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08.10.2015

15:38 Uhr

Der Anlagestratege

Börsenverlauf erinnert an das Jahr 2011

VonChristoph Bruns

Der Dax gab zuletzt eine eher enttäuschende Figur ab. Doch das ist nur eine Seite des deutschen Aktienmarktes. Ein Blick auf andere Indizes und die fundamentalen Aussichten ergibt ein völlig anderes Bild.

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Der Anlagestratege

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Blickt man auf den Kursverlauf des Dax in den letzten Wochen, dann fällt die Parallele zum Verlaufsmuster des deutschen Börsenbarometers im Jahr 2011 sogleich ins Auge. Seinerzeit hatte die damalige Griechenlandpleite dem seit März 2009 anhaltenden Börsenaufschwung eine zünftige Korrektur eingetragen. Von Juli bis September fiel das deutsche Aktienbarometer auf ca. 5.200 Punkte und um mehr als 20 Prozent. Anschließend ging es dann bis zum Frühjahr dieses Jahres bis auf 12.375 Punkte bergauf.

Im Jahr 2015 ist es erneut der Monat August, der durch einen heftigen Monatsrückgang auf sich aufmerksam macht. Seit seinem vorläufigen Hoch bei rund 12.375 Punkten im April musste der deutsche Leitindex nicht weniger als 22 Prozent abgeben. Wird es diesmal ähnlich wie 2011 zu einem fulminanten Wiederanstieg kommen und war der kräftige Rückgang nur eine der üblichen Börsenkorrekturen auf dem langfristigen Weg nach oben?

Wenngleich die Kursbilder von 2011 und 2015 recht ähnlich aussehen, ist die Lage doch gänzlich verschieden. Damals stand der Bund Future bei ungefähr 130 Punkten, während er heute bei 156 notiert. Folglich sind die Zinsen zehnjähriger deutscher Staatspapiere, in mancher Hinsicht Hauptwettbewerber des Dax, seither markant gesunken. Sinkende Zinsen erlauben höhere Aktienbewertungen, da zukünftige Aktiengewinne mit geringeren Abzinsungsraten diskontiert werden.

Mit anderen Worten: Zukünftige Unternehmensgewinne sind umso wertvoller, je niedriger die Zinsen sind. Seit 2011 hat sich das Bild also nochmals deutlich gewandelt, indem Deutschlands Zinsstrukturkurve mittlerweile negative Nominalzinsen bei Staatspapieren mit bis zu sechs Jahren Laufzeit ausweist.

Während also die Zinsen seit 2011 nochmals deutlich gesunken sind, haben die Unternehmensgewinne der Dax-Unternehmen seither deutlich zugelegt. Dazu hat neben dem guten Konsumklima in Deutschland auch der Export stark beigetragen, der seinerseits von dem schwachen Euro profitiert hat. Während nämlich im Sommer 2011 noch 1,45 US-Dollar pro Euro bezahlt werden mussten, sind es in diesem Herbst gerade noch 1,12 US-Dollar pro Euro.

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