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29.07.2016

13:56 Uhr

Depotbank-Vergleich

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VonAndrea Cünnen

Die Deutschen sind Aktienmuffel. An der Technik kann es nicht liegen. Das Tool der Woche zeigt, wie einfach man ein Depot eröffnen und Aktien handeln kann – und was das kostet.

Bei vielen Brokern und Online-Banken ist die Eröffnung eines Wertpapierkontos gebührenfrei. Imago

Aktienkauf am Laptop

Bei vielen Brokern und Online-Banken ist die Eröffnung eines Wertpapierkontos gebührenfrei.

FrankfurtDie gute Nachricht zuerst: Das Geldvermögen der deutschen privaten Haushalte ist im ersten Quartal auf 5,34 Billionen Euro gestiegen. Zusammen setzt sich das Vermögen aus Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen und Ansprüchen gegenüber Versicherern. Das hat in diesem Monat die Deutsche Bundesbank ausgerechnet. Aber: Ob dies beim Sparverhalten der Deutschen so weitergeht, ist die große Frage. Denn Aktien und sonstige Anteilsrechte machen am Vermögen weniger als ein Fünftel aus.

Die Deutschen sind damit immer noch ein Volk von Aktienmuffeln, obwohl im ersten Quartal unter dem Strich immerhin Aktien und sonstige Anteilsrechte im Umfang von gut zehn Milliarden Euro gekauft. Das sei mehr als im langfristigen Durchschnitt und deute auf ein zunehmendes Rendite-Bewusstsein hin, erklärt die Bundesbank. Vor allem deutsche börsennotierte Unternehmen profitierten hier von der gestiegenen Nachfrage. Dennoch: Bargeld, Einlagen und Schuldverschreibungen haben am durchschnittlichen Privatvermögen einen Anteil von mehr als 40 Prozent.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

Eigene Strategie festlegen

Gegen die größer werdenden Unwägbarkeiten sollte man sich zuallererst mit einer Strategie wappnen: Wer an kräftiges Wachstum in Deutschland glaubt, an einen anhaltenden Boom der Schwellenländer und hohen privaten Konsum, kann weiter am Aktienmarkt investieren. Wer skeptisch ist, sollte seine Bestände hingegen nicht aufstocken.

Widerstandskraft zeigen

Eng verbunden mit der ersten Regel: Immer wieder kommt es vor, dass sich Dinge anders entwickeln, als man erwartet hat. Es ist wichtig, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und nicht jeder Entwicklung hinterherzulaufen. Eine solche Reaktion zeugt nicht von einem geringen Vertrauen in die eigene Strategie. Es kostet meist auch Geld, weil die Masse schon vorher diese Richtung eingeschlagen und das Gros an Rendite eingefahren hat.

Richtig mischen

Groß oder klein, spekulativ oder konservativ, liquide oder illiquide, dividendenstark oder dividendenschwach, Substanz oder Wachstum: Bei Aktien ist die Auswahl riesig. Der richtige Mix aus spekulativen und konservativen Titeln hilft, Schwankungen zwischen guten und schlechten Zeiten auszugleichen. Nicht zu unterschätzen sind starke Dividendenzahler, die Jahr für Jahr den Grundstock für eine solide Rendite legen.

Barrieren einbauen

Keine Frage, die Börsen haben in den vergangenen zehn Jahren stärker geschwankt als in allen Dekaden zuvor. Das wird so bleiben, mit wachsendem Computerhandel sogar noch zunehmen. Wer sein Risiko minimieren will, baut Barrieren ein – sogenannte Stopps. Gerne werden Stopps bei 20 Prozent über und unterhalb des aktuellen Kurses gewählt. Dann wird automatisch verkauft, wenn diese Grenzen erreicht sind. Kommt eine Phase überraschend steigender Kurse mit anhaltendem Aufwärtstrend, lässt sich die Barriere leicht nach oben verschieben. Wichtig ist dann, auch die Barriere am unteren Ende nachzuziehen.

Herdentrieb beobachten

Wichtig in Phasen überraschender Kurssteigerungen oder -stürze ist es, das Verhalten der Masse zu beobachten. Ist es noch nachvollziehbar oder völlig irrational? Häufig ist es irrational. Dann hilft meist die zweite Regel: Widerstandskraft zeigen. Nach einigen Monaten kehrt die Rationalität von ganz allein zurück. Der Kurssturz aus dem vergangenen Jahr und die jüngste Entwicklung beweisen das gerade wieder.

Risiko rausnehmen

Sind Aktien wie seit Jahresbeginn schon um 30, 40 oder gar 50 Prozent gestiegen, dann sind Anschlussgewinne in der Regel nur noch schwer zu erzielen. Phrasenverdächtig ist zwar die alte Weisheit: „An Gewinnmitnahmen ist noch niemand zugrunde gegangen.“ Richtig ist sie trotzdem.

