dollar gegenüber dem Euro um mehr als sieben Prozent zugelegt.

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