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03.04.2014

17:25 Uhr

Der Anlagestratege

Der Aktienkultur auf die Sprünge helfen

VonChristoph Bruns

Wer es ernst meint mit dem Gemeinwohl in Deutschland, der sollte die ideologischen Scheuklappen ablegen und endlich eine Gleichbehandlung aller langfristigen Kapitalanlageformen anstreben.

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Der Anlagestratege

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Die Fakten sind eindeutig. Viel zu wenige Bürger in Deutschland sind an der Wirtschaft beteiligt. Obwohl die Deutschen als Sparweltmeister gelten, legen sie ihr Erspartes überwiegend in zinsgebundenen Anlagen an und erwirtschaften damit bereits seit Jahren keine – real betrachtet -  positive Rendite.

Besserung ist in den nächsten Jahren kaum zu erwarten, denn die europäische Notenbank hat in Person ihres rührigen Präsidenten Mario Draghi bereits angekündigt, die Kurzfristzinsen für längere Zeit niedrig zu halten.

Angesichts der durch den demographischen Wandel, sprich Kinderarmut und Alterspyramide, entstehenden Notwendigkeit zur privaten Altersvorsorge ist ein Umsteuern in dem Anlageverhalten der Deutschen unerlässlich. Hierzu möchte ich heute folgenden marktwirtschaftlichen Vorschlag machen.

Zunächst sollte der die Staat dafür sorgen, dass alle Anlagegattungen steuerlich gleich behandelt werden und die Diskriminierung der Aktienanlage aufgehoben wird. Inhaltlich gab es für die steuerliche Benachteiligung der Aktie ohnehin nie eine überzeugende Veranlassung. Nun aber ist angesichts des kommenden Altersvorsorgedramas die Zeit gekommen, den Lobbyisten und ihren protegierten Produkten (Staatsanleihe, Kapitallebensversicherung, Bausparvertrag oder Riesterrente)  zum Wohle der Allgemeinheit ein Ende zu bereiten. Konkret sollte die systemfremde Doppelbesteuerung von Unternehmensgewinnen auf Unternehmens- und zusätzlich auf Anlegerebene bei Dividendenausschüttung zugunsten des vor Jahren bereits bestens bewährten Anrechnungsverfahrens abgeschafft werden. 

Damit wird es aber nicht genug sein, denn der Bildungsstand der Bürger zum Thema langfristige Kapitalanlage ist derartig niedrig, dass ein mutiges aber systemkonsistentes weiteres Steuerinstrument ergriffen werden sollte, um die nötige Umsteuerung ins Werk zu setzen.

Kommentare (6)

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03.04.2014, 17:36 Uhr

..Recht haben Sie:"Nun aber ist angesichts des kommenden Altersvorsorgedramas die Zeit gekommen, den Lobbyisten und ihren protegierten Produkten (Staatsanleihe, Kapitallebensversicherung, Bausparvertrag oder Riesterrente) zum Wohle der Allgemeinheit ein Ende zu bereiten!" Die wandern hoffentlich alle, wegen Kapitalanlagebetruges, in den Bau!

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03.04.2014, 17:38 Uhr

..und die Doppelbesteuerung auf Aktien-/Fondsgewinne, ist verfassungwidrig und gehört abgeschafft! Die Berliner und Brüsseler-Blender. Zudem raffen Sie sich über die Inflation, Euer wohl verdientes Geld!

Account gelöscht!

03.04.2014, 17:54 Uhr

Solange der Normalanleger Freiwild für die Algo-High-Frequency Trader ist, sollte er sich genau überlegen ob eine Investition in Aktien sinnvoll ist.

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