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23.10.2014

16:45 Uhr

Der Anlagestratege

Das Sorgenkind Dax

VonChristoph Bruns

Die Aktienmärkte sind in den vergangenen Wochen unter Druck geraten. Insbesondere dem Dax wurde zwischenzeitlich stark zugesetzt. An dem ganz großen Kapitalmarktthema unserer Zeit hat sich aber wenig verändert.

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Der Anlagestratege

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Die internationalen Aktienbörsen, die sich im sechsten Jahr einer Haussebewegung befinden, sind in den letzten Wochen und Tagen in einen Korrekturmodus eingeschwenkt. So wie viele Jäger des Hasen Tod bedeuten können, hat eine Mehrzahl an Krisen, Kriegen, Sanktionen und Problemen die Aktieneuphorie zuletzt abgebremst. Besonders die jüngst heruntergestuften Wachstumserwartungen in den Ländern der Euro-Zone lösten Verstimmung an den Eigenkapitalmärkten aus.

Deutsche Aktien gerieten dabei unter besonderen Verkaufsdruck, was sich jedoch leicht dadurch erklären lässt, dass sich die meisten deutschen Aktien in ausländischen und nicht selten angelsächsischen Händen befinden und diese Investorengruppe zuletzt Geld repatriiert hat. Jedenfalls legt die gleichzeitige scharfe Abwertung des Euro gegenüber Dollar und Pfund Sterling diesen Befund nahe.

Deutlich gelassener haben die Börsen in Übersee auf die Turbulenzen in Europa reagiert. Die großen amerikanischen Aktienindizes befinden sich nach wie vor auf positivem Territorium, sofern die Indexentwicklung seit Jahresanfang gemessen wird. Lediglich kleiner kapitalisierte Unternehmen mussten in den USA ihre vormaligen Kursgewinne mittlerweile wieder abgeben und eine negative Jahreswertentwicklung ausweisen.

Derweil erlebt Russland eine tüchtige Baisse, nachdem inzwischen klar geworden ist, dass die dortige Wirtschaft durch die Sanktionen der EU und der USA erheblich beeinträchtigt wird. Hinzu kommt noch, dass die Landeswährung Rubel regelrecht abgestürzt ist. Insofern ist das russische Volk nicht gerade zu beneiden, wiewohl die Russen bekanntlich Leid und Sorge gewohnt sind wie kaum ein zivilisiertes Volk. Die ohnehin hohe Inflation dürfte sich in Moskau und Petersburg weiter beschleunigen. Obendrein treffen die zügig gefallenen Ölpreise den russischen Bären ins Mark, angesichts der Abhängigkeit von Wirtschaft und Staatshaushalt vom Energieexport.

Unterdessen hat sich an dem ganz großen Kapitalmarktthema unserer Zeit wenig verändert. Die Dauerniedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank dürfte auf Jahre hinaus die bestimmende Determinante im Anlageverhalten institutioneller und privater Anleger bleiben. Und auch in den USA sieht es nicht nach raschen oder gar kräftigen Zinserhöhungen aus.

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