Insidern folgen

Firmenchefs haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber normalen Aktionären. Sie wissen weit mehr als jeder Analyst oder Kommentator, wie es in ihrem Unternehmen aussieht. Insider nennt man sie deshalb. Sie melden ihre Orders innerhalb von fünf Handelstagen an die Börsenaufsicht Bafin. Das Handelsblatt veröffentlicht alle zwei Wochen das sogenannte Insider-Barometer, das aus der Summe aller Kauf- und Verkaufsorders Schlüsse für den weiteren Verlauf in Dax & Co. zieht. Jüngste Tendenz: Vorstände und Aufsichtsräte verkaufen mehr als sie kaufen. Vorsicht also!

Geopolitische Ereignisse beachten

Terroranschläge und Naturkatastrophen kommen unerwartet. Politische Konflikte wie zwischen Israel und dem Iran schwelen meist länger. Auch entscheidende Wahlen sind vorhersehbar und haben immer Einfluss auf die Börse. Dabei gilt generell: Wahljahre sind gute Börsenjahre.

Auf reale Werte setzen

Mit Optionsscheinen oder Bonus-Zertifikaten lässt sich zwar aus einem Aufwärtstrend ein noch größerer Profit schlagen. Dies sind jedoch in der Regel Wetten ohne realen Hintergrund. Aktien sind reale Werte.

Moden misstrauen

Vor allem Aktien einzelner Branchen unterliegen immer wieder gewissen Moden. Doch die wechseln wie im realen Leben, und manchmal geht das schneller, als man denkt. Das bekommt gerade die einst angesehene Solarenergie-Branche bitter zu spüren.

Experten sind sich einig, dass der geringe Aktienanteil in den Depots ein Fehler ist. „Anleger müssen mehr wagen“, ist Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank überzeugt: „Um eine positive Rendite zu erzielen, müssen Anleger stärker ins Risiko gehen. Dazu gehören auch Aktien.“ In der Tat werfen im Umfeld niedriger bis Minus-Zinsen Tages- und Festgeldanlagen kaum noch Rendite ab. Staatsanleihen und staatliche Geldmarktpapiere im Umfang von 11,7 Billionen Dollar rentieren nach Angaben der Ratingagentur Fitch im Minus. Wer diese Papiere jetzt kauft und bis zur Fälligkeit hält, macht also einen Verlust. Und selbst bei Anleihen von Unternehmen guter Bonität hat die Minus-Welt Einzug gehalten.

Dennoch kann man konservativen und risikoscheuen Anlegern ihre Furcht vor Aktien nicht ganz verdenken. Anders als bei Anleihen ist die Laufzeit von Aktien unbegrenzt und Anleger wissen eben nicht schon beim Kauf, welche Rendite sie jährlich erwirtschaften, wenn sie die Papiere halten und liegen lassen. Deshalb braucht es für die Aktienanlage einen längeren und vor allem flexiblen Zeithorizont. Wer sein Geld in zehn Jahren braucht, kann eben nicht davon ausgehen, dass die Börsen exakt in zehn Jahren höher stehen als heute. Vielleicht ist das schon in fünf Jahren der Fall, vielleicht aber auch erst in 15 Jahren. Timing ist in diesem Zusammenhang wichtig.

Kommentare (7)

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Herr Tom Schmidt

29.07.2016, 14:46 Uhr

Irgendwie geht der Artikel an den Realitäten vorbei. Es ist ja nett, das Aktienvermögen in Relation zu anderen Vermögensinvestitionen zu setzen, aber was daraus alles geschlossen wird...

es ist doch so: die Summe aller Aktien ist erst einmal konstant und jede Aktie gehört jemanden. Wenn mehr Leute Aktien kaufen wollen, dann gibt es deswegen nicht mehr.

Wenn mehr Leute Aktien haben wollen, dann steigt die Börse. Das bringt aber nicht wirklich etwas, weil wenn sie dann die Aktien haben, dann normalisiert sich der Preis wieder. Der Aktienkurs orientiert sich langfristig am Geschäftsmodell der Firmen (und nicht am Anlegerverhalten, da kann nämlich auch plötzlich sich schnell drehen). Bleibt die Frage wie Privatleute investieren... und es kann Sinn machen, dass sie das tun... aber dann macht halt ganz einfach jemand anderes mit Aktien weniger Rendite...

Schönes Wochenende

P.S.: wenn heute abend nach Veröffentlichung des Bankenstresstests die Kurse richtig fallen, haben die Privatanleger vielleicht nur 1/6 ihres Geldes in Aktien angelegt? ;-) (aber dann haben sie alles richtig gemacht!!!!) ok, das ist eine Traumvorstellung: trotz der harten Kriterien werden die Banken sehr solide dastehen... was sonst!!! ;-)


Dann kann man davon ausgehen, dass d

Account gelöscht!

29.07.2016, 15:26 Uhr

..... blubb ..............

Leonardo Cizikil

29.07.2016, 15:32 Uhr

Statt Aktien zu kaufen, kann man auch in das Kasino gehen und auf rot oder schwarz setzten beim Rouletttisch. Ohne Insiderwissen würde ich mein Geld nicht mit Aktien verzocken. Es sei den man ist Banker und bekommt aus der EZB einen Tipp, welche Unternehmensanleihen und Aktien der Draghi kauft. Da ist man vorne dabei. Sonst wird man nur abgezockt.
"SCREW" the best ghost

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