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13.07.2015

10:33 Uhr

Depotabsicherung

Damit kein Kurssturz den Urlaub zerstört

VonKatharina Schneider

Griechenland und die anderen Euro-Staaten haben sich endlich auf einen Rettungsplan geeinigt. Doch Anleger tun gut daran, skeptisch zu bleiben. Wer jetzt in den Urlaub fährt, sollte sein Depot schützen.

Wer während des Urlaubs nicht ins Depot schauen will, kann Limit-Orders vorbereiten. dpa

Endlich entspannen?

Wer während des Urlaubs nicht ins Depot schauen will, kann Limit-Orders vorbereiten.

FrankfurtEndlich eine Einigung! Die Euro-Staaten wollen Griechenland noch einmal finanziell unter die Arme greifen. Diese Meldung kommt pünktlich zum Ferienstart in einigen deutschen Bundesländern. Kehrt nun auch an den Börsen wieder Ruhe ein? Können Anleger jetzt sorglos in den Urlaub fahren?

Nach all dem Hin und Her ist eine gewisse Skepsis durchaus angebracht und nach Ansicht mancher Ökonomen ist auch ein Grexit noch nicht endgültig vom Tisch. Wer trotzdem entspannt am Strand liegen oder auf hohe Berge kraxeln möchte, sollte vorsorgen. „Aktuell sind Börsen extrem volatil und überwiegend politisch beeinflusst“, sagt Constanze Hintze, Geschäftsführerin des Finanzdienstleisters Svea Kuschel und Kolleginnen in München. „Niemand weiß, wie schnell das geplante Hilfspaket in die Tat umgesetzt wird und ob es doch noch Rückschläge gibt, deshalb sollten Anleger den Markt genau beobachten.“

Also: Was tun, wenn man jetzt Urlaub gebucht hat? „Die beste Absicherung ist es, das Depot gar nicht aus den Augen zu lassen – zumindest, wenn man eine kurzfristige Anlagestrategie verfolgt“, sagt die Finanzexpertin. „So kann man individuell bewerten, wodurch eine Schwankung zustande kommt.“ Und eine Internetverbindung für den schnellen Blick auf die Wertpapiere gebe es fast überall.

Arten von Kauf- und Verkauforders

Bestens

Bei dieser unlimitierten Order werden die Aktien ohne weitere Bedingungen zum nächstmöglichen Preis verkauft.

Billigst

Gibt der Anleger die Order billigst, werden die Aktien ohne weitere Bedingungen zum nächstmöglichen Preis gekauft.

Limit

Der Anleger nennt für den Kauf oder Verkauf von Wertpapieren einen Höchst- oder Mindestkurs. Ober- oder unterhalb dieser Grenze werden dann keine Aktien geordert.

Stop-Buy-Order

Der Anleger kann eine Grenze angeben, oberhalb der Aktien gekauft werden sollen. Ohne weiteren Zusatz erfolgt die Order zum nächstmöglichen Preis.

Stop-Buy-Limit

Zusätzlich zur Grenze, ab der Aktien gekauft werden sollen, kann der Anleger auch ein Limit für den maximalen Preis angeben.

Trailing-Stop-Buy

Ein Trailing Stop-Buy basiert auf einer Stop-Buy-Order. Es wird also ein Kurs festgesetzt, bei dem gekauft werden soll. Allerdings passt sich der Stop-Buy automatisch an, wenn der Kurs fällt.
Ein Beispiel: Bei einem aktuellen Kurs von 100 Euro wurde der Trailing-Stop-Buy auf 110 Euro festgesetzt. Fällt dann der Kurs auf 95 Euro, fällt auch der Stop-Buy auf 105 Euro. Der Abstand zwischen Kurs und Stop-Buy wird also beibehalten. Er kann in Euro oder Prozent angegeben werden.

Stop-Loss-Order

Sobald ein bestimmter Kurs unterschritten wird, werden die Aktien verkaufen. Ohne weiteren Zusatz erfolgt die Order zum nächstmöglichen Preis.

