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02.04.2015

13:32 Uhr

Der Anlagestratege

Europas Aktienmärkte mit Traumquartal

VonChristoph Bruns

Viel besser kann ein Quartal kaum laufen. Der Dax hat einen Traumstart ins Jahr 2015 hingelegt. Dabei hat die große Rotation heraus aus Staatsanleihen und hinein in die Aktien noch gar nicht stattgefunden.

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Der Anlagestratege

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Deutsche Aktien legten im ersten Quartal – gemessen am Dax Index – um 22 Prozent zu und erlebten. Angeführt hat die Rally der Automobilsektor. Ein Traumstart in das Jahr 2015. Die deutschen Dividendentitel führen die Rangliste unter den wichtigen Aktienindizes der Welt klar an, wenngleich andere europäische Aktienindizes ebenfalls stark angestiegen sind. Selbst die Börsen der vermeintlichen Krisenländer vermochten tüchtig zuzulegen. Einzige Ausnahme ist Griechenland, das seit einigen Wochen von einer neuen und medial stark hofierten Regierung vertreten wird. Der ASE Index gab in den ersten zwölf Wochen des Jahres aber um sechs Prozent nach.

Besonders auffällig ist die Diskrepanz europäischer zu amerikanischen Aktien, denn der dort maßgebliche S&P 500 Index konnte gerade einmal ein halbes Prozent an Zuwachs verbuchen, während der Dow Jones sogar im Minus schloss. Man ist geradezu geneigt, von einer Abkoppelung zu sprechen.

Die zurückhaltende Entwicklung in den USA ist durchaus verständlich, denn der Markt kämpft seit Wochen mit einigen sehr ernst zu nehmenden Besorgnissen. Dabei ist zuallererst an das Menetekel steigender Leitzinsen zu denken. Tatsächlich haben Vertreter der amerikanischen Notenbank Fed durchblicken lassen, dass sie gewillt sind, die sogenannte Fed Funds Rate zum Jahresende leicht anzuheben.

Ferner zeigen die jüngsten Daten aus der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung zur Profitabilität der Unternehmen, dass die Gewinnrückgänge der letzten Quartale sich auch in diesem Jahr fortsetzen dürften. Dazu tragen nicht zuletzt die Einbrüche bei den Ölunternehmen bei, die angesichts eines drastisch zurückgegangenen Ölpreises auf absehbare Zeit kleinere Brötchen werden backen müssen.

Im Gefolge dieser Entwicklung haben etliche Ölgesellschaften ihre Investitionspläne deutlich zusammen gestrichen, so dass konjunkturelle Auswirkungen nicht ganz auszuschließen sind. Immerhin besitzt der Ölsektor in den Vereinigten Staaten, dem weltgrößten Förderland von Öl und Erdgas, ein nicht zu vernachlässigendes Gewicht.

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