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13.08.2015

15:42 Uhr

Der Anlagestratege

Die Börsenkorrektur hält an

VonChristoph Bruns

Die Griechenland-Krise hat der Dax längst abgehakt. Und auch die Sorgen um China scheinen vorerst verpufft. Ist die Korrektur abgesagt? Wohl kaum. Sie dauert auch schon viel länger als gefühlt – und geht weiter.

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Der Anlagestratege

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Die meisten Anleger werden sich an das Ruckeln der Börsen im April erinnern. Anlass für die damaligen Kursrückgänge waren markante Kursverluste an den Rentenmärkten; Angst vor einer bevorstehenden Zinswende ging um. Von diesem Schock haben sich die Börsen bis heute noch nicht gänzlich erholt, weshalb ich der Meinung bin, dass die April Korrektur bislang noch nicht ausgestanden ist.

Tatsächlich haben sich die längerfristigen Zinsen seit dem April einigermaßen deutlich erhöht. Mittlerweile muss die Bundesrepublik Deutschland an den Finanzmärkten wieder höhere Zinsen bezahlen als Japan, das traditionell die niedrigsten Zinsraten unter den großen Volkswirtschaften aufweist. Heute liegt die Rendite zehnjähriger deutscher Staatsanleihen bei rund 0,65 Prozent, während zehnjährige japanische Staatsanleihen nur mit 0,35 Prozent rentieren.

Den Aktienmärkten ist es nicht viel anders ergangen. Von seinem Hoch im April bei etwa 12.500 Punkten prallte der Dax zwischenzeitlich auf 10.700 Punkte zurück. Von diesem Rücksetzer hatte sich der Dax zwar deutlich erholt, musste zuletzt jedoch einen fulminanten Rückschlag hinnehmen und ist von seinen Höchstmarken ein gutes Stück entfernt.

Hauptsorgenpunkt der Börsianer ist seit April die Situation in den Vereinigten Staaten, wo die dortige Notenbank angekündigt hat, noch in diesem Jahr die Leitzinsen zu erhöhen. Zwar rechnet niemand mit großen Zinsschritten der Fed, aber die Symbolik der Zinswende ist doch eindeutig. Derweil sieht die Situation in Europa ganz anders aus, denn die EZB hat erst zu Beginn des Jahres begonnen, im großen Stil Anleihen an den Märkten aufzukaufen.

Insofern ist Europa mindestens acht Jahre hinter den Amerikanern zurück, sodass in der alten Welt auf Jahre hinaus nicht mit einer Zinswende zu rechnen ist. Vielmehr hat EZB-Präsident Mario Draghi mehrfach bestätigt, dass die Euro-Zone negative Realzinsen benötigt, um die Sanierung der Krisenstaaten nicht zu gefährden.

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