Stop-Loss-Limit

Will der Anleger unterhalb einer bestimmten Grenze Aktien verkaufen, jedoch nicht jeden Preis zahlen, kann er die Stop-Loss-Order auch mit Limit einrichten.

Trailing-Stop-Loss

Analog zur Stop-Loss-Order wird auch beim Trailing Stop-Loss ein Kurs festgesetzt, bei dem Aktien verkauft werden sollen. Dieser Stop-Loss wird bei steigenden Kursen jedoch automatisch angepasst.
Ein Beispiel: Bei einem aktuellen Kurs von 100 Euro wurde der Trailing-Stop-Loss auf 90 Euro festgesetzt. Steigt dann der Kurs auf 105 Euro, steigt auch der Stop-Loss auf 95, der Abstand zwischen Kurs und Stop-Loss wird also beibehalten. Er kann in Euro oder Prozent angegeben werden.

One-Cancels-Other-Order

Bei einer Order nach dem Prinzip One-Cancels-Other werden quasi zwei Orders abgegeben. Damit ist der Anleger gleichzeitig für steigende und fallende Kurse gerüstet. Das Stop-Limit sichert den Anleger bei einem Kurssturz ab und mit dem oberen Verkaufslimit kann er sich auf einen Kurs festlegen, bei dem er Gewinne mitnehmen möchte.

Wem das zu mühsam ist, der kann sich mit speziellen Orders gegen allzu große Verluste absichern. Am einfachsten geht das mit einer Stop-Loss-Order. Sobald der Kurs unter einen bestimmten Wert sinkt, werden die Wertpapiere zum bestmöglichen Preis verkauft.

„Viele Anleger glauben, das Papier werde tatsächlich genau bei jenem Kursstand verkauft“, sagt Richard Dittrich, Leiter der Kundenbetreuung bei der Börse Stuttgart. Gerade bei wenig liquiden Werten müsse man aber damit rechnen, beim Verkauf einen niedrigeren Kurs zu erhalten.

„Um das zu verhindern, sollten Limits nicht bei glatten Kursen gesetzt werden, sondern eher leicht darüber“, empfiehlt Dittrich. Bei glatten Marken sei es wahrscheinlicher, dass viele Anleger dort ihren Stop gesetzt haben. Wer keinesfalls zu einem schlechteren Preis verkaufen möchte, muss zusätzlich ein Limit angeben, etwa so: Verkaufen, sobald die Grenze von 10,24 Euro unterschritten wurde, aber nur bis zu einem Wert von 9,47 Euro. Bei einem starken Einbruch besteht dann aber das Risiko, dass die Order nicht ausgeführt wird.

Traden von unterwegs

Auf Nummer sicher gehen

Wer in den Ferien lieber Kurstabellen als Taschenbuchkrimis liest und auch Orders abgeben will, sollte einige Vorsichtsmaßnahmen beachten.

Öffentliches Internetcafé

Unterwegs in einem Internetcafé auf das Depot zuzugreifen ist keine gute Idee. „Es besteht die Gefahr, dass Daten abgegriffen oder ausgespäht werden“, sagt Dittrich.

Eigenes Smartphone oder Laptop

Am sichersten greift der Anleger von seinem eigenen Smartphone oder Laptop auf das Depot zu.

Mobile Websites

Viele Broker bieten mobile Websites, bei denen das übermittelte Datenvolumen gering ist. Das spart Zeit und Geld.

W-Lan

„Wenn das Hotel eine W-Lan-Verbindung anbietet, ist das eine gute Alternative zum Datenroaming“, sagt Dittrich. Denn der Anleger nutzt zwar eine fremde Internetverbindung, aber das eigene Gerät

In stark schwankenden Märkten helfen Trailing-Stop-Orders. Der Vorteil: Steigt der Kurs, erhöht sich automatisch auch die Stop-Grenze. Ein Beispiel: Bei einem aktuellen Kurs von 100 Euro wurde der Trailing-Stop-Loss auf 90 Euro festgesetzt – also ein Abstand von zehn Euro. Steigt der Kurs auf 105 Euro, klettert der Stop auf 95 Euro. Bei manchen Banken kann der Abstand auch prozentual angegeben werden.

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