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07.08.2014

13:15 Uhr

Der Anlagestratege

Die rote Laterne der Börsenkorrektur

VonChristoph Bruns

Die Korrektur war überfällig, fällt bei deutschen Standardwerten aber besonders heftig aus. Der Dax fährt im internationalen Vergleich besonders hohe Verluste ein. Dafür gibt es drei gute Gründe.

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Der Anlagestratege

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Die intensive Aktienrally, die den Dax Index auf mehr 10.000 Punkte getragen hatte, ist unlängst und vorläufig zu Ende gegangen und in einer überfälligen Korrektur gemündet.  In der ersten heftigen Korrektur seit dem Sommer 2011 musste der Dax zuletzt deutlich Federn lassen.  Im Ergebnis trägt der Index unter den großen Aktienindizes der Welt seit Jahresanfang nunmehr die rote Laterne.  Weil aber der Dax ein Performanceindex ist und die Dividenden längst werterhöhend eingerechnet sind, haben sich bei ihm die Kurse jüngst besonders miserabel entwickelt.

Drei strukturelle Gründe sind es, die den Dax haben schlecht aussehen lassen. Als Erstes ist daran zu erinnern, dass der überwiegende Anteil der Aktien von Ausländern gehalten wird und diese Anleger sich zuletzt aus Deutschland zurückgezogen haben. Insbesondere haben amerikanische Investoren ihre Deutschland-Bestände unlängst merklich abgebaut, was man auch am fallenden Euro hat erkennen können.  

Zum Zweiten eignet sich der Dax sehr gut als Proxy für Aktienhändler, die das Welt-Sentiment der politischen Bühne spielen wollen. Immerhin steht hinter den Aktien des Dax-Index ein sehr liquider Options- und Futures-Markt, so dass eine große Auswahl an Derivaten zum raschen Handel in deutschen Aktien zu Verfügung steht. Auch die in Deutschland übliche zweitägige Valuta macht den Dax bei Spekulanten besonders beliebt.

Das wichtigste grundsätzliche Argument, warum der Dax sich aktuell besonders schwach entwickelt, liegt freilich in seiner industriellen Zusammensetzung.  Die im Index vertretenen Gesellschaften gehören ganz überwiegend alten Industriezweigen an. Hier ist etwa zu denken an den hohen Anteil von Automobil-, Finanz-und Versorger-Werten.  Außer SAP findet man kaum Gesellschaften im Dax, die zu den neuen Wachstumsbranchen der vergangenen 20 Jahre zählen.  Insofern fehlt es dem Dax an besonderen dynamischen Komponenten, wie wir sie etwa im S&P 500 finden. Dies ist auch der Grund,  warum sich letztgenannter Index ebenso wie der MDax schon seit Jahrzehnten besser als der Dax entwickelt. Die im MDax versammelten Unternehmen weisen deutlich höhere Wachstumsraten bei Umsätzen und Gewinnen auf.

Kommentare (1)

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Herr x y

07.08.2014, 13:22 Uhr

Zitat aus dem Titel: 'Dafür gibt es drei gute Gründe.'

Die Gründe sind richtig, deswegen aber noch lange nicht gut!?

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