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24.10.2013

12:10 Uhr

Der Anlagestratege

Die Aktienhausse tritt in eine neue Phase

VonChristoph Bruns

Die Aktienkurse sind stramm angestiegen. Das erhöht den Druck auf professionelle Investoren, die sich bisher zurückgehalten haben. Viele wollen der phänomenalen Börsenparty nun nicht länger fern bleiben.

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Der Anlagestratege

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Auffällig war es schon, wie gelassen die Aktienbörsen mit der drohenden Gefahr eines amerikanischen Zahlungsausfalls umgegangen sind. Bereits in den zurückliegenden Monaten konnte man beobachten, mit welcher Selbstsicherheit die Börsen an den vermeintlichen Problemen der Welt vorbeigeschaut haben. Es ist kaum fünf Wochen her, da wollte etwa Barack Obama in Syrien Krieg führen, nachdem die von ihm gesetzten roten Linien vermeintlich überschritten wurden. 

Solcherlei Selbstgewissheit der Anleger ist das Anzeichen einer reifen Börsenhausse. Und in der Tat handelt es sich bei der gegenwärtigen Aufwärtsentwicklung, deren zeitlicher Ursprung im März 2009 lag, um einen der deutlichsten Anstiege der letzten 100 Jahre. Dies wiederum überrascht nicht, wenn man den vorangegangenen Konjunktureinbruch und Börsenabsturz im Gefolge der Subprime-Krise bedenkt. 

Während aber zu Anfang einer Börsenhausse die Aktien verschmäht und daher billig sind, nehmen die Bewertungen während einer fortgesetzten Aufwärtsentwicklung zu. Heute lässt sich diagnostizieren, dass viele Aktien voll bis teuer bewertet sind, und zwar in nahezu allen Ländern der westlichen Welt. 

Im Gegensatz zur Vergangenheit ist aber der Hauptwettbewerber der Aktie, die langlaufende Staatsanleihe, aktuell keine ernst zu nehmende Alternative. Man könnte geradezu die These aufstellen, dass die sehr liquide Anlageform Aktie als Kapitalanlageklasse solange ohne sinnvolle Alternative für rational handelnde Investoren bleiben, bis die realen Zinsen für Staatsanleihen wieder zwischen ein und zwei Prozent oder gar höher liegen. 

Gleichermaßen ist allerdings bekannt, dass viele Anleger die gegenwärtige Hausse bislang völlig verpasst haben und mit Blick auf die steigenden Kurse nervös werden. Gerade institutionelle Investoren wie zum Beispiel Versicherungen, Pensionsfonds, Stiftungen und andere Vorsorgeeinrichtungen dürften dramatisch unterinvestiert in Aktien sein. Man muss sich nur einmal daran erinnern, dass zum Beispiel die großen deutschen Versicherungskonzerne noch bis vor wenigen Monaten sich geradezu mit ihren verschwindend geringen Aktienquoten stolz gebrüstet haben. 

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

24.10.2013, 12:52 Uhr

Mein Gefühl sagt mir, dass wir vor Weihnachten noch mal eine kleine Korrektur sehen. Grob geschätzt 10% nach unten.
Ich bin mir nicht ganz sicher, aber der Dax ist schon wieder sehr stark gestiegen und eine kleine Zwischen korrektur würde gut tun.
Vielleicht kommt sie ja, um die 9000 Punkte. Die runden Marken sind immer schöne Startpunkte für eine Korrektur

Gekko

24.10.2013, 13:15 Uhr

Im Gegensatz zu EuroStoxx50, Dow usw. steht der DAX-Kursindex noch längst nicht an seinen Höchstständen und hat noch Luft nach oben. Und außereuropäische Investoren sind doch so gut wie garnicht bei der Party dabei...